Beschwerde
Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof gegen die Ablehnung der Petition ‘Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben’ durch den Deutschen Bundestag
Unterschriften bisher:
11.042
Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof gegen die Ablehnung der Petition ‘Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben’ durch den Deutschen Bundestag
Unterschriften bisher:
11.042
ksta.de 6.03.2010
Von Jörg Schindler
An der Odenwaldschule in Südhessen soll in den 70er Jahren schier Ungeheuerliches passiert sein. Ex-Schülern zufolge gab es regelmäßigen Zwang zum Oralverkehr, Wochenend-Sexschichten – und einen äußerst speziellen persönlichen „Service“ für Internatsgäste.
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Quelle: SPIEGEL Online, 25.02.2010
Erzbischof Robert Zollitsch hat sich dagegen ausgesprochen, bei jedem Missbrauchsfall in der Kirche sofort und automatisch die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Eine Anzeige sei eine “Frage des Abwägens” – schließlich gebe es viele ungerechtfertigte Anschuldigungen.
(…)
Zugleich lehnte Zollitsch vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche einen “Runden Tisch” mit kirchlichen und staatlichen Vertretern ab, wie es ihn in Irland gibt. “Wir werden von uns aus aktiv auf Gruppen und Kreise zugehen, die sich um Prävention bemühen, die sich um die Aufarbeitung bemühen, und werden das von uns aus aktiv anpacken. Ich sehe in einem staatlich verordneten Runden Tisch wenig Sinn”, sagte er.
Am frühen Nachmittag des 18.02.2010 erreichte mich die Nachricht, dass unsere Freundin und Mitstreiterin,
in der Nacht vom 17.02.2010 auf den 18.02.2010 nach einem längeren Krankenhausaufenthalt verstorben ist.
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Ich bitte Sie um Ihre Hilfe!
In der Sakristei, nach der Generalprobe der Erstkommunion, wurde ich als Erstkommunikantin 1973 von Pfarrer Gebhard N. sexuell missbraucht.
In der Gemeinde St. Kolumban, Südwest-Deutschland.
Wer war auch noch „Pfarrers Liebling“ – bis hin zur Vergewaltigung?
Ich suche MitstreiterInnen, um das Verbrechen anzuzeigen. Gegebenenfalls können Sie mit mir Kontakt aufnehmen unter:
nicht-die-einzige@web.de
Ich habe den Täter bei der Kirche angezeigt, in meiner Naivität erhoffte ich eine ernsthafte Untersuchung und auch seelische Unterstützung. Nun bin ich einer der Fälle, die man laut Spiegel als „gleich am Anfang entkräftet“ führt.
Der Schweizer Presserat hat eine Beschwerde gegen den Bericht der «Liberté» über den sexuellen Missbrauch eines Onkels an zwei Neffen zurückgewiesen. Die beiden Beschwerdeführer hatten geltend gemacht, die Angaben über den Täter – «ein in Fribourg wohnhafter 80-Jähriger Patriarch aus guter Gesellschaft» – ermöglichten es, Täter und Opfer zu identifizieren. Zudem hatten sie sich daran gestört, dass der Bericht Einzelheiten des sexuellen Missbrauchs beschrieb.
In einer Stellungnahme wies der Chefredaktor der «Liberté» darauf hin, es gebe rund 3500 80-Jährige in Fribourg; ausserdem sei die «gute Gesellschaft» ein sehr weit gefasster Begriff. Der Presserat hat sich in seiner am Dienstag veröffentlichten Mitteilung dieser Auffassung angeschlossen: Der Hinweis auf den sozialen Status des Täters weise darauf hin, dass sexueller Missbrauch in allen Gesellschaftsschichten vorkomme. Die im Zeitungsartikel enthaltenen Informationen hätten es Dritten ausserhalb des näheren Umfelds der Betroffenen kaum ermöglicht, den Täter und/oder die Opfer zu identifizieren.
Im Übrigen ist der Presserat der Ansicht, dass in entsprechenden Berichten genauere Angaben über den sexuellen Missbrauch notwendig sind, um der Leserschaft zu vermitteln, was der Täter seinen Opfern angetan hat. Bei Fällen von sexuellem Missbrauch komme dem Opferschutz zwar ein hoher Stellenwert zu. Wichtig sei aber auch, dessen Tragweite aufzuzeigen. Deshalb hätten auch unanständige, verletzende Beschreibungen ihren Platz in solchen Berichten.
Quelle:
Eine Welle humanitärer Hilfe überflutet die haitianische Hauptstadt Port au Prince. In den Randbezirken von Port au Prince sterben jedoch immer mehr Frauen und ihre Neugeborenen. Sie sterben still und leise-ohne ärztliche Hilfe und ohne Fotografen.
Eine riesige Welle der humanitären Hilfe überflutet die haitianische Hauptstadt Port au Prince. Hunderttausende von Menschen erhalten Wasser und Nahrung. Die Organisation, die in den ersten Tagen nach dem verheerenden Beben starke Anlaufschwierigkeiten hatte, läuft inzwischen auf Hochtouren.
In den Randbezirken von Port au Prince sterben immer mehr Frauen und ihre Neugeborenen. Sie sterben still und leise-ohne ärztliche Hilfe und ohne Fotografen. Sie sterben aus Mangel an Geld und Informationen. Keine Statistik wird sie je erfassen.
In Haiti ist es nicht ungewöhnlich, dass Frauen ihre Kinder zu Hause ohne fremde Hilfe gebären. Zählten sie in der Vergangenheit schon zu den Schwächsten in der Gemeinschaft, hat sich ihre Lage nach dem Erdbeben katastrophal verschlechtert. Sie liegen neben ihren eingestürzten Hütten, viele ohne Wasser und ohne Hilfe. Viele Frauen haben kein Geld um sich in einem Krankenhaus behandeln zu lassen. Andere, weil sie wissen, dass zuerst die Versorgung der Erdbebenopfer oberste Priorität bei den Rettungsmannschaften hat. Wie bei allen Katastrophen zählen sie zu den schwächsten Menschen: Frauen und Kinder.
Den ganzen Artikel lesen unter:
Quelle:
http://latina-press.com/karibik/haiti/10245/die-tragoedie-der-frauen-von-haiti/
Sexualstraftäter müssen in Miami nach der Haftentlassung unter einer Brücke hausen: Sie sind seit 2005 per Gesetz verpflichtet, 750 Meter Abstand von Schu-len und Kindergärten einzuhalten. In der Metropole Miami ist die Julia Tuttle Causeway Brücke der einzige Ort, der ihnen zum Wohnen übrig bleibt: Zurzeit leben dort 50 Männer und eine Frau in Zelten und selbstgebauten Hütten.
Für viele Amerikaner ist die Brücke von Miami ein Modellversuch auf der Suche danach, sexuelle Handlungen an Kindern per Gesetz einzudämmen. Die „750-Meter-Bannmeile“ in Miami war die Idee von Ron Book, einem Anwalt, Millionär und Lobbyisten. Er sagt: “Die Mehrheit dieser Männer sind Monster. So behandeln wir Menschen, die ein Verbrechen gegen ein Kind verübt haben.“
Im Lager unter der Brücke gibt es kein fließendes Wasser, keine Toiletten und keinen Stromanschluss. Alle tragen eine GPS-Fußfessel, die der örtlichen Polizei jederzeit ihren Aufenthaltsort meldet. Im Internet sind sie mit Foto und Strafregister abgebildet. Im Grunde sind sie für ihr Leben lang geächtet.
Der ARTE-Reporter Sebastian Kuhn hat eine Woche lang mit den „Geächteten“ unter der Brücke gelebt. Er hat auch mit Ron Book gesprochen, dem Erfinder der Bannmeile, mit den politisch Verantwortlichen und den Menschen in den Strassen von Miami. Viele Wähler begrüßen die Bannmeile und nur wenige trauen sich die Frage nach einer Chance auf Resozialisierung zu stellen – selbst für „Monster“.
Quelle:
http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=1076878,day=1,week=4,year=2010.html
zwischengeschlecht.org
Menschenrechte auch für Zwitter!
P R E S S E M I T T E I L U N G
presse_at_zwischengeschlecht.info
+41 (0)76 398 06 50
Kosmetische Genitaloperationen an Kindern mit “uneindeutigen” körperlichen Geschlechtsmerkmalen sind massive Menschenrechtsverletzungen. Sie sind medizinisch nicht notwendig und verletzen die höchstpersönlichen Rechte der Kinder. Eltern haben deshalb kein Recht, im Namen ihrer Kinder in eine kosmetische Operation einzuwilligen.
Schon allein aufgrund des explizit in der Bundesverfassung festgehaltenen Menschenrechts auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung müsste es eigentlich selbstverständlich sein, dass man bei kleinen Kindern nicht ungefragt an gesunden Genitalien irreversible kosmetische Operationen vornimmt. Auch nach medizinethischen Grundsätzen und Richtlinien sind kosmetische Genitaloperationen an Kindern klar unzulässig.
Jahrzehnte lange Klagen der Opfer werden durch namhafte Studien bekräftigt. 2009 kritisierte erstmals der UN-Ausschuss CEDAW die Zwangsoperationen.
Trotzdem wird von Ärzten in der Schweiz auf Eltern Druck gemacht zu einem möglichst raschen Entscheid – obwohl kein medizinischer Notfall vorliegt, die Operationen irreversibel sind und es für die betroffenen Kinder um eine existenzielle Frage geht.
Viele Eltern beklagen sich später darüber, dass sie nicht umfassend informiert wurden, und dass ihnen keine oder wenig Unterstützung für alternative Überlegungen geboten wurden, insbesondere Hinweise auf Kontaktmöglichkeiten zu Betroffenen und Selbsthilfegruppen.
In der Aus- und Fortbildung von medizinischem Personal und Hebammen sind die Existenz zwischengeschlechtlicher Menschen und die ethischen Probleme mit der jetzigen Behandlung ebenfalls kein Thema.
Allein in der Schweiz wird etwa jede Woche ein weiteres Kind zwangsoperiert – auch in Basel. Während Genitalverstümmelungen in Afrika verurteilt und juristisch bekämpft werden, sind Genitalverstümmelungen an Zwittern vor der eigenen Haustüre nach wie vor kein Thema.
Zwischengeschlecht.org freut sich deshalb sehr, dass morgen Mittwoch, den 20. Januar, im Grossen Rat Basel-Stadt ein politischer Vorstoss zugunsten von Zwittern gemacht wird.
Martina Saner (SP, BS) wird eine Anfrage zum Thema “Kosmetische Genitaloperationen an Kindern mit ‘uneindeutigen’ körperlichen Geschlechtsmerkmalen” einreichen und der Regierung Fragen stellen über die Art und den Umfang solcher Zwangseingriffe an Kindern im Kanton Basel-Stadt und wie die Regierung diese beurteilt.
Der 20. Januar wird ein wichtiger Tag für alle Zwischengeschlechtlichen und für alle, die sie in ihrem Kampf um Selbstbestimmung unterstützen!
Kontakte für Hintergrundinformationen:
Martina Saner, Grossrätin SP, BS
E-Mail: martina.saner_at_gmx.ch
Telefon: 076 572 17 71
Karin Plattner, Mutter eines intersexuellen Kindes und Präsidentin des Vereins SI Selbsthilfe Intersexualität, Basel (www.si-global.ch)
E-Mail: info_at_si-global.ch
Telefon: 079 645 16 68
Daniela Truffer, zwischengeschlechtlich geboren, Präsidentin der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org
E-Mail: presse_at_zwischengeschlecht.info
Telefon: 076 398 06 50
Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Zwangsoperationen an Kindern und “Menschenrechte auch für Zwitter!”. Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.
Freundliche Grüsse
n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org
Gründungsmitglied Schweizerische Selbsthilfegruppe Inters*x.ch
Mitglied Inters*xuelle Menschen e.V.
Mitglied XY-Frauen
Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info
Regelmässige Updates: http://zwischengeschlecht.info
Während Frauenbewegungen in Europa mit staatlicher Unterstützung Krisenzentren für Vergewaltigungsopfer aufbauen, beschäftige sich die türkische Regierung mit diesem Thema so gut wie gar nicht, klagen die Frauen dort.
Die Forderungen der Frauenvereine in der Türkei sind eindeutig: Sie wollen ein Gewaltschutzgesetz und Krisenzentren für Vergewaltigungsopfer. Dafür kämpfen die Mitglieder der “Frauenplattform gegen sexuelle Gewalt”. Die Frauenrechtsorganisation “Amargi” hat diese Plattform gemeinsam mit 30 Frauenvereinen ins Leben gerufen. Die Dunkelziffer bei Vergewaltigungen gilt in der Türkei als besonders hoch. Ein Gesetz, das es ermöglicht, die Opfer konsequenter zu unterstützen und die Täter zielstrebig zu verfolgen, fehlt bislang.
Nur wenige Vergewaltigungen werden angezeigt
Die Europäische Union empfiehlt jedem Mitgliedsland, sogenannte Krisenzentren als erste Anlaufstelle für vergewaltigte Frauen einzurichten. So weit ist die Türkei noch nicht – auch wenn die Frauenrechtsorganisationen es gerne hätten. “Es ist sehr wichtig, dass die Opfer das erste Gespräch mit einem Psychologen führen”, erklärt Ilkay Ülkü Ertan von “Amargi”. Es sei schlimm für vergewaltigte Frauen, von Tür zu Tür laufen zu müssen, um Hilfe zu suchen. Wenn sie in ein Krisenzentrum gehen könnten, würde ihnen besser geholfen und zukünftig würden auch mehr Täter angezeigt, ist sich Ertan sicher.
Untersuchungen in der Türkei zeigen: In rund 70 Prozent der Fälle kommen die Vergewaltiger aus der Familie, der Nachbarschaft oder dem Bekanntenkreis. Deshalb verzichteten Frauen oft darauf, Anzeige zu erstatten, sagt Ilkay Ülkü Ertan.
Es gebe noch eine weitere Hürde, warum Vergewaltigung in der Türkei so schwer zu bekämpfen sei, sagt Esen Özdemir von der “Frauenplattform gegen sexuelle Gewalt”. Und die liege im türkischen Rechtssystem. “Vergewaltigung ist bei uns die einzige Straftat, die vom Opfer bewiesen werden muss. In unserem Rechtssystem muss die Frau beweisen, dass sie vergewaltigt worden ist. Das ist ein für die Opfer sehr zermürbender Prozess. Es gibt höchst selten Zeugen einer Vergewaltigung.”
Tabu-Thema in der Türkei
Vergewaltigung ist eine Straftat, für die sich viele Opfer schämen – und ein Tabu-Thema. Selbst innerhalb der Frauenbewegung falle es vielen schwer, das Thema beim Namen zu nennen, berichtet Ertan. Das zeige sich beispielsweise beim geplanten “Krisenzentrum gegen Vergewaltigung”. Eine Frau schlug vor, das Zentrum in “Krisenzentrum gegen Sexualgewalt” zu ändern – aus Angst vor negativen Reaktionen aus der Gesellschaft. “Wir müssen lernen, offen von Vergewaltigung zu sprechen, auch innerhalb der Frauenorganisationen. Die Menschen scheuen davor zurück, das Wort offen auszusprechen”, sagt Ertan.
Trotz dieser Schwierigkeiten engagiert sich die Menschenrechtsorganisation “Amargi” weiter für die Opfer von Vergewaltigungen - so lange, bis das Thema in der türkischen Öffentlichkeit angekommen ist.
Autorin: Hülya Köylü
Redaktion: Julia Kuckelkorn
Quelle:
Kindesmissbrauch ist stets ein brisantes Thema, das nicht tabuisiert werden darf. Davon ist auch Ju-Jutsu-Jugendtrainerin Annemarie Besold (50) überzeugt. Im Arbeitskreis “Gewaltprävention der Deutschen Ju-Jutsu-Jugend” entstand mit ihr nun das Projekt “Sexuellen Missbrauch im und durch Sport verhindern”. Ziel ist es, das Projekt in allen VfL-Sparten anzubieten.
n Frau Besold, was war der Anlass, dieses Projekt ins Leben zu rufen?
Anlass waren Vorfälle in Sportvereinen in Berlin. Kindesmissbrauch durch erwachsene Ehrenamtliche gibt es in allen Organisationen, die mit Jugendlichen zu tun haben. Wenn es den Tätern zu brenzlig wird, ziehen sie in eine andere Region und machen in einem anderen Bereich weiter.
n Wie kann man speziell im Sportverein sexuellen Missbrauch verhindern?
Das Thema darf nicht totgeschwiegen werden, denn dann hat der Pädophile es leicht, Strukturen zu schaffen, wie er seinen Missbrauch durchziehen kann. Er lullt andere ein, baut sich Seilschaften auf. Diese Leute geben sich betont engagiert für den Verein. Wenn Trainer, Übungsleiter oder andere Funktionäre sensibilisiert werden, was ablaufen könnte, können sie die Kinder schützen. Die Schnittstelle bilden die Trainer und Übungsleiter.
n Wie können sie die Kinder konkret schützen?
Die Trainer werden in Fortbildungen von uns geschult und sensibilisiert. Jeder, der im Bereich Ju Jutsu Kinder und Jugendliche trainiert, muss sich mit einem Verhaltenskodex auseinandersetzen und den auch unterschreiben. Dabei geht es auch darum, Trainer zu schützen, in falschen Verdacht zu geraten.
n Welche Grundlagen gibt es da?
Man sollte etwa nicht mit den Kindern zusammen duschen. Im Training sollte man Kinder bei Demonstrationen erst fragen, bevor man sie berührt. Idealerweise werden alle Gruppen von einem gemischtgeschlechtlichen Trainerteam geleitet und bei Ausflügen auch begleitet. Man sollte als Trainer auch darauf achten nicht mit einzelnen pubertierenden Mädchen oder Jungen, die in einen verknallt sind, allein in der Turnhalle oder Umkleide zu sein.
n Müssen Trainer gewappnet sein, dass sie unter falschen Verdacht geraten könnten?
Der Trainer, der sich mit den Grundlagen und dem Kodex beschäftigt, bekommt ein tieferes Verständnis. Über vieles hat man sich oft noch keine Gedanken gemacht. Falsche Verdächtigungen sind schon vorgekommen, etwa aufgrund unerwiderter Teenager-Liebe. Da hilft es, das Training transparent zu halten. Das ist ein Tipp, aber kein Muss. Durch unser Projekt werden die Trainer sensibilisiert und können dann ihre Schützlinge und deren Eltern in einem Infoabend konkret aufklären. In unserer Sparte machen wir das bereits.
n Und Sie wollen das Projekt “Sexuellen Missbrauch im und durch Sport verhindern” auf alle VfL-Sparten ausweiten?
Ja, das schwebt uns vor. Bisher ist es so, dass alle Kinder, die ins Ju Jutsu kommen, erst einmal das Projekt “Nicht mit mir” durchlaufen, bei dem es um Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung geht. Der Zulauf ist so groß, dass wir momentan einen Aufnahmestopp haben. Ein Teilaspekt von “Nicht mit mir” ist auch der sexuelle Missbrauch. Kinder lernen da die plumpen Tricks der Pädophilen kennen. Kindgerechte Comics zeigen, mit welchen Verlockungen die sich einschleichen, mit welchen Maschen sie die Kinder vereinnahmen.
n Zum Beispiel?
Mit Alkohol, ins Kino oder zum Essen einladen, oder zu sich nach Hause, wo die Kinder Pornos schauen dürfen. Wir wollen die Kinder zum Denken anregen. Wenn ein Erwachsener Kindern Verbotenes erlaubt, was hat er davon? Wir animieren sie, darauf zu hören, wenn sie ein blödes Gefühl haben. Sie lernen, auf unterbewusste Wahrnehmung zu vertrauen und dass es bei Berührungen auf die Qualität ankommt, gerade in einem Sport mit Körperkontakt.
n Gibt es auch kritische Stimmen aus den Reihen der Trainer?
Ja, die gibt es. Manche haben Angst, dass durch das Projekt eine Misstrauensatmosphäre geschaffen wird und Trainer unter Generalverdacht geraten. Wir wollen keinen Keil zwischen Trainer und Eltern treiben, sondern ein Schutzschild bilden. Und da sind Trainer und Übungsleiter die wichtigsten Ansprechpartner. Wir wollen deutliche Signale nach außen senden, dann wird sich ein Pädophiler zweimal überlegen, in so einen Verein zu gehen. Langfristig wird sich das Projekt hoffentlich etablieren. kla
Quelle:
http://www.ovb-online.de/waldkraiburg/nimm-bloedes-gefuehl-ernst-589328.html
Das Problem in vielen Diskussionen, Statements, Auslassungen über “sexuellen Missbrauch” ist regelmäßig, dass in diesem Zusammenhang von “Sexualität” (was ja an sich schon ein vielfach, auch unterschiedlich besetzter Begriff ist) ausgegangen, bzw. gesprochen wird.
“Sexueller Missbrauch” aber hat mit “Sexualität” soviel zu tun wie Papier mit einem Buch: Es ist ein MITTEL ZUM ZWECK. Zum Zweck nämlich, GEWALT und MACHT auszuüben, bzw. zu demonstrieren.
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Ich habe lange über die Antwort nachgedacht. Nicht, weil mir nicht die üblichen medienwirksamen Maßnahmen eingefallen sind, die ich sowieso schon nutze und noch mehr nutzen werde. Sondern deshalb, weil es das ja bereits gab und einige Menschen an die Öffentlichkeit gegangen sind. Nur hatte das bislang nicht den gewünschten Effekt, den wir uns alle erträumen: Das sich endlich etwas ändert, sowohl in der Gesetzgebung und Rechtsprechung, als auch in der Wahrnehmung der Menschen. Ein medienwirksamer Auftritt verpufft, wenn er nicht auf fruchtbaren Boden fällt. Doch wie können wir den Boden fruchtbarer machen? Ich möchte hier meine eigenen Erfahrungen mit dem Schweigen schildern.
Ich habe bereits vor 6 Jahren anderen Menschen von meinem Missbrauch erzählt, aber sie reagierten so, als hätten sie mich gar nicht gehört. Genauso erging es mir auch noch bis vor 6 Monaten, sogar bei meinen Freundinnen und das machte mich stutzig. Ich erkannte, dass ich mir selbst nicht wirklich glaubte, wenn ich meinen Missbrauch erzählte bzw. ich spielte ihn herunter. Ich war ja nach außen hin die Superheldin, die mit allem klar kam. Von wegen.
In Wahrheit schwieg ich vor mir selbst und wollte meine tiefsten Verletzungen nicht fühlen. Ich wollte letztendlich genau das Gleiche wie die Menschen um mich herum: Es sollte vorbei sein und mir endlich besser gehen. Ich wollte wirklich weiter Schweigen, das war mein tiefster Wunsch, wie ich heute weiß. Und genau das spiegelte mir meine Außenwelt. Ich bin selbst erstaunt, dass mir das in all den Jahren nicht aufgefallen ist, wo ich mich doch sehr viel mit meiner Selbstwahrnehmung beschäftigt hatte.
Ohne Mut geht es nicht.
Die Verletzungen zu befragen und zu fühlen, löste bei mir einen schweren Schock aus, der sechs Wochen andauerte. Auch das will ich nicht verschweigen. Aber mir war das Ziel wichtiger, als meine Angst vor dem Weg und schließlich war mein Leben bis dahin auch ein Alptraum gewesen, schlimmer konnte es also nicht mehr werden. Das tröstete mich.
So fing ich an mit mir zu reden und damit mein Schweigen gegenüber der wichtigsten Person zu brechen: Mir! Erst dann konnte endlich die ohnmächtige Wut gegenüber meinen Eltern aufsteigen und sie nicht mehr gegen mich oder andere Menschen richten. Manchmal weiß ich auch heute noch nicht, wohin mit meiner Wut. Ich spreche sie dann einfach gegenüber Freunden aus, die mir JETZT zuhören. Meine Freunde schrieben mit teilweise Briefe, in denen sie sich entschuldigten, dass sie meinen Missbrauch nicht wahrgenommen hätten. Doch sie waren nur mein Spiegel für meine eigene fehlende Wahrnehmung.
In meinem Freundes- und Arbeitskreis weiß mittlerweile jeder, dass ich unglaublich schwer missbraucht wurde. Ich rede so natürlich darüber, weil ich mit mir selbst auch darüber reden kann. Ich nehme mich endlich wahr. Immer wieder höre ich meinen Verletzungen zu und frage sie, was sie brauchen. Ich weine und trauere um mich, bis es vorbei ist. Und weil ich mich mittlerweile selbst trösten kann, erwarte ich von meinen Gesprächspartnern auch nicht mehr, dass ich getröstet werde.
Als ich Krebs hatte, war es für mich selbstverständlich darüber zu reden und niemand hörte weg. Also spreche ich heute von meinem schweren Missbrauch so NATÜRLICH und RESPEKTVOLL, wie wenn ich von meinem Krebs erzählen würde. Ich rede aus der Sicht des Betroffenen und nicht des Opfers. In dem ich mir gegenüber mein eigenes Schweigen gebrochen habe, erfuhr ich Achtung vor mir selbst und lernte meine Verletzungen anzunehmen.
Das Schweigen vor mir selbst zu brechen, war also die eigentliche Herausforderung.
Mir selbst gegenüber meinen schweren Missbrauch auszusprechen und die Wunden zu fühlen war schwer. Aber es ging und ich weiß heute, dass daran kein Weg vorbei führt. Und ich kann mit Überzeugung sagen, dass es bei mir nur wenige Monate dauerte, bis es mir ENDLICH deutlich besser ging.
Bei all den Gesprächen, zunächst mit MIR und dann mit anderen Menschen, war für mich die größte Befreiung, dass ich mein Theaterstück beenden konnte, in dem ich die starke und schweigsame Heldin spielte, die den Krieg gegen sich selbst schon lange verloren hatte.
Deshalb kann ich aus meinen Erfahrungen nur empfehlen, über das Thema Missbrauch so viel und natürlich wie möglich zu sprechen UND DAMIT BEI SICH SELBST ANZUFANGEN. Denn die Menschen sind ja nicht taub und haben schon oft gehört, wie verbreitet Misshandlungen und Missbrauch in der Kindheit sind. Nur wenn wir aus Schuld und Scham unsere Erfahrungen nicht respektvoll annehmen und offen mit uns selbst kommunizieren, können wir es anderen Menschen nicht offen vermitteln. Und das führt dann dazu, dass die Menschheit glaubt, es würde gar nicht so häufig vorkommen oder an den Erzählungen zweifelt.
Deshalb werde ich mich für uns Betroffene einsetzen, sowohl in den Medien als auch juristisch, um es dem Schweigen unbequem zu machen. Ich stelle dafür gerne mein Gesicht zur Verfügung, denn Missbrauch hat viele Gesichter, die viel zu wenige kennen.
Für weitere Anregungen bin ich dankbar!
Herzliche Grüße
Alexandra Ehlert
„Beratung für manipulierte und missbrauchte Menschen!“
….hat es auf der politischen Ebene irgend jemand wahr genommen, dass wir heute den “Welttag zur Vorbeugung von Kindesmissbrauch” haben.
Wir vom Verein Sicheres Leben e.V. aus Gersthofen schon, deswegen halten wir auch heute etwas inne in unserem Alltagsgeschäft und denken an die Kinder dieser Welt.
Deshalb wollen wir uns heute wieder sehr bewusst werden, wie wichtig unser ehrenamtliches Engagement ist.
Wenn selbst auf den Homepage der Sozial und Familienministerien kein Hinweis auf diesen Tag gibt.
Es ist schon sehr erstaunlich, wie von den Medien oft sehr ausschweifend über den Tag der Frau oder des Mannes berichtet wird (was sicherlich auch nicht unwichtig ist).
Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung das ist kein schönes Thema, man will sich nicht immer wieder damit befassen müssen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass alle die es sich zur Aufgabe gemacht haben nicht still zu sein, weiter für diese Kinder zu kämpfen.
Wir machen weiter und vielen Dank an Alle die uns auf diesem Weg begleiten.
i.A. Ulli Wilde
Kinder und Jugend-Notruf Tel.: 0800 65 222 65
Ulli Wilde, Gaiglstr. 1, 80335 München
Gibt es selbstbestimmte Prostitution? “Guardian”-Autorin Tanya Gold hat so ihre Zweifel – und belegt sie mit harten Fakten. Überlegungen zum Fall der Sexbloggerin “Belle de Jour”
In der Geschichte der ach so sauberen Prostitution wurde eine neue Seite aufgeschlagen, und wir haben nun das Kapitel erreicht, in dem wir genötigt werden, einfach alles zu akzeptieren. Am vergangenen Wochenende hat die Mittelklasse-Prostituierte und Bestsellerautorin “Belle de Jour” (von der die Vorlage für den Fernsehfilm Secret Diary of a Call Girl stammt) ihre wahre Identität gelüftet. Ihr Name lautet Dr. Brooke Magnanti und sie erklärte, sie hätte ihren Spaß dabei gehabt. „Was ich da zum Thema Prostitution schreibe, durfte man bislang so nicht sagen“, sagte sie. „Es muss kein böses Ende geben“.
Dr. Magnanti ist eine Ausnahme, selbst wenn sie die Rolle der glamourösen Sozialarbeiterin in Sachen Prostitution spielt. Sie hatte den Job angenommen, weil ihr während des Studiums das Geld ausgegangen war; heute arbeitet sie als Forscherin. Ihre Erfahrungen als Prostituierte entsprechen nicht der Norm; sie hatte Glück, denn normalerweise bringt die Prostitution, verkürzt gesagt, Frauen schlichtweg um.
Lösen wir uns von dem Bild der Schauspielerin Billie Piper, wie sie in langen Strümpfen die Hauptrolle in Secret Diary of a Call Girl spielt, und sehen wir uns die Fakten an. Sie sind alles andere als erregend. 2003 veröffentlichte das Magazin Journal of Trauma Practice eine Studie, für die 854 Prostituierte (darunter auch Männer und Transsexuelle) in neun verschiedenen Ländern befragt worden waren. Der Bericht ist ein Epos über körperliche Gewalt und Trostlosigkeit. Hinter den nackten Zahlen stehen Faustschläge ins Gesicht, geschlagene Körper, gebrochene Rippen, blaue Augen und Würgemale am Hals.
Die Mehrzahl der Prostituierten ist irgendwann Gewalt ausgesetzt
Die Studie ergab, dass zwischen 70 und 95 Prozent der Befragten während ihrer Arbeit Opfer körperlicher Gewalt geworden waren; 60 bis 75 Prozent waren im Zuge ihrer Arbeit vergewaltigt worden, mehr als die Hälfte von ihnen mehrfach. Zwischen 65 und 95 Prozent der Befragten waren bereits als Kinder missbraucht worden. Der Zusammenhang zwischen dem Missbrauch in der frühen Kindheit und dem weiteren Missbrauch im Erwachsenenalter ist offensichtlich.
Über zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Die Zahl der Vietnamveteranen, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, ist nur halb so hoch. Die Studie berichtet ausführlich darüber, dass Prostituierte, was kaum überrascht, an körperlichen und seelischen Krankheiten leiden, und dass ihr gesundheitlicher Zustand immer schlechter wird, je länger sie als Prostituierte tätig sind.
Die Wahrscheinlichkeit, frühzeitig zu sterben, ist bei einer Prostituierten vierzig Mal so hoch wie bei einer Frau, die nie als Prostituierte gearbeitet hat. Das geht aus einem Bericht aus dem Jahr 1985 hervor. Angesichts dieser Fakten erscheint die Prostitution dann doch weniger als eine sorgenlose Karriereentscheidung – Schuhe! Strümpfe! Sex! –, denn als der sichere Weg ins Elend. Die Befragten können ein Lied davon singen. 85 Prozent von ihnen haben versucht auszusteigen.
Im Londoner Stadtteil Soho bekommt man das an jeder Ecke mit. Ich habe einmal beobachtet, wie sich ein wohlhabender Mann in einem Anzug geradezu seinen Weg aus einem Bordell geboxt hat. Was erst hatte er mit der Frau dort drinnen getan? Ein anderes Mal habe ich mit einer jungen obdachlosen Prostituierten gesprochen. Zwei Wochen später habe ich erfahren, dass sie mit einem Mann nach Hause gegangen war. Er hatte sie eingesperrt und sie war schließlich aus dem Fenster gesprungen und hatte sich beide Knöchel gebrochen. Zwei Monate später war sie tot. Sie wurde in einem weißen Sarg beerdigt, mit einem lilafarbenen Blumengesteck in Form eines Teddybärs.
Legalisierung ist keine Lösung
Wie halten wir es nun mit dem „ältesten Gewerbe der Welt“? Diese abscheuliche Phrase suggeriert, dass es unvermeidlich sei: kommt bloß nicht auf die Idee, es abschaffen zu wollen. Sollten wir es also legalisieren und Lizenzen erteilen? Werden die Frauen dadurch geschützt, sind sie dadurch in Sicherheit? Die zentrale Frage ist, ob es wohl jemals gelingen kann, diese beiden Seiten einer Medaille, Gewalt und Prostitution, voneinander zu trennen.
Die Erfahrung lehrt das Gegenteil. Neuseeland, die Niederlande und Teile Australiens haben die Legalisierung ausprobiert. Das unmittelbare Resultat war ein Anstieg der Anzahl der Prostituierten. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Straßenprostituierten in Auckland in Neuseeland verdoppelt hat, seit das Gesetz 2003 in Kraft trat. Es gibt Streetworker, die davon ausgehen, dass sich die Zahl sogar vervierfacht hat. Im australischen Victoria hat sich die Zahl der legalen Bordelle verdoppelt, die der illegalen hat um das Dreifache zugenommen.
Sind die Prostituierten gesünder und zufriedener geworden? Werden ihre Kunden sanfter, nur weil das Gewerbe jetzt legal ist? Offensichtlich nicht. In den Niederlanden berichten 60 Prozent der Prostituierten von Körperverletzungen, 70 Prozent erzählen von Gewaltandrohungen, 40 Prozent haben sexuelle Gewalt erfahren. Wenn man ihre Aussagen liest und die Daten auswertet, dann bekommt man den Eindruck, dass die Legalisierung eher ein Geschenk für die Zuhälter und Frauenhändler war und nicht die mutige und vernünftige Entscheidung einer aufgeklärten Gesellschaft. Der Gedanke hinter der Legalisierung mag edel gewesen sein, aber er funktioniert augenscheinlich nicht. Es gibt weiterhin tätliche Angriffe, Vergewaltigungen und auch das Stigma bleibt bestehen – weitaus stärker für die Prostituierten als für ihre Kunden.
Die meisten Prostituierten haben keine Wahl
Man muss dem Gesetz Zeit geben, mag man nun argumentieren. Und sollte sich eine Frau, davon abgesehen, nicht für die Prostitution entscheiden können, wenn es das ist, was sie wirklich will? Angenommen, dem wäre so, und eine Frau würde einfach nur aufgrund eines vorübergehenden finanziellen Engpasses zur Prostituierten, wie erklären wir es uns dann, dass die große Mehrheit der Prostituierten aus den ärmsten Schichten der Bevölkerung kommt und schon in der Kindheit unter Vernachlässigung und Gewalt gelitten hat?
Wollen wir wirklich hinnehmen, dass dies ihre „Wahl“ ist, und uns zu unserer Aufgeklärtheit gratulieren, während sie geschlagen und vergewaltigt werden? Oder haben wir den Mut, uns dafür einzusetzen, dass es andere und bessere Wege gibt, auf denen diese Frauen der Armut und den zerstörerischen Folgen der frühen Gewalterfahrung entkommen können. Setzen wir uns dafür ein, dass sichere Wohnungen, Ausbildungen, Entzugskuren, Therapien, Rechtsberatung, eine Gesundheitsversorgung und der Schutz vor Zuhältern gewährleistet werden. Und vielleicht auch dafür, dass Doktorandinnen bessere Stipendien erhalten. Ich bin froh, dass du nicht geschlagen worden bist, Belle, aber Prostitution ist die falsche Lösung; eine Lösung, die geradewegs ins Nichts führt.
Übersetzung: Christine Käppeler
Quelle:
http://www.freitag.de/alltag/0946-prostitution-gewalt-belle-de-jour
Rund 500.000 Kinder hatten die Behörden zwischen den 30er und 70er Jahren aus meist ärmlichen oder zerrütteten Familien herausgerissen – darunter auch rund 7000 junge Briten, die teilweise ohne Einverständnis der Eltern in die frühere Kolonien Australien geschickt wurden. In den staatlichen und kirchlichen Heimen wurden die Kinder und Jugendlichen dann oft seelisch, körperlich oder sexuell missbraucht.
“Dies ist eine hässliche Geschichte. Die Wahrheit ist, dass eine große Sünde begangen wurde”, sagte Rudd vor dem Parlament. “Wir sind heute zusammengekommen, um die Entschuldigung unserer Nation anzubieten, um ihnen, den ‘vergessenen Australiern’, und denen, die als Kinder ohne ihre Zustimmung zu unseren Ufern geschickt wurden, zu sagen, dass es uns leid tut.” Rudd hatte sich im Februar 2008 bereits in einer vielbeachteten Geste bei den Ureinwohnern des Landes, den Aborigenes, entschuldigt.
Frank Golding war einer der Opfer, die Rudds Entschuldigung im Parlament verfolgten. “Viele Menschen um mich herum hatten Tränen in den Augen, genauso wie ich”, sagte der Mann, der ein Jahrzehnt in einem Weisenhaus im Bundesstaat Victoria verbrachte. “Es geht einem einfach nahe.”
Laut einer Studie des australischen Senats aus dem Jahr 2004 mussten viele der “vergessenen Australier” in den Heimen Zwangsarbeit, Vernachlässigung und Erniedrigungen erdulden. Essen, Bildung und medizinische Versorgung wurden ihnen oft vorenthalten. Einige erfuhren nie die Namen ihrer Eltern oder Geschwister; manchmal wurden die Kinder nur mit einer Nummer bezeichnet. Der Untersuchung zufolge flüchteten sich viele der Heimkinder später in Alkohol und Drogen, die Selbstmordrate unter ihnen ist “ungewöhnlich hoch”. Einige Opfer sind noch immer in Gefängnissen oder psychiatrischen Einrichtungen.
Quelle:
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gqTX7b_DoJCDtyMRkDDGlY7te2TQ
von Michael Kappe
(CareBlog) Ein Artikel in der FAZ bringt mich fast zum explodieren. “Pädophilie – Immer wider die Versuchung” geschrieben von Thomas Jansen. In unerträglicher Weise werden darin die Pseudotherapien von Prof. Beier als besonders wirksam dargestellt. Pädophile seien quasi Opfer einer Erkrankung. Selten so einen geistigen Unsinn gelesen.
Pädophilen-Melancholie in der FAZ
In dem Artikel (nicht verlinkt, die wollen Geld sehen fürs lesen!) geht es um den “Leidensweg” eines Pädophilen aus Frankfurt, der mit knapp 50 Jahren seinem Heilsbringer (Prof. Beier) begegnet und nun plötzlich keine Gefahr mehr von ihm ausgehen soll.
Fast schon melancholisch wird hervorgehoben, wie sehr der Mann doch unter seinem Drang (Anm.: dem Drang kleine Kinder zu missbrauchen) gelitten habe.
Das Scharlatan-Projekt Dunkelfeld wird als “Therapieangebot zur Prävention von Kindesmissbrauch” dargestellt, Prof. Beier mit den Worten zitiert: “Ich wünsche mir, dass man eines Tages über Pädophilie als chronische Erkrankung so spricht wie gegenwärtig über Diabetes – ohne moralische Vorhaltungen.” Pädophilie eine Erkrankung wie Diabetes? Allein der Vergleich ist eine Zumutung.
Zum besseren Verständnis: Prof. Beiers (staatsfinanzierte! ) Unsinns-Therapie zielt nicht darauf ab, Kinderschänder zu “heilen” sondern sie nur durch totquatschen und Rollenspiele dazu zu bewegen, keine Kinder zu missbrauchen. Toll, oder? Das hat ein wenig was von Handauflegen.
Angeblich dürfen keine Personen an der Therapie teilnehmen, gegen die strafrechtlich wegen Kindesmissbrauch ermittelt wird. Als wenn diese Art von Menschen ihm das verraten würden.
Erfolge gibt es keine. Belege auch nicht. Wer zwischendurch ein Kind missbraucht, weil er durch Rollenspiele vielleicht Appetit dazu bekommen hat, wird nicht strafrechtlich belangt. Denn auch hier gilt die ärztliche Schweigepflicht – es wird einfach niemand erfahren.
Das abartigste an diesem Artikel ist jedoch folgende Aussage über Pädophile: “Die sexuelle Versuchung, der sich diese Gruppe ausgesetzt sieht, ist meist größer als in anderen Fällen, weil sich der „Impuls“ über Jahre hinweg aufstaut.”
Der IMPULS? Kindesmissbrauch ist kein Impuls. Wir reden über Menschen, die Kinder vergewaltigen (wollen). Das hat noch niemand im Affekt getan. Es sind immer (meist sorgfältig) geplante Handlungen. Glauben Sie vielleicht an das Märchen “er konnte ja nichts dafür, er ist schliesslich krank” ?
Pädophilie ist keine Krankheit. Krankhafte Handlungen wären entschuldbar. Die Vergewaltigung, die Folter von kleinen Kindern ist nicht entschuldbar. Durch gar nichts. Auch nicht durch eine so oberfaule Ausrede.
Über diesen ganzen verklärten Pädophilenquatsch in diesem Artikel kann jedenfalls jeder, der sich näher mit der besonderen Spezies des Homo Sapiens befasst nur den Kopf schütteln. Kernpädophile lachen Prof. Beier aus, in den Internetforen dieser Verbrecher kann man dagegen sehr gut nachlesen und nachvollziehen, wie diese gefährlichen Zeitbomben ticken.
Zitat gefällig? “Ich habe gesagt, dass ich gerne Kinder in Thailand ficken will, gerne auch in Deutschland oder Holland, mir egal wo, hautpsache ich kann mal[...]” Geschrieben in 2007 von einem überaus gefährlichen , 1999 wegen versuchtem sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen verurteilten, Berliner Sozialpädagogen, der unter dem Pseudonym “SnoopyBoy” (hoffentlich nicht mehr lange) schreibt.
Artikel wie der in der FAZ und der pseudowissenschaftliche Unsinn von Prof. Beier spielen die Gefahr durch Menschen, die im Grunde genommen in Sicherungsverwahrung gehören, herunter. Weil sie verharmlosen, was nicht zu verharmlosen ist. Weil sie ein verklärtes Bild zeichnen, das Pädophile plötzlich in einer Opferrolle darstellt.
Das steht Menschen, deren Neigung es ist Kinder zu vergewaltigen, einfach nicht zu. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber da platzt mir der Hals.
Quelle:
http://www.carechild.de/carechild/careblog/paedophilen_melancholie_in_der_faz_605_1.html
Der Missbrauchstäter ist ein Faszinosum. An ihm reagiert sich die Gesellschaft ab – und vergisst so die Alltagsgewalt gegen Kinder. Ein Kommentar von Caroline Fetscher.
Als der vermeintlich Andere schlechthin aber ist vor allem der Missbrauchstäter ein Faszinosum und Kuriosum, in dessen mit zahlreichen Facetten ausgemaltem monströsen Schatten die Opfer-Seite erstaunlich vage bleibt. Zum Repertoire der Storys gehören selbstverständlich „das Martyrium der fröhlichen kleinen Y“ oder „das Leiden des verstörten kleinen X“, als „unfassbar“ oder „unvorstellbar“ bezeichnet, von „erschütterten Angehörigen“ beklagt. Vornamen von Opfern gerinnen im Lauf der Berichterstattung zu Chiffren, die das Publikum ein paar Tage oder Wochen lang begleiten; Corinna, Kardelen, Lea-Sophie, Hannah, Natascha, Dennis, Kevin, Sarah, Mitja, Jessica, Robin, Malin, Pascal, Lara-Mia, Leon, Michelle und all die andern Namen, die sich im gespenstischen Archiv der Medienkonsumenten ablagern, bis der nächste Name dazukommt.
Am Rande des bizarren Rituals werden „Experten“ befragt, Psychologen, die das Unerhörte auf knappe Sätze reduzieren können. Sie mahnen an, Eltern sollten dem Kind präventiv vermitteln: Dein Körper gehört dir. Das ist richtig. Es fragt sich nur, wie tief die Botschaft einsickert und bei wem. Bei „Bild“ waren am Montag die Online-Kommentatoren zur Stelle. Eine von ihnen sah in dem missbrauchenden Turnlehrer „eines der größten Schweine (denn als Mensch kann man so was nicht bezeichnen) die es gibt“. Ein anderer wiegelte sportlich ab: „Mein Gott. Halt mal dem Ball flach. Kinder verkraften so was sehr viel besser als du denkst.“Beide Überzeugungen – „So ein Schwein!“ und „So was stecken Kinder weg!“ – sind prototypisch und stehen einander keineswegs diametral gegenüber, sondern funktionieren komplementär. Denn so faszinierend jede dieser „entmenschten Sex-Bestien“ wirkt, so wenig bemüht sich die Öffentlichkeit zu begreifen, welche meist lebenslange Schädigung und Störung Minderjährige durch deren Verhalten erfahren. Wir wollen grausame Details sehen – aber im Grunde nichts Genaues wissen.
Jede weiter gehende, analytische Dimension bedroht den makabren Sexappeal nicht nur des fiktiven, sondern auch des realen, medial vermittelten Krimis.
Mit der Frage, wie die psychischen und physischen Symptome sogenannten „Missbrauchs“ aussehen und wie epidemisch die Taten vorkommen, endet deren News-Genuss. Sie allein kann aber Erkenntnis fördernde Empathie entstehen lassen. In wohlhabenden Industrieländern wie Deutschland werden laut jüngsten Erhebungen der international führenden medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ (Volume 373, Issue 9657, 3. Januar 2009) jährlich bis zu 16 Prozent aller Kinder physisch misshandelt. Zehn Prozent der Kinder erleben Vernachlässigung und psychische Misshandlung. Im Laufe ihrer Kindheit sind fünf bis zehn Prozent aller Mädchen sowie rund fünf Prozent der Jungen penetrierendem sexuellen Missbrauch ausgesetzt, andere Formen sexuellen Missbrauchs betreffen sogar bis zu 30 Prozent aller Kinder. Die meisten Fälle, das weiß jeder Sozialarbeiter, passieren in Familien, oft sind die Täter Väter und Mütter der Opfer. Hunderttausende auch gutbürgerlicher User des Internets klicken außerdem täglich Kinderpornos an.
Statistisch klafft also zwischen den „Sex-Bestien“ des Boulevards und den zuschlagenden Horror-Paaren, die die Körper ihrer Kinder mit Hämatomen übersäen, keineswegs ein so großer Canyon, wie ihn die Skandalisierung medial aufbereiteter Einzeltaten suggeriert. Indes reagiert sich die Gesellschaft an singulären „Monstren“ ab, die sie als „Schweine“ stigmatisieren darf.
Mediziner und Unicef-Studien schätzen, dass jährlich alleine in Deutschland zwischen 150 000 und 180 000 Kinder physisch misshandelt werden. Das sind im Lauf von zehn Jahren anderthalb Millionen Fälle – als tobte ein versteckter Bürgerkrieg gegen die Kinder. Es wird geschätzt, dass im Durchschnitt zwei Kinder pro Woche an Misshandlungen sterben. Die Mehrzahl der „leichten“ Fälle wird zudem nie aktenkundig. Würden Terroristen so viele Opfer fordern, wäre der Überwachungsstaat schon da. Gert Jacobi, Professor für Pädiatrie und Neurologie, der von 1968 bis 1998 an der Kinderklinik der Universitätsklinik Frankfurt am Main praktizierte, gab 2008 das pädiatrische Standardlehrbuch „Kindesmisshandlung und Vernachlässigung. Epidemiologie, Diagnostik und Vorgehen“ heraus. Auf über 500 Seiten kategorisierter Fallbeschreibungen wird deutlich, was Jacobi im Vorwort als Folge der gesellschaftlichen „Tabuisierung der Gewalt gegen das Kind“ festhält: „Nicht mehr das misshandelte Kind selbst steht im Mittelpunkt, sondern die Täter.“ Jede fadenscheinige Erklärung, so Jacobi, werde herangezogen, um Eltern zu entlasten, wie es sich bei Jugendämtern, Gerichten und Gutachtern eingebürgert hat, Eltern, die Straftaten am Kind begehen, „Überforderung“ oder „Hilflosigkeit“ zuzuschreiben. Verharmlosen, Verleugnen und Straffreiheit, so Jacobi, bestimmen noch immer das größtenteils tabuisierte Feld. „Die Jugendämter“, erklärt er im Gespräch, „müssen konsequent ihre Rechte durchsetzen, sich, auch mit Hilfe der Polizei, Einlass in Wohnungen und Kinderzimmer verschaffen, sie sollen Kinder auch entkleidet begutachten, mit Kaffeetrinken auf dem Sofa sind Hausbesuche für die Katz“. Von Pädiatern wünscht sich Jacobi mehr Zivilcourage, Jugendämter zu alarmieren, wenn sie Verdacht schöpfen.
Irreführend ist laut Jacobis Lehrbuch die gängige Auffassung, Missbrauch und Misshandlung als Problematik von Unterschicht und Migrantenmilieu zu sehen. „In Wirklichkeit wird genauso in Kreisen des Mittelstands und bei Reichen misshandelt“, schreibt er, „nur dass dort sublimere Formen gebraucht werden und die schweren Misshandlungen leichter verborgen bleiben, unter den Teppich gekehrt werden“. Zu solchen gehört etwa das „Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom“, wie es bei meist gebildeten, jedoch psychisch gestörten Müttern vorkommt, die ihr Kind von Arzt zu Arzt schleppen, um es schmerzhaften Verfahren, etwa im Genitalbereich, zuzuführen, an denen sie sadistisch partizipieren. Nach außen gelten sie als vorbildlich fürsorglich.
In drei Jahrzehnten Praxis hat Jacobi bei minderjährigen Patienten Schädelbrüche, Hirnblutungen, Frakturen von Gliedmaßen, innere Blutungen, Prellungen, Verbrennungen, Verbrühungen, Blutergüsse festgestellt, die zu Gedeihstörungen aller Art führen. Die Fotos und Röntgenbilder im Lehrbuch sind für Laien schwer erträglich, wenn auch Augen öffnend. Akute Armut allein erkennt Jacobi noch nicht als Ursache des oft über Generationen tradierten Phänomens der Gewalt, sondern elterliche Empathiearmut und seelische Kälte, kombiniert mit der Vorstellung, Kinder seien ein quasi gegenständlicher Besitz der Familie und hätten daher auch als Sündenböcke und als Blitzableiter für eigene Frustrationen und Konflikte zu dienen. Die Perfidie der Arrivierten kann da mit der Brutalität der Unterprivilegierten durchaus so konkurrieren, wie generell die weiblichen mit den männlichen Tätern. Den Effekt von Gewalt in der Erziehung beschrieb die schwedische Reformpädagogin Ellen Key 1901 in ihrem damals in Skandinavien und Amerika gefeierten Pamphlet „Das Jahrhundert des Kindes“ mit einer Vignette. Ein Vierjähriger war von der Mutter zur Strafe geschlagen worden. Am Abend fragte ihn seine Kinderfrau, was er Gott im Gebet sagen wolle. Er wusste es genau: „Lieber Gott, reiße der Mama die Arme aus, damit sie nicht mehr schlagen kann!“
Zuneigung haben sich Erwachsene durch Gewalt an ihren Kindern nie erworben. Ihr ultimativer Verrat am Kind aber ist sexueller Missbrauch in jeglicher Form. Fachleute nennen als Folge sexuellen Missbrauchs – die Trennlinie zwischen Missbrauch und Misshandlung ist fließend – massive körperliche wie seelische Störungen auf. Körperliche reichen von Magen- und Darmverstimmungen bis zu Prellungen, Kratzern, Rötungen, Schwellungen oder Blutungen im Genital-, Vaginal- oder Analbereich. Zu seelischen Anzeichen gehören Aggressionsschübe, Abwehr von Körperpflege, Hyperaktivität oder Passivität, sexualisiertes Verhalten im Umgang mit Spielkameraden, regressives Verhalten wie Daumenlutschen, Bettnässen, vermehrtes Weinen, das Einführen von Gegenständen in Vagina oder Anus, extreme Anhänglichkeit, Angstanfälle, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, unangemessene Nähe zu Fremden, Mangel an Selbstvertrauen und Vertrauen, und, kaum verwunderlich, die Angst, sich auszuziehen. Erwachsene Überlebende leiden häufig an Depressionen, Bindungsängsten, posttraumatischen Belastungsstörungen und Selbstwerteinbrüchen. Ist der Missbrauch nicht aufgearbeitet, werden viele von ihnen selber zu Tätern.
Drei Kernmerkmale kennzeichnen den Kindesmissbrauch, erläutern die amerikanischen Therapeutinnen Jody Messler Davies und Mary Frawley in ihrer erstklassigen Studie zur Behandlung Erwachsener, die als Kinder missbraucht wurden: Erstens das absichtliche Überstimulieren des Kindes, zweitens das Beschuldigen des Kindes eben dafür und drittens das Unterbinden der Versuche des Kinder, sich selber zu trösten und zu beruhigen. Dem Kind wird dabei die Basis seines Weltvertrauens entzogen, seine Fähigkeit zur gesunden Realitätsprüfung wird absichtlich sabotiert. Unbewusst muss es sich fragen: Was ist innen? Was ist außen? Wo sind meine Grenzen? Habe ich die überflutenden Übergriffe veranlasst oder verdient? Beschuldigt für die heimlichen Taten der Mutter, des Vaters, Opas oder Sportlehrers, fahndet das Kind nach einem inneren Kompromiss zwischen dem Bild des guten Erwachsenen, das es behalten will, und dem ihm aufgedrängten Bild von sich selber als der kleinen Hure, Hexe, Verführerin oder dem aufreizenden Lustknaben. Im Begriff „Kinderschänder“ ist diese perfide Volte aufgehoben. Er unterstellt, der Täter bereite dem Kind Schande – die Schande landet im alltäglichen Sprachgebrauch beim Kind. „Die Kleine hat provoziert! Der Kleine wollte das doch auch!“. Dabei ist es die Schande des Täters, dass er oder sie in das Seelenleben des Kindes illegitim und destruktiv eingedrungen ist. Trotz der Kolonisierung seiner Unschuld will nun das Kind aber ein Kind bleiben, eines wie seine Altersgenossen. Seine Psyche benötigt „gute Eltern“, und seien es fantasierte. Daher spalten Kinder, die statt Schutz Attacken auf ihre Integrität erleben, Täter und Straftat innerlich ab, sie verteidigen die Täter und verlagern „das Böse“, wie vom Täter gewollt, auf sich selber.
Dem nächsten katastrophalen Riss begegnet das Kind meist dann, wenn es als Jugendlicher oder Erwachsener alt und mutig genug wird, sich klarer zu artikulieren. Aufgebracht schallt ihm entgegen: Du lügst! Du willst die Familie, die Schule, die Gemeinde, den Verein in den Dreck ziehen. Sogar Ärzte, Sozialarbeiter, Therapeuten und Psychologen wehren das Thema oft ab, verharmlosen oder verleugnen die „bad news“ ihrer Klienten und Patienten. Dass Gewalt gegen Kinder abnimmt, wie etwa Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Institut Niedersachsen diese Woche wieder erklärte, kann der Kinderarzt Jacobi nicht feststellen: „Die Fantasie, mit der Kinder gequält werden“, sagt er, „ist noch immer ungebremst“. Erst eine Gesellschaft, die das Problem als epidemisch erkennt und es konfrontiert, wird das ändern.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 16.08.2009)
Offenbach – Massive Gewalt, sexueller Missbrauch, Folter – für viele Kinder grausamer Alltag. Jährlich werden rund 20 000 Fälle von sexueller Gewalt gegenüber Kindern erfasst. Das Bundeskriminalamt schätzt die Dunkelziffer auf das 20-fache.
Von Veronika Szeherova
Nach traumatischen Kindheitserlebnissen den Weg in ein normales Leben zu finden, ist für die Betroffenen ohne Hilfe kaum zu bewältigen.
Die Psychotherapeutin Michaela Schaumann kennt sich mit den geschundenen Seelen dieser Menschen. Nach jahrelanger Erfahrung mit Traumapatienten an der Klinik Hohemark machte sie sich vor vier Jahren mit einer Praxis in Frankfurt selbständig. Schnell nahm sie Lücken im Gesundheitssystem wahr: „Die gesetzlichen Höchstgrenzen für Langzeittherapien liegen bei etwa zwei Jahren. Die Fachwelt aber geht bei diesen Patienten von einer notwendigen Behandlungsdauer von fünf bis acht Jahren aus.“ Die Krankenkassen zahlen also nach Überschreitung dieser Zeit die Therapie nicht mehr. Allein: „Die Heilung von schwer traumatisierten Patienten mit dissoziativer Identitätsstörung ist nicht einfach nach 100 Stunden abgeschlossen“, weiß Schaumann.
Sie suchte nach Mitteln und Wegen. Mit ihren langjährigen Freunden Birgit Schimmer und Kay Bothfeld gründete sie im Oktober letzten Jahres den Verein „Seelenschwarm“ – mit der Offenbacher Filmwissenschaftlerin Birgit Schimmer als Vorsitzender. Kurzfristiges Ziel des Vereins ist die weitere Kostenübernahme, wenn Therapien auslaufen.
Ein Extrembeispiel aus Schaumanns Arbeitsalltag
Schaumann übernimmt die Behandlung der schweren Langzeitfälle. Täglich hat sie mit Inzest-, Missbrauchs- oder Unfallopfern zu tun, mit entsetzlichen Schicksalen. „Zum Glück habe ich gute Freunde, die mich aufbauen, wenn es mir schlecht geht“, sagt sie und berichtet von einer Patientin, deren extremes Schicksal selbst eine erfahrene Traumatherapeutin an die psychische Belastungsgrenze bringt: „Schon im Alter von zwei Jahren wurde diese Patientin vom Lebensgefährten ihrer Mutter, einem Satanisten, bei Ritualen und Orgien vergewaltigt und gefoltert. Sie musste sich an Tiertötungen beteiligen, wurde zur Prostitution gezwungen, abgerichtet, verkauft.“ Daraus sind Fotos und Filme entstanden, die sich verkaufen ließen. „Wie überall ging es auch beim Satanskult ums Geld“, sagt Schaumann verbittert.
Erst im Teenageralter gelang dem Mädchen die Flucht. Ihre Peiniger spürten sie auf. Erst als sie sie für tot hielten, ließen sie von ihr ab. Doch sie überlebte, wurde im Ausland versteckt, kehrte zurück, es folgte die fast unvermeidliche Drogenkarriere. Die ist vorbei. „Doch sie kann kaum auf die Straße gehen, leidet unter Todesangst, ist hoch suizidal gefährdet“, erklärt Schaumann, die die Frau seit vier Jahren betreut. … den ganzen Beitrag lesen »
FEUCHT – «Die Zeit heilt keine Wunden, aber sie lehrt mich, damit zu leben», steht auf dem Flyer der Selbsthilfegruppe «Sege – Trauma sexualisierte Gewalt». Ähnlich lautten die Devisen, die zwei andere Broschüren zieren, die ebenfalls informieren über Gesprächsgruppen für erwachsene Frauen, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind. Solche Selbsthilfegruppen in Bayern zu vernetzen, haben sich nun die Leiterinnen dreier Kreise aus der Region zur Aufgabe gemacht, denn «nur wenn wir viele sind, werden wir wahr- und ernstgenommen», wissen die drei Frauen mittleren Alters.
Sie verbindet ein Trauma, das auf Ereignisse zurückgeht, die in der Öffentlichkeit noch weitgehend tabu sind. Alle wurden in ihrer Kindheit vom Vater bzw. Stiefvater missbraucht, alle haben einen langen Leidensweg hinter sich, alle haben viele Jahre gebraucht, sich das einzugestehen, sich Hilfen zu holen und nun auch Hilfen für andere in ähnlicher Situation anzubieten. Damit sie ihre Ziele erfolgreicher durchsetzen können, haben sie nun auf zunächst kleiner Ebene einen «Arbeitskreis sexualisierte Gewalt» gegründet, in dem sie ihre Erfahrungen austauschen wollen und von dem sie sich einen besseren Stand in der Öffentlichkeit erhoffen. … den ganzen Beitrag lesen »
Die Selbsthilfegruppen, die sie zunächst unabhängig voneinander ins Leben riefen, wollen betroffene Frauen unterstützen. Dass alle drei selbst zu diesem Personenkreis zählen, erklärt sich aus dem Begriff Selbsthilfegruppe. Und dass diese Art der Misshandlung eine Erfahrung ist, die man irgendwann verarbeitet hat, wenn sie nur weit genug zurückliegt, ist ein verbreiteter Irrtum, den sie korrigieren möchten. «Wenn man diese Ereignisse überlebt, dann muss man ein Leben lang mit ihnen leben», wissen Renate, Petra und Rosemarie, die Gruppen in Roth, Feucht und Nürnberg leiten. Und dieses Weiterleben soll den Betroffenen so weit wie möglich erträglich gemacht werden.
Dies ist das eine Ziel ihrer Selbsthilfearbeit, das andere ist Aufklärung. Beides lässt sich gemeinsam eher erreichen. Gleichzeitig soll aber auch die Anonymität gewahrt werden, denn nur so gelingt es den Betroffenen, irgendwann aus ihrer Isolation zu treten. Eine Vernetzung der Gruppen führt zu mehr Aufmerksamkeit, mit der sich wiederum ihre Absichten leichter durchsetzen lassen.
Beispiel: Viele Missbrauchsopfer reagieren Jahrzehnte nach der Tat mit psychosomatischen Beschwerden. Sie «…werden als erwachsene Frauen häufiger krank und leiden eher unter Depressionen, Ängsten, mangelndem Selbstbewusstsein, Alkoholmissbrauch, Drogenabhängigkeit und Selbstmordabsichten als andere Frauen», heißt es in einem Infoblatt. Würde man die Missbrauchsfolgen einer Frau als chronische Krankheit anerkennen, dann würde sie beispielsweise von den Zuzahlungen zu ihren Medikamenten befreit.
Weiteres Beispiel: Eine Änderung des Strafrechts könnte bewirken, dass Missbrauch nie verjährt. Dies würde den Frauen helfen, auch noch im Erwachsenenalter ihren Peiniger anzuzeigen. Denn häufig können die Betroffenen erst sehr spät die Zusammenhänge zwischen dem Verbrechen und ihrer Befindlichkeit erkennen. Dann aber ist die zehnjährige Verjährungsfrist oft schon vorbei. Und eine Bestrafung des Täters hilft natürlich, mit dieser schrecklichen Erfahrung zu leben.
Aus Protest gegen „Internet-Zensur“ ist der Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss (gegen ihn läuft gerade ein Strafverfahren wg. Besitz und Verbreitung von Kinder”pornos”!) aus SPD ausgetreten und – jetzt unterstützt er die Piratenpartei!
Kommentar: wenn es keinen so ernsten Hintergrund gäbe, könnte man sich schlapp lachen. Das mit den Piraten hat was…
Der gute Herr Tauss hatte schon 1995 den 1.KHK Moewes und mich auf der ersten int. Konferenz zu Verbrechensbekämpfung im Internet (London) als „Fundamentalisten“ und „so genannte Experten“ bezeichnet; und zudem behauptet, man könne nicht zufällig auf Kinderfolterdokumentationen stoßen. Eine glatte Lüge! Der damalige Chef der „paedophilia crimie unit“ von Scotland Yard (Jim Reynolds) war außer sich!
Wenn ich dieses Gerede von „Zensur“ und „Verletzung von Bürgerrechten“ im Zusammenhang von Kinderfolterdarstellungen im Internet schon höre, wird mir übel.
Falsche Baustelle, falscher Bezug, Herr Tauss. Aber er wird es nicht mehr kapieren. Viele andere auch nicht.
Noch schlimmer finde ich den Bezug zu „FREIHEIT“ in diesem Zusammenhang. Freiheit für wen???
Das Ganze zeigt ein Mal wieder, dass wir alle einen langen Atem und eine große Frusttoleranz brauchen, um den ganzen Wahnsinn, den man allerorts verbricht, zu stoppen.
LG MG
P.S. Hier nochmals zum Thema 2 Klarstellungen der Lobby:
http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/presse0001_2009.php
http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/Sperrung_von_Internetseiten.php
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Aus Protest gegen das vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Sperrung von Kinderpornografie im Internet ist der Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss aus der SPD ausgetreten.
Tauss, der selbst unter Kinderporno-Verdacht steht, hat seinen Austritt dem Parteivorsitzenden Franz Müntefering per E-Mail mitgeteilt, wie er sagte. Tauss hatte sich bis zuletzt gegen die Internet-Sperre gewehrt.
Der SPD-Politiker erklärte auf seiner Homepage, die Bürgerrechte im Internet würden zunehmend verletzt, wie zuletzt mit den vom Deutschen Bundestag in dieser Woche beschlossenen Internetsperren. „Aus diesem Grund bin ich auch aus der SPD nach fast 40 Jahren Mitgliedschaft am 20.6. ausgetreten und unterstütze künftig die Piratenpartei“, erklärte Tauss.
Die Piratenpartei kämpft vorwiegend für Freiheit im Internet.
Die baden-württembergische SPD-Chefin Ute Vogt hat Tauss indes aufgefordert, auch sein Bundestagsmandat zurückzugeben.
Dies sei die zwangsläufige Konsequenz aus seinem Austritt aus der Partei.
Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe führt gegen Tauss ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Besitz, Erwerb und Verbreitung von Kinderpornografie.
Bei einer Durchsuchung in seiner Berliner Privatwohnung wurde entsprechendes Material sichergestellt. Der ehemalige medienpolitische Sprecher der SPD gab an, er sei bei Recherchen als Abgeordneter auf das Material gestoßen.
<<
Liebe Kolleg/innen,
bitte unterschreiben Sie diese Petition. Es ist dringend! Dieser Fall muss vor den BGH; die Frist läuft in wenigen Tagen aus!
Hier (einfach Name und Mailadresse eingeben, fertig!)
http://www.ipetitions.com/petition/Schutz_vor_Genitalverstuemmelung/
MEMO:
Es geht um nach wie vor existierende Steinzeitmethoden, deren Bestialität ohne Worte ist! Anders mag ich das nimmer bezeichnen. Und dieses kleine Mädchen darf nicht verstümmelt werden. Ein allgemeines Stoppschild sollte ohnehin dringend aufgestellt werden.
Ist es nicht unvorstellbar, dass es deutsche Ärzt/innen gibt, die hier mitspielen und wissentlich schweigen, obwohl es – wie in einem anderen Fall – klar ist, dass Mädchen “Nummer 3 oder 4″ einer Familie, in der die anderen bereits “in die Ferien” ins Heimatland geschickt wurden, allesamt längst verstümmelt sind?
Soviel zum Thema “Eid des Hippokrates”…
Weitere Hintergrund-Infos: hier unsere gemeinsame Pressmitteilung zum 6.2., dem Tag gegen Genitalverstümmelung an kleinen Mädchen:
http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/Task_Force.php
Und hier der gemeinsame Protest gegen die Verteiler von deutschen Entwicklungshilfe-Geldern; Steuergelder die nach wie vor NICHT an die Einhaltung von Menschenrechten gebunden werden.
Ein Skandal!
Deutsche, die weibliche Patenkinder haben, werden noch nicht einmal darüber informiert, dass ihr Patenkind mit höchster Wahrscheinlichkeit verstümmelt werden wird.
Nicht zu fassen, diese Steinzeitansichten, aber wahr:
http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/Task_Force_Entwicklungshilfe.php
Bitte unterschreibt!
Und bitte diesen Aufruf weiterleiten.
Menschenrechte sind universal und unveräußerlich, Diese kleinen Mädchen sind auch Menschen! Und diese Steinzeitmethoden haben mit „Kultur“ gar nichts zu tun, sondern mit Tortur.
LG Monika Gerstendörfer (richtig wütend)
Liebe Mitglieder und Verbandelte,
eine absolut taffe Kollegin hat die Mailadressen für die RTL-Werbepartner zusammengestellt! Einige haben wohl ihre Werbung während der Sendung „Erwachsen auf Probe“ schon abgestellt! Prima. Weiter so!
Unten die Adressen und die Mail der Lobby an die Werbefirmen.
Wer also ebenfalls anschreiben möchte…
Aber bitte die Mailadressen in BCC packen oder eben einzeln!!
LG MG
P.S. Das BMFSFJ hat sich inzwischen deutlichst geäußert. Gegen das Format. Amen.
P.P.S. In Sachen Penis-Lutscher: unser Protest scheint die Firma beeindruckt zu haben. Sie werden die Lutscher nicht mehr vertreiben/bestellen und die Restposten für Kinder unerreichbar sowie erst ab 18 Jahren verfügbar machen. Die Verkäufer/innen sollen eine diesbzgl. Anweisung erhalten haben. Das reicht mir noch nicht, aber es ist ein guter Anfang.
++
info@de.storck.com, service.info@gsk.com, info@soehnlein-brilliant.de, presse@ford.com, info@kik-textilien.de, info@vhv.de, info@katjes.de, kontakt@danone.de, service@docmorris.de, presse@scoyo.com, kontakt@lidl.de, presse@ea.com, service.lipton@intl.pepsico.com, info@tena.de, kontakt@danone.de, service.pepsico@intl.pepsico.com, info@kqv.de, support@kochbar.de, IKEA-SERVICE.DE1@MEMO.IKEA.COM, presse@boehringer-ingelheim.de, Langnese.Service@unilever.com, service@axa.de, info@tchibo.de, service.punica@intl.pepsico.com, nadine.gabriel@bertelsmann.de, verbraucherbelange@loreal.de, info@nintendo.de, info@real.de, info@obi.de, info@muellermilch.de, babybel@groupe-bel.com,
Ihre Werbung während RTL-Sendung “Erwachsen auf Probe”
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe gesehen, dass Sie während der RTL-Sendung “Erwachsen auf Probe” Ihre Produkte bewerben.
Diese Sendung ist ein krasser Verstoß gegen die Menschenwürde von Babys und Kleinkindern. Sie werden dort wie „Versuchskaninchen“ benutzt und als abschreckende Objekte (schreien, weinen usw.) dargestellt und missbraucht.
Angeblich sollen Jugendliche im (Darsteller) und vor (Zuschauer) dem Fernseher dadurch vor zu frühen Schwangerschaften bewahrt werden. In Wirklichkeit sind es völlig künstliche Szenarien, die dort gedreht wurden. Sie sind pädagogisch völlig wertlos und aus psychologischer Sicht höchst bedenklich, was unzählige Expert/innen aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und Großbritannien dem Sender dargelegt haben.
RTL bleibt jedoch stur und will weiter mit dem Missbrauch von Kleinkindern Geld verdienen. Hier ist ein großes Stoppschild vonnöten.
Da Sie dort Werbung schalten, möchte ich Ihnen sagen, dass ich Ihre Produkte ab jetzt nicht mehr kaufen werde.
Auch werde ich unseren breiten Mailverteiler darüber informieren, damit diese sich anschließen. Es sind zahlreiche Multiplikator/innen darunter, was immer einen Schneeballeffekt auslöst.
Bitte nehmen Sie Ihre Werbung für dieses unsägliche Format heraus.
Wenn Sie dies tun oder schon getan haben, bitte ich um Feedback. Wir werden dann eine Liste erstellen und diese ebenfalls weiterleiten, damit die Menschen diese Produkte wieder bedenkenlos kaufen.
Auf ein Feedback freue ich mich!
Monika Gerstendörfer, Dipl.-Psych,
www.lobby-fuer-menschenrechte.de
PF 1030, 72541 Metzingen
Liebe Mitglieder und mit uns Verbandelte,
das RTL-Format „Erwachsen auf Probe“ wurde vorgestern das erste Mal ausgestrahlt. Glücklicherweise mit geringer Quote, obwohl RTL das Gegenteil behauptet und nach wie vor in den Vorabendsendungen weichspült oder „Experten“ und Promis zu Worte kommen lässt, die ihrem Unterfangen das Wort reden. Dazu haben sie eben die Macht und das Geld…
Da wir und zahlreiche weitere Orgas und Expert/innen jedoch nach wie vor der Auffassung sind, dass die Sendung gestoppt werden muss, folgten wir einem Aufruf von engagierten und in der Entwicklungspsychologie versierten Kolleg/innen:
Wir schickten eine Mail an die Stabsstelle der für das Fernsehen Verantwortlichen für Kinder- und Jugendschutz (KJM). Siehe unten nach den ++
Dies zur Kenntnis! Die Mail-Adresse der KJM, für diejenigen, die ebenfalls nochmals Druck ausüben möchten: stabsstelle@kjm-online.de
LG und ein feines Wochenende!
Monika Gerstendörfer
++
RTL-Format „Erwachsen auf Probe“: mit Bitte um Kenntnisnahme
Sehr geehrte Frau Weigand, sehr geehrte Damen und Herren,
als Diplompsychologin und Menschenrechtlerin möchte ich Sie bitten, dass Sie in o.g. Angelegenheit nochmals aktiv werden.
RTL hat bislang alle fachlichen Argumente von Expert/innen unterschiedlichster Expertise ignoriert – und war nicht für einen Cent bereit, die eigene Erkenntnisresistenz zu überwinden.
Stereotyp verwies RTL auf das angeblich pädagogisch wertvolle Format, auf die eigene gute Absicht und darauf, dass für die Versuchskaninchen (Babys und Kleinkinder im höchst kritischen Alter, was sichere Bindungen angeht) alles getan würde.
FÜR die Babys und Kleinkinder wurde jedoch gar nichts getan. Fragen kann man sie in dem Alter ja noch nicht. Aber es gibt genügend empirische Forschung, die zeigt, wie gefährlich solche Experimente sind. Und RTL macht hier definitiv ein Experiment!
Das Kita-Argument von RTL ist dabei nur als zynisch zu betrachten. In einer Kita laufen keine Jugendlichen herum, die an Kindern (was auch immer) üben sollen. Es gibt dort auch keine Regieanweisungen von völlig fremden Erwachsen und schon gar kein grelles Scheinwerferlicht.
Ich war in den vergangenen 20 Jahren schon sehr oft vor einer Kamera und weiß, wie anstrengend es ist, Regieanweisungen nachzukommen, lauter herumwuselnde Leute um sich zu haben, das grelle Licht zu ertragen u.v.m. Ich bin jedoch eine erwachsene Frau!
Vor diesem Hintergrund möchte ich Sie bitten, dafür Sorge zu tragen, dass diese Sendung gestoppt wird. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Kinder sind auch Menschen.
Zusätzlich geht es um die jugendlichen Konsument/innen vor dem Fernseher. Stichwort: Wertevermittlung.
Es kann nicht sein, dass Babys vor allem als „nervige Belastung“ konzeptualisiert werden. Genau dies geschieht hier jedoch.
Zudem wird vermittelt, dass man so etwas – wie RTL es tut – eben mal so mit kleinen Kindern machen kann. Diese Bildschirm-Botschaft halte ich aus psychologischer Sicht ebenfalls für fatal.
Es gibt weit mehr Argumente, doch ich möchte es bei diesen Punkten belassen.
Ich denke, es ist deutlich, dass hier erheblich gegen den Kinder- und Jugendschutz verstoßen wurde und wird.
Solche Sender benötigen dringend ein großes Stoppschild. Besser heute als morgen. Denn es ist zu befürchten, dass die Grenzen immer weiter sinken werden. Mit dieser Art der reinen Funktionalisierung von Kindern und Jugendlichen – zum Zwecke hoher Einschaltquoten und Geldmache – ist eine fundamentale Grenze nun überschritten worden.
Die Tatsache, dass solche Formate in anderen Ländern bereits liefen, darf hier kein Argument sein. Wir müssen in unserem Land schon selbst entscheiden, welche Werte wir für uns erhalten wollen und welche nicht.
Sind Kinder nun unser höchstes Gut – oder nicht?
In diesem Sinne …
Mit besten Wünschen!
Monika Gerstendörfer, Dipl.-Psych.
Lobby für Menschenrechte e.V.
www.lobby-fuer-menschenrechte.de
PF 1030, 72541 Metzingen
Liebe Mitglieder und mit uns Verbandelte,
angesichts der aktuellen Inzestverbrechen in Österreich und Italien haben wir, MELINA e.V. und Lobby für Menschenrechte e.V., eine Pressemitteilung verfasst.
Die Pressemitteilung als PDF laden:
Es geht uns darum, dass die Welt nicht so erstaunt tun sollte, als gäbe es diese Verbrechen erst seit heute oder nur in benachbarten Ländern.
Auch in Deutschland gibt es dringenden Handlungsbedarf!
Die PM dürft Ihr/dürfen Sie gerne weiterleiten.
Liebe Grüße!
Monika Gerstendörfer
www.lobby-fuer-menschenrechte.de
Ein Kommentar von Helga Wolf
Missbrauch war früher ein absolutes Tabuthema. Erst in den letzten Jahren wurde offener darüber gesprochen und die Opferstatistiken, mal ganz abgesehen von der Dunkelziffer, sind immens, auch die gesundheitlichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben in körperlicher und seelischer Hinsicht für alle, die das ertragen mussten… mehr
New York (AFP) Der UN-Sicherheitsrat … In seiner Entschließung weist er ausdrücklich darauf hin, dass Vergewaltigungen und andere Formen der sexuellen Gewalt als “Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Bestandteil des Völkermordes” geahndet werden könnten … mehr
Zwei Milliarden Dollar Entschädigung
12. Juni 2008 Es war ein Tag, an dem Kanada zusammenstand: im Parlament zu Ottawa, auf dem Rasen davor vor einem riesigen Monitor, vor Fernsehern in Wohnzimmern und Büros, in Schulen und Versammlungsräumen der Reservate. Es war ein Tag, an dem Kanada gemeinsam weinte. Der 11. Juni 2008 war ein historischer Tag in der Geschichte Kanadas…
…Phil Fontaine, Vorsitzender der „Assembly of First Nations“, trug den Feder-Kopfschmuck der Ojibway-Indianer und sagte, die Erinnerungen „schneiden wie Messer unbarmherzig in unsere Seelen“.
Er hatte 1990 erstmals von seiner eigenen Leidensgeschichte sexuellen Missbrauchs berichtet. Ziel sei nicht die Erziehung der Kinder gewesen, sondern, „den Indianer in jedem Kind zu töten und die indianische Kultur aus dem Gewebe der kanadischen Gesellschaft auszulöschen“. Wie andere Vertreter der „First Nations“ sprach Fontaine im Parlament einige Worte in jenen Sprachen, die hätten ausgelöscht werden sollen.
Quelle: F.A.Z.