Beschwerde
Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof gegen die Ablehnung der Petition ‘Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben’ durch den Deutschen Bundestag
Unterschriften bisher:
11.096
Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof gegen die Ablehnung der Petition ‘Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben’ durch den Deutschen Bundestag
Unterschriften bisher:
11.096
Wir bitten Sie um Ihre Hilfe!
Bochum, 24.01.2010
Sehr geehrter Herr Denef,
wir schreiben Ihnen als Hinterbliebene unseres Lebensgefährten, Freundes und Papas Daniel Bongardt, der sich im Alter von 39 Jahren am 2. November 2009 das Leben genommen hat.
Daniel litt seit ca. zweieinhalb Jahren extrem an den Folgen sexualisierter Gewalt, die er seiner Meinung nach während eines Kinder-Kuraufenthaltes im damaligen Kurheim in Niendorf/Ostsee (Timmendorfer Strand) erlebt hat. Während des sechs Wochen dauernden Aufenthalts als sechsjähriger Junge, soll er auf bestialische Weise missbraucht, vergewaltigt, gefoltert und gequält worden sein.
Über dreißig Jahre lang, von 1977 bis 2007, sind Daniel, dem Kind, dem Jugendlichen, dem jungen Erwachsenen, dem Familienvater, diese Ereignisse nicht präsent gewesen.
Daniel war nach Bewusstwerdung der Ereignisse, nie wieder in der Lage ein „normales“ Leben zu führen.
Er hat bis zum Schluss so sehr gekämpft:
Gegen die urplötzlichen „Flashbacks“ am hellen Tage, die ihn mitten in der Stadt ereilten und ihn einfach umkippen ließen.
Gegen Todesängste und Panikattacken.
Gegen seine Alkoholsucht.
Gegen die Alpträume die ihn stundenlang gelähmt vor Furcht ans Bett fesselten.
Frau Pypker, seine Lebensgefährtin, hatte bereits alle Hebel in Bewegung gesetzt (Anfrage beim Jugendamt der Stadt Bochum, über das die Kinder damals “verschickt” wurden, Anfragen bei Polizei und Staatsanwaltschaft, umfangreiche Internet-Recherche), um in Erfahrung zu bringen, wie das Kinderkurheim hieß, wer die damals Verantwortlichen waren.
Leider bisher ohne Erfolg.
Das einzige, was in Erfahrung gebracht werden konnte ist, dass es bis 1981 zwei Kinderheime in Niendorf/Ostsee gab, in denen Kinderkuren durchgeführt wurden. Einmal in St. Johann und zum anderen im Antoniushaus. Noch ist unklar, in welchen der beiden Heime der Missbrauch sich ereignet haben soll. Die folgenden Fotos beabsichtigen nicht, mit der jetzigen Einrichtung Maria Meeresstern, zu den damaligen angeblichen Verbrechen einen Bezug herzustellen. Vielleicht kann sich aber dadurch jemand an Daniel Bongardt erinnern und war eventuell mit ihm zur gleichen Zeit dort in dem Kinderheim, Ostern 1977 und kann uns bei der Aufarbeitung helfen.
Beim Jugendamt der Stadt Bochum existieren nach so vielen Jahren keine Unterlagen mehr. Polizei und Staatsanwaltschaft sahen keinen Handlungsbedarf, da das angebliche Verbrechen als solches verjährt sei. Was uns alle fassungslos gemacht hat und immer noch macht.
Daniel war bis zum Schluss beseelt von dem Gedanken, mit anderen Opfern in Verbindung treten zu können, denen vielleicht gleiches widerfahren ist.
Wir vier (Mathilda, seine Tochter, ist erst drei Jahre alt) möchten nun stellvertretend für unseren Freund, Liebsten und Papa Licht in das Dunkel bringen. Wir möchten gegebenenfalls die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.
Wir möchten denen, die vielleicht auch betroffen sind Mut machen, ihr Schweigen zu brechen, um mit uns gemeinsam die angeblichen Verbrechen aufzuarbeiten.
Wir wissen nicht mehr weiter und stehen vor einer Wand aus Schweigen und Schulterzucken. Wir sind der Meinung, dass eine Veröffentlichung von Daniels Geschichte auf Ihrer Seite helfen könnte, andere Betroffene zu finden, die im selben Jahr dort waren und gegebenenfalls ähnliches erleiden mussten.
Gerne sind wir zu Gesprächen und der Erörterung weiterer Details bereit.
Für Ihre Hilfe sind wir Ihnen unendlich dankbar.
Mit den allerbesten Grüßen
Gaby, Gisela, Julia und Mathilda
Ansprechpartnerin:
Gabriele Pypker, Ottilie-Schoenewald-Str. 16, 44789 Bochum, Tel 0234 34841
Am 24. Januar 2010 um 23:11 Uhr
Liebe Angehörige,
zu erst einmal ein ganz herzliches Beileid.
Sie schildern ein ganz furchtbares Schicksal.
Dass Sie im liebenden Angedenken an Daniel Bongardt herausbekommen wollen, wer hinter den Verbrechen von damals steckt, finde ich sehr anerkennenswert und es ist sicher in seinem Sinne.
Ich bin davon überzeugt, dass Sie mit dem Schritt, sich an Herrn Denef zu wenden und Ihr Anliegen öffentlich zu machen, das Richtige getan haben.
Es werden sich auf jeden Fall andere Betroffene melden.
Eine Frage: Wurde der Aufenthalt damals nur über das Jugendamt finanziert? Falls die Krankenkasse in irgendeiner Form beteiligt war, wird es noch Unterlagen geben (die bewahren alles auf).
Sobald Sie heraus bekommen haben, in welchem Kurheim Daniel Bongardt damals war, können Sie über Kontaktbörsen gezielt nach Menschen suchen, die im gleichen Zeitraum dort waren und versuchen, sich mit denen auszutauschen.
Sobald Sie mehrere Betroffene gefunden haben, sollten Sie mit denen zusammen beraten, was weiter zu tun ist.
Auf dieser Seite hier finden Sie Informationen zu den Verjährungsfristen, die nur wenigen Menschen wirklich bekannt sind.
Wenn es gut läuft, sind die bei mindestens einem Betroffenen noch nicht abgelaufen. D.h. diese Person könnte klagen.
Falls Sie gar nicht weiterkommen:
Wenn damals vor allem Kinder aus Bochum geschickt wurden, dann kann ich mir vorstellen, dass die Suchtberatungsstellen, Suchttherapeuten und Beratungsstellen für Menschen, die sexuell missbraucht wurden einige Betroffene als Klienten beraten.
Sie könnten dort mal anfragen. Sicherlich werden die keine Namen weitergeben, aber evtl. auf einen Aushang von Ihnen aufmerksam machen.
Dasselbe gilt für psychiatrische Kliniken in Bochum und Umgebung. Wenn Sie sich mit Ihrem Anliegen an die Klinikleitung (Chefarzt oder leitender Psychologe) wenden, dann kann man Ihnen vielleicht weiterhelfen.
Die Namen “Antoniuskirchhaus” und “St.Johann” legen nahe, dass es sich um katholische Einrichtungen handelt.
Laut “Google” existieren beide Einrichtungen noch.
Sie haben ja sicherlich von den “Missbrauchsskandalen” in kirchlichen Einrichtungen und von den Übergriffen durch Priester und Laien in Deutschland, Irland, Kanada und überall auf der Welt gehört.
Die Medien interessieren sich für so was. Und eine Einrichtung mit einer solchen Vergangenheit, wie sie das Schicksal Ihres Angehörigen nahe legt hat nur zwei Möglichkeiten, auf das Bekannt werden zu reagieren:
Alles tun, um für Aufklärung und Gerechtigkeit zu sorgen und durch Handeln beweisen, dass man es verdient hat, dass einem Kinder anvertraut werden
oder
Leugnen und damit riskieren, dass der Leumund für immer ruiniert ist (fatal, wenn man von Kassenleistungen lebt).
Insofern haben Sie gute Chancen, etwas herauszubekommen und für ein Stück Gerechtigkeit zu sorgen. Und vor allem, Kinder zu schützen, die womöglich immer noch Übergriffen ausgesetzt sind.
Falls ich als Leitung einer dieser Einrichtungen diese Meldung lesen würde, würde ich sofort mit Ihnen Kontakt aufnehmen und zur Klärung beitragen.
Es kommt sowieso heraus. Da ist die “Flucht nach vorn” bzw. Kooperation auf jeden Fall besser.
Und: es kann ja auch sein, dass die Strukturen sich in den Einrichtungen geändert haben. Dann wäre es ein Beweis für Aufrichtigkeit und Integrität.
Oder?
Ich wünsche Ihnen allen viel Kraft, halten Sie zusammen.
Herzliche Grüße von
Angelika Oetken, Berlin
Am 25. Januar 2010 um 14:52 Uhr
Liebe Angehörige von Daniel Bongardt,
ich bin sehr betroffen und traurig berührt von Ihrer Schilderung, was Daniel Bongardt erleiden musste. Ich möchte Ihnen allen mein herzliches, aufrichtiges Beileid aussprechen.
Ich freue mich über die vielen detaillierten Auskünfte/Aussagen meiner Vorgängerin Angelika, und ich hoffe, die helfen ihnen schon mal ein Stück weiter auf ihrem Weg, für Daniel Bongardt Gerechtigkeit zu erlangen.
Ich freue mich ebenfalls, dass Sie den Weg hier auf diese Seite gefunden haben, da ich selbst an eigenem Leib und Seele erfahre, wie wichtig und stärkend und heilsam der Austausch mit anderen Betroffenen ist. Umso mehr bedauere ich zutiefst, dass dies für Ihren lieben Angehörigen nicht möglich war, bzw. zu spät kommt.
Ich wünsche mir, dass es uns allen gemeinsam gelingt, endlich die wahren, schrecklichen Ausmaße von sexualisierter Gewalt und ihrer furchtbaren Folgen für jedes einzelne Menschenleben ebenso wie für Angehörige und Menschen, die BegleiterInnen dieses schwer gezeichneten Menschenlebens sind, ans Tageslicht zu bringen.
Ich wünsche mir, dass endlich die Täter/innen für ihre menschen- und gesellschaftsschädigenden Taten zur Rechenschaft gezogen und die Opfer dieser grausamen Geschehnisse rehabilitiert werden.
Ich wünsche mir eine Veränderung im Ansehen der wahren Täter und der wirklichen Opfer.
Ich wünsche uns allen, dass wir gemeinsam auf- und hinstehen, um für wahre Gerechtigkeit zu kämpfen.
Am 26. Januar 2010 um 14:52 Uhr
Liebe Gaby,
liebe Gisela,
liebe Julia,
liebe Mathilda,
Sie haben mein tiefstes Mitgefühl. Ich nehme sie mit in mein “Gebet”. Ich zünde dafür 5 Kerzen an.
Elvira B.-G.
Am 26. Januar 2010 um 21:33 Uhr
Liebe Angelika, liebe Petra,
ich bedanke mich, auch im Namen von Gisela und unseren beiden Kindern für eure Kommentare zu Daniels Geschichte.
Sie machen Mut und zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Ob damals die Krankenkasse beteiligt war, kann ich noch nicht sagen, aber wir werden versuchen, es über die Eltern Daniels ausfindig zu machen. Auf jeden Fall ist das ein sehr guter Tip. Wir werden euch weiterhin auf dem laufenden halten und über unsere Erfolge oder Misserfolge berichten.
LG Gaby Pypker
Am 27. Januar 2010 um 09:56 Uhr
Liebe Hinterbliebene Daniel Bongardts,
beim Lesen Ihrer Zeilen war ich so betroffen, dass ich zunächst gar nichts schreiben konnte. Und auch jetzt bleibt mir fast nur, Ihnen mein herzliches Beileid auszudrücken, verbunden mit dem Wunsch, Licht in das Dunkel von Daniels Vergangenheit und Leid bringen und irgendwann zur Ruhe kommen zu können.
Die beiden Heime scheint es noch zu geben, somit müsste man auch die Träger ausfindig machen können – dem Namen nach scheinen die Heime in christlicher Trägerschaft zu sein. Die Jugendämter bewahren ihre Akten meist nur 10 Jahre lang auf, manchmal gibt es dort träge Mitarbeiter, die mit dem “Aufräumen” nicht so schnell sind, aber das haben Sie ja schon versucht.
Leider habe ich keine weiteren Tipps für Sie. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Mut und grüße Sie herzlich,
Elke
Am 28. Januar 2010 um 08:37 Uhr
Liebe Elvira, liebe Petra,
auch euch herzlichen Dank für die Anteilnahme. Wir machen weiter und berichten.
Gaby
Am 29. Januar 2010 um 00:43 Uhr
Liebe Familie Pypker und Angehörige, ich bin sehr erschüttert und weiß nicht, was ich dazu noch schreiben könnte. Ich melde mich später noch einmal. Denn unsere Angehörige wird seit Jahren wegen MB und der Folgen psychiatrysiert mit allen möglichen Fehldiagnosen. Auch wir sind sehr verzweifelt und kämpfen seit Jahren und versuchen um Aufklärungsarbeit bei Behörden, Ärzten.
Traurige und entzetzte Grüße – und bitte kämpfen Sie weiter. Es soll nicht umsonst gewesen sein. Nur Öffentlichkeit kann helfen. Es grüßt Sie kati
Am 31. Januar 2010 um 19:32 Uhr
Liebe Kati,
danke für Ihre Mail. Gerne bin ich bereit, mich bezüglich Ihrer Angehörigen mit Ihnen auszutauschen, falls Sie dieses wünschen. In Bezug auf die MB- und deren Folgen bedingte Psychiatrisierung kann ich sicher einiges an Erfahrungswerten beitragen. Ich habe manchmal nicht gewusst, was Schlimmeres anrichtet bzw. angerichtet hat; der MB an sich oder die durch wirklich unzählige, weil sich als inkompetent herausstellende Theras versuchte so genannte Stabilisierung bzw./und Konfrontation.
In Bezug auf meinen Lebensgefährten werde ich/werden wir nicht ruhen, bis wir alles was möglich ist in Erfahrung gebracht haben. Dass meine/unsere Hoffnung diesbezüglich kein Wunschtraum bleiben muss, zeigt ja gerade jetzt der Berliner Missbrauchsskandal. Einmal angestoßen, haben immer mehr Betroffene den Mut, aufzustehen, zu sprechen, anzuklagen. Und vielleicht geschieht dieses in unserem Falle auch!
Liebe Grüße
Gaby Pypker
Am 3. Februar 2010 um 16:18 Uhr
Liebe Familie Pypker,
es tut mir unendlich leid, dass Herr Bongardt sich das Leben genommen hat.
Mir selbst sind im Alter von 30 Jahren die Erinnerungen an sex. Missbrauch “um die Ohren geflogen” und ich kann nachvollziehen, wie schrecklich das ist.
Zu Ihrer Recherche…eine vage Möglichkeit wäre auch, ausfindig zu machen, bei welchem Kinderarzt / Kinderärztin Herr Bongardt als Kind in Behandlung war.
Zwar werden die Unterlagen von den Nachfolgern meist nicht weiter aufbewahrt, aber Ärzte / Ärztinnen haben oft eine erstaunlich gute Erinnerung an ehemalige Patienten, selbst nach so langer Zeit. Sicher wäre der ehemalige Arzt / Ärztin trotz des vermutlich mittlerweilen hohen Alters zu einem Gespräch bereit, wenn Sie ihr Anliegen schildern.
Eine vage Chance, aber es wäre einen Versuch wert.
Ganz viel Kraft für Sie und Ihre Familie,
Lena
Am 22. Februar 2010 um 17:21 Uhr
Ja, ich stehe auch vor diesem großen Problem und kann die Täter von damals nicht zur Rechenschaft ziehen.
Ich bin heute 55 Jahre alt.
Von meinem 5ten bis 15ten Lebensjahr wurde ich regelmäßig auf St. Pauli in Hamburg von Menschen, die mir sehr nahe standen verkauft.
Mein ganzes Leben war ein Amoklauf. Ich hatte mein Leben nie wirklich in den Griff bekommen. Erst mit 45 Jahren begann ich eine Therapie, die Heute immer noch anhält. Ein sehr langer Gefängnisaufenthalt war ausschlaggebend dafür.Ich wollte wissen was mit mir los war. Ich bin seit 33 Jahren verheiratet, habe drei tolle Kinder aus denen etwas geworden ist. Nur bei mir stimmte nichts. Gefühle konnte ich nie geben……
Meine Lebensgeschichte hier nieder zu schreiben würde den Rahmen sprengen. Das Schreiben meiner Lebensgeschichte(als Buch) hat mich lebensfähig gemacht… Heute bin ich Autor, zwar kein erfolgreicher aber immerhin….
Ich kann über mich und das Thema sexueller Missbrauch ohne Hemmungen reden. Gerne würde ich meine Erfahrungen an andere Menschen weiter geben. Erfahrungen, die mein Leben jetzt endlich lebenswert machen. Ich weiß bis Heute zwar immer noch nicht wie sich das Glücksgefühl anfühlt, aber ich kann wieder lachen…Und denke auch nicht mehr an Selbstmord.
Am 23. Februar 2010 um 22:41 Uhr
Sehr geehrte Fr. Pypker,
ich habe ihre Suche nach Kinder, Jugendliche, die in der selben Zeit wie Daniel Bongardt in einem dieser Heime kuren mussten, in folgendes Forum gestellt, da hier unzählige ehemalige Heimkinder chaten, foren und sich austauschen, alte Freunde suchen oder Heimmitbewohner aus ihrer Kindheit. http://www.heimkinder-forum.de
Falls sich jemand meldet, dann über Norberts Forum (also hier), da ich seinen Link angefügt habe. Ich wünsche Ihnen so sehr, dass Sie Erfolg bei Ihrer Suche haben!
Mit freundlichen Grüßen
Sarah M.
Am 25. Februar 2010 um 16:04 Uhr
Hier noch der Link zum Heim Heute und der Enstehung und Geschichte
http://www.maria-meeresstern-niendorf.de/uklinik/geschichte.html
Am 25. Februar 2010 um 17:07 Uhr
Und noch ein paar Infos:
St. Johann und St. Antonius wurde von den Thuiner Franziskanern gegründet und ist wohl ein evangelische Orden.
Die Heime gehörten zur Kirchengemeinde Niendorf/ Ostee , zur Petri Kirche.
Auffällig ist, dass 1977 der Pastor Heinz Deiseroth ausschied sein Nachfolger wurde Pastor Fritz Wolk.
Weiterhin könnte es zu Ihrer Geschichte passen, dass ca. Ab 1977 kaum noch Kinder zur Kur dort hinkamen und aus diesem Grund wurde das Heim in ein Mütter/ Kind Heim umgewandelt.
Nun können die Jahreszahlen ja Zufall sein, jedoch wäre es möglich, dass der Rücklauf der Besuchezahlen und der Pfarreraustausch mit „Vorfällen” in Verbindung steht.
Auf jeden Fall gehören die Heime zur oben genannten Kirchen Gemeinde St. Petri Niendorf/Ostsee, also müsste man alle Informationen eigentlich bei der Kirchengemiende erhalten können.
Die Heime gehören zur Kirchengemeinde Niendorf -Kirche St. Petri.
Niendorf gehörte kirchlich zu Travemünde-Lübeck.
In Niendorf wurde die Petri Kirche gebaut und Pfarrer von 1964 – 1977 war Pastor Heinz Deiseroth von 1977 bis 2007 Pastor Fritz Wolk , dann Ünergangsweise Patorin Gallien (Seelsorgerin aus Klinkenberg) und seit 2008 Probst Wiechmann.
http://www.kirche-niendorf-ostsee.de/?page_id=111
Hier noch der Link zum Heim Heute und der Enstehung und Geschichte
http://www.maria-meeresstern-niendorf.de/uklinik/geschichte.html
Am 1. März 2010 um 20:41 Uhr
Durch ein Gemeindemitglied wurde ich auf diese Seite hingewiesen.
Kurz zum obigen Artikel von Silvia vom 25.02.10:
Silvia irrt mit ihrer Vermutung, dass die Thuiner Franziskanerinnen ein evangelischer Orden sind – es ist ein katholischer Orden. Zu diesem Orden gehörten auch die beiden Heime, die inzwischen als eine Einrichtung geführt werden. Näheres kan man nachsehen auf:
http://www.franziskanerinnen-thuine.de/
und zur Geschichte:
http://www.maria-meeresstern-niendorf.de/uklinik/geschichte.html
Alle Hinweise auf die evangelische Gemeinde, die nie Träger der beiden Häuser war,und Spekulationen über einen Zusammenhalt mit einem dortigen Stellenwechsel sind daher völlig haltlos!
liebe Familie Pypker!
Da meine Mutter immer wieder Kuren in einem der Häuser gemacht hat und ich sie dort dann besucht habe, kann ich mich an beide Häuser natürlich gut erinnern.
Ich finde es sehr verständlich, dass Sie, liebe Familie Pypker, sich um weitere Aufklärung bemühen. Es dürfte aber sehr schwer sein, Näheres von Ostern 1977 noch zu erfahren. Es gab immer in beiden Häusern einen Riesenmitarbeiterstamm. In den 33 Jahren sind kaum noch relevante Akten vorhanden, da die Aufbewahrungsfrist längst verstrichen ist. Viele damals Tätige sind inzwischen verstorben. Vielleicht haben Sie jetzt hier über das Internet ja Glück.
Vielleicht hilft Ihnen auch ein anderer Weg, um für Ihre Familie Heilung dieses Traumas zu finden:
Stellen Sie sich in Ihrer Phantasie den Täter vor. Schreiben Sie ihm all Ihre Wut und Trauer und was Ihnen alles so durch das Herz und durch den Kopf geht in einem Brief. Machen Sie dann im Sommer eine Fahrt zu den beiden Heimen(die liegen in einer Strasse), spazieren Sie dahinter an der Ostsee und werfen Sie den Brief dort als Flaschenpost in die See.Wenn Sie mögen, bin ich auch bereit, Sie dabei zu begleiten.Ich wohne zwar nicht in Timmerdorfer Strand, sondern in Kiel. Aber das lässt sich sicher einrichten.
Ich wünsche Ihnen vor allem von Herzen einen hilfreichen und heilsamen Weg!
Ihr Pastor Winfried Krzyzanowski, St. Joseph Kiel
Am 1. März 2010 um 21:46 Uhr
Liebe Familie Pypker,
wie Sie sehen, wird diese Seite immer bekannter und damit erhöht sich auch die Chance, daß Sie nähere, konkrete Informationen über die Zeit als Ihr Daniel in Niendorf war erhalten.
Alle diese kleinen Ostseebadeorte sind sehr überschaubar, vor allem für Einheimische – das waren sie 1977 noch viel mehr als jetzt.
Ich stamme selbst aus einem kleinen norddeutschen Kurort und ich weiß, daß eigentlich so gut wie keine Information dort verloren geht oder bestimmten, gut informierten Menschen verborgen bleibt. Das heißt aber nicht, daß diese Menschen auch etwas erzählen.
Sie sind oft recht unauffällig, vertrauenswürdig und fungieren als “Beichtmütter und -väter”.
In kleinen Orten gibt es eine Balance aus “Ausspionieren” und “Verschweigen”, wäre es anders, wäre es wegen der Überschaubarkeit und dem damit verbundenen Mangel an “Fluchtpunkten” nicht zum Aushalten für die Bewohnerschaft.
Fremden etwas zu erzählen, kommt in der Vorstellungswelt von einigen “Ureinwohnern” Verrat und Nestbeschmutzung gleich, auch wenn der Täter womöglich gar kein Niendorfer war.
Der Hinweis, den Herr Kryzanowski erhalten hat, deutet darauf hin, daß die Meldung über Daniel Bongardts Tod und seine Erlebnisse auf der “Kur” schon bis Niendorf vorgedrungen ist.
Nur Geduld : ich bin mir ziemlich sicher, daß Sie etwas in Erfahrung bringen werden.
Und falls nicht, können Sie immer noch dem Rat von Herrn Kryzanowski folgen und der Ostsee eine “anonyme” Anklage übergeben.
Solange die Chance besteht, herauszufinden wer 1977 dort hilflose Kinder wie Daniel Bongardt sexuell gefoltert hat, sollte man alles tun, um an Informationen zu gelangen.
Ihnen weiterhin viel Kraft, alles Gute und eine gehörige Portion Glück !
Angelika Oetken, Berlin
Am 3. März 2010 um 14:48 Uhr
Hallo Jürgen, mich interessiert Ihr Buch. Können Sie mal den Titel posten oder wenn geheim an Admin zum Weiterleiten? Danke
Am 6. März 2010 um 08:35 Uhr
Ich möchte mich bedanken bei all den Menschen, dir mir in der letzten Zeit so viele hilfreiche Informationen haben zukommen lassen; sei es durch Anrufe oder durch Briefe hier auf dieser Seite. Entschuldigt bitte, dass ich mich erst jetzt dazu zu Wort melde; ich brauchte Zeit zu verarbeiten. Und ich bin überwältigt von dem, was derzeit alles geschieht; was aufgedeckt, bekannt, endlich ausgesprochen wird. Welche Kraft, welche Macht wird plötzlich frei, welche Solidarität. Hätte mein Lebensgefährte nur zwei Monate länger leben können/dürfen… vielleicht…
Aber jetzt kämpfe ICH für ihn und in seinem Namen. Und ich bin glücklich, dass ich schon jetzt so viel weitergekommen bin, als ich jemals gehofft habe. Und dafür bin ich euch allen hier unendlich dankbar.
Ich bin am Montag zu einem Interview bei Radio Bochum eingeladen und werde dort über Daniels Schicksal berichten dürfen. Und wer weiß…. vielleicht triggert es plötzlich bei anderen Menschen, die auch in diesem Heim an der Ostsee waren, deren Kindheit, deren Leben auch dort beendet wurde, und sie trauen sich, zu reden. Es wurden in den 70igern viele Kinder aus Bochum und Umgebung zur “Erholung” dort hingeschickt. Ich habe große Hoffnung! Und ich halte euch auf dem Laufenden!
Gaby Pypker
Am 6. März 2010 um 12:57 Uhr
Liebe Fr. Pypker,
wunderbar, dass Sie die Chance bekamen, ein Interview im Radio zu geben. Je mehr Menschen von dem Schicksal mitbekommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein weiterer Betroffener meldet.
Ich denke ganz fest am Montag an Sie und wünsche Ihnen weiterhin viel Durchhaltekraft!
Im Gedanken Ihnen nahe
Sarah M.
Am 7. März 2010 um 01:31 Uhr
@elvira: 5 kerzen und beten helfen hier leider nicht weiter.