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Petition an den Deutschen Bundestag: Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben.

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Petition - Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben

Petition: Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben (Initiiert von Norbert Denef)

Über welche Entscheidung/welche Maßnahme/welchen Sachverhalt wollen Sie sich beschweren?

Die Verjährungsfrist von sexuellen Gewaltverbrechen im Zivilrecht schützt die Täter, denn die Opfer können erst viele Jahrzehnte später über die Verbrechen sprechen. Sie müssen mit einer Verleumdungsklage rechnen, wenn sie nach der Verjährung ihr Schweigen brechen. Der Gesetzgeber macht sich mitschuldig an dem leidvollen Schweigen der Opfer. Er verhindert die Aufarbeitung der Verbrechen. Die bisherige Verjährungslogik verstößt gegen die Menschenrechte.

Was möchten Sie mit Ihrer Bitte/Beschwerde erreichen?

Damit Opfer von sexueller Gewalt nicht länger schweigen müssen, wird die Aufhebung der Verjährungsfrist bei Zivilklagen gefordert. Der bisherige Begriff “sexueller Missbrauch” ist irreführend. Es handelt sich um Gewalt, die schwere psychophysische Beeinträchtigungen nach sich zieht. Darüber muss die Gesellschaft informiert werden. Dass Opfer sich dem Verbrechen und dessen Folgen erst Jahrzehnte später stellen können, werden Fachleute wie Betroffene bestätigen können/müssen. Das gilt es anzuerkennen, sowie die lebenslangen Schäden, die durch sexuelle Gewalt entstehen.

Gegen wen, insbesondere welche Behörde/Institution richtet sich Ihre Beschwerde?

Gegen den Gesetzgeber.

Muss nach Ihrer Vorstellung ein Gesetz/eine Vorschrift geändert/ergänzt werden? Wenn ja, welche(s)?

Die Verjährungsfrist von sexuellen Gewaltverbrechen bei Zivilklagen.

Bitte geben Sie eine kurze Begründung für Ihre Bitte/Beschwerde:

Sexuelle Gewalt ist das Ende der Kindheit und der Beginn lebenslanger Leiden an Körper und Seele. Scham- und Schuldgefühle manifestieren sich durch das gesetzlich verordnete Schweigen. Dadurch wird das Verbrechen in der Gesellschaft tabuisiert. Wenn Opfer dem Leid keine Worte geben dürfen und über den Schmerz nicht frei sprechen können, zerbrechen sie.
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Ja, ich stimme der Petition zu:

Deutschland

International (care2)
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Unterschriften einsehen
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Handzettel herunterladen - Unterschriften sammeln:

www.nationalflaggen.dewww.nationalflaggen.de
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Verjährungsfristen BGB - STGB (Übersicht herunterladen)
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Die Petition wird unterstützt von:

Wildwasser - gegen sexuellen Missbrauch
sowie:

Marlene Buch mit Helfer/innen aus Andernach und Umgebung.

Anonymen Personen, die per Handzettel Unterschriften sammeln.

Ein Stück Hoffnung

www.venus-vivat.blogspot.com

www.schotterblume.de

www.wir-sind-kirche.de

www.derlangeweginslicht.de

www.ueberlebenskunst.net

www.weggeschaut.de

www.kinder-sind-tabu-pur.de

www.myspace.com/claudiakindersindtabu

www.blick-nach-vorne.de

www.blick-nach-vorne.org

www.shadow-of-the-darkness.cabanova.de

www.schuetzt-unsere-kinder.de

www.cora.o

www.societyssilence.de.vu

www.child-of-the-raunbow.nape.de

www.einstueckhoffnung.npage.de

www.eifelgefluester.de

www.Markus1803.d

www.multiversum.foren-city.d

www.biggi-weber.de

www.missbrauch-opfer.info

www.no-problem.brigitte.de

www.rettungsanker.wordpress.com

www.julien.lu

www.lebensstrom.npage.eu

www.computertechnik-pupkes.de

www.beepworld.de/members35/zauberbaumfee/aktions-pinnwand.htm

www.lebens-splitter.wg.am

www.thuetz.de

www.selbsthilfe-freundeskreis.npage.de

www.tirolertierengel.com


158 Kommentare zu “Petition - Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben”

  1. Irina Vogt

    Ich schließe mich der Forderung, die Verjährung der Zivilklage bei sexuellem Kindesmissbrauch aufzuheben, an. Hierbei ist der Begriff
    Missbrauch, wie wir alle wissen irreführend, es handelt sich in dem Erleben der Kinder um Gewalt, die schwere psychophysische Beeinträchtigungen nach sich zieht. Wie ist die Verjährungslogik eigentlich zu verstehen?

    Irina Vogt

  2. Helga Eckert

    ÜBERFÄLLIG!!!! Die Regierung schläft, Verjährung in der heutigen Zeit, unfassbar für mich, es wird mehr für die Täter als für die Opfer getan.

    H. Eckert

  3. Julia

    Wie Frau Eckert schreibt: Lange überfällig! Nicht genug, dass man selbst von Zweifeln und Schuldgefühlen zerfressen wird, nein, durch unsere herrschenden Gesetzte muss man sich praktisch auch noch vorwerfen lassen, warum man nach 10 Jahren nicht schon damit abgeschlossen hat. Es ist ja so viel einfacher, sich mit dem Täter auseinanderzusetzen, als von den sich aus diesem schrecklichem Verbrechen ergebenden, oft lebenslangen Problemen des Opfers zu hören.

  4. Rüdiger Brandt

    Ich kann mich im Grunde nur den anderen anschließen. Es ist unglaublich, dass hier eine Verjährungsfrist von nur 10 Jahren angewandt wird. Wir Opfer haben ein Leben lang mit den Folgen klar zu kommen. Die Täter werden vom Gesetz beschützt - die Opfer bestraft. Das ist so nicht haltbar.

  5. Ida Weißelberg

    Auch ich wurde missbraucht. Auch ich habe jahrelang geschwiegen. Meine Seele ist aufgespalten worden durch die Grausamkeiten in viele verschiedene Teile. Ich wusste tagsüber nicht einmal etwas von dem, was nachts passierte.

    Ich kann bis heute nicht sagen, wer mir das angetan hat - in Deutschland geht Täterschutz vor Opferschutz. Ich muss mir von einem nahen Familienangehörigen schreiben lassen “Du wirst älter, bist jetzt bald Mitte vierzig, aber kannst nicht diese fixe Idee lassen. Selbst, wenn alles so geschehen ist, wie Du zu wissen glaubst, was kannst Du heute daran ändern? Du musst Dein Leben mit allen Lasten, die Dir Deine Erziehung und Deine Natur mitgegeben hat, leben. Wer von allen Menschen auf dieser Welt hat eine ideale Kindheit gehabt, alle tragen sie ein Leben mit sich herum. Mit ihr zu hadern ist sinnlos und mehr einem Teenager entsprechend.”

    Wir Opfer brauchen viele Jahre, um aus dem Schweigen zu finden. Dann schützt die Verjährung längst die Täter. Das darf nicht länger so bleiben, damit dieser Gewalt ein Ende gesetzt wird. Denn in uns Opfern lebt sie weiter - sie lässt uns nicht los. Missbrauchsopfer haben lebenslänglich.

  6. Beatrix

    Auch ich bin mehrfach Opfer gewesen, in meiner Kindheit und später.
    Im Moment habe ich zum ersten Mal den Mut gefunden einen Strafantrag zu stellen, wegen sex. Nötigung am Arbeitsplatz. Dieser Täter ist auch Ordensangehöriger. Kinder brauchen jeden Schutz, weil sie sonst weiter Opfer werden. Auch ich finde, dass sex. Gewalt den Opfern lebenslänglich bringt und Täter geschützt werden. Verjährungsfristen müssen abgeschafft werden, damit wir Opfer genügend Zeit haben unsere Scham zu überwinden, damit wir das Schweigen brechen können. Ich hatte fast dreißig Jahre Angst, nun nicht mehr. Ich wünsche allen Opfern viel Kraft und Mut. Nicht wir müssen uns schämen, sondern die Täter und alle die diese decken.

  7. Astrid Mayer

    Dass man sich mit dem Grauen, den entsetzlichen Folgen von sexueller Gewalt, die einem Kind angetan wurde, erst nach Jahrzehnten stellen kann, werden Fachleute wie Betroffene bestätigen können/müssen.
    Die Verjährungsfrist zu verlängern bzw. eine Verjährung dieser Verbrechen abzuschaffen ist also nur logisch.
    Hier damit zu argumentieren, dass nach so langer Zeit das Geschehen nicht mehr nachzuweisen ist, ist falsch. Oft setzt erst eine Klage die Auseinandersetzung von Täter wie Opfer mit dem Geschehenen in Gang. Oft können weitere Opfer (desselben Täters) erst dadurch eine Auseinandersetzung mit dem Geschehenen angehen (und ohne die gibt es keine Heilung).
    Die Schäden, die die Folgen sexuellen Missbrauchs auch in Ehen und Familien anrichten sind enorm und in keiner Form im gesellschaftlichen Bewußtsein. Dadurch zerstören sie weiter verdeckt menschliche Beziehungen.
    Auch um das zu ändern könnte die Abschaffung der Verjährungsfristen gut sein.

  8. Horst Emrich

    Ich schließe mich der Petition an.

    Als Schauspieler hatte ich vor vielen Jahren Kontakt mit Betroffenen und BetreuerInnen. Die Gespräche habe ich bis heute nicht vergessen. Wir entwickelten damals ein Theaterstück zum Thema SEXUELLE GEWALT AN KINDERN UND JUGENDLICHEN. Unser nachfolgendes Theaterstück handelte von Drogen und Suche nach Liebe.
    70% der betroffenen Frauen, werden süchtig.
    Sie sind auf der Suche sich wieder “GANZ zu fühlen”…

    Meine Theaterstücke alle von Identitätssuche, Fremdsein, Ausgrenzung, Liebe, Freundschaft und Sexualität.

    Lieben Gruß Horst Emrich

    Ein Afrikanisches Märchen

    Eine große Trockenheit war über das Land gekommen.
    Zuerst war das Gras braun und grau geworden.
    Dann starben Büsche und kleine Bäume.
    Kein Regen fiel.
    Der Morgen erwacht ohne die Erfrischung des Taus.
    Die Tiere waren in großer Anzahl verdurstet,
    denn nur wenige hatten noch die Kraft gehabt,
    aus dieser Wüste zu fliehen.

    Die Trockenheit dauerte an.
    Selbst die stärksten und ältesten Bäume,
    deren Wurzeln bis tief in die Erde reichten,
    verloren die Blätter.
    Alle Brunnen und Flüsse,
    alle Quellen und Bäche waren vertrocknet.

    Nur eine einzige Blume war am Leben geblieben,
    denn eine ganz kleine Quelle gab noch ein paar Tropfen Wasser.
    Doch die Quelle war am verzweifeln:
    „Alles vertrocknet und verdurstet und stirbt.
    Ich kann doch nichts mehr ändern.
    Wozu soll es noch sinnvoll sein,
    dass ich die paar Tropfen aus der Erde hole und auf den Boden fallen lasse?“

    Ein alter Baum stand in der Nähe.
    Er hörte die Klagen und sagte zu der Quelle,
    „Niemand erwartet von dir,
    die ganze Wüste zum Grünen zu bringen.
    Deine Aufgabe ist es,
    einer Blume Leben zu geben.
    Mehr nicht.“
    Dann starb auch er.

  9. Beate Krafft-Schöning

    Längst überfällig! Was sind zehn Jahre im Leben eines Opfers? Im Gegensatz zum Täter hat ein Opfer lebenslänglich. Aber, und diese Frage sollte man ganz zu Beginn der Debatte stellen … Ist das denn überhaupt so gewollt? Ein Blick in die Gesetzgebung oder auch Budgets in diesem Bereich (z.B. Prävention, Opferhilfen) sprechen eine mehr als deutliche Sprache, oder nicht? Und ein Blick ins Internet beantwortet die hier vielleicht noch gerade offenen Fragen ganz schnell. Ich denke, die Stimmen der Opfer sind noch viel zu leise …

    Beate Krafft-Schöning

  10. Helga Eckert

    diese Pedition, sollte jedes Opfer unterstützen!! diese Täter!!!! laufen immer noch frei rum !!!
    Politiker fördern diese Täter, sie können weiter sexuell missbrauchen …
    wieviele Opfer wären verschont geblieben? wenn die Regierung endlich mal richtiges tun würde, genau genommen sind sie Mittäter, weil sie nichts für diese Opfer tun!

  11. Helga Eckert

    Hallo, bin sehr froh, dass Sie das tun, vielleicht sollten Sie mal “im heim forum” über 1000 Mitglieder-oder vom Verein ehemaliger Heimkinder unterstützen lassen.

    Grüsse Helga Eckert

  12. Ulrike Rost

    Hallo,
    ich schließe mich allen anderen an. Das ist unmöglich dass die Täter noch geschützt werden. Ich selber bin missbraucht worden und habe dadurch einen behinderten Sohn, soll mir mal jemand sagen, dass ich keine Hilfe brauche? Dadurch werde ich mein Leben lang an das Geschehene erinnert!!!! Opferentschädigung gibt es auch nicht, da zu der damaligen Zeit (1967) eine MDE von mindestens 50 % erforderlich ist! Diese Gesetze sollen heute sich unsere Politiker einmal durchlesen und sich dann damit auseinandersetzen was ein Opfer auszuhalten hat!!! Eine Schande unser Staat!!!! Jeder will doch Gerechtigkeit oder?

    Liebe Grüße Ulrike Rost

  13. "Teddybär"

    Ich bin 36 Jahre alt und kann immer noch nicht richtig über meine Vergangenheit sprechen. Ich bin dabei alles aufzuschreiben. Nur durch die sogenannten “Spätfolgen” kann ich noch nicht richtig darüber sprechen. Mein “Vater” war Beamter und ein recht angesehener Mann in seinem Wohnort. Obwohl ich seit meinem 18. Lebensjahr keinen Kontakt zu ihm habe, hatte er mich noch lange im Griff. Nun ist die Zeit der Verjährung rum und ich kann nichts mehr machen. Im Gegenteil ich habe Angst wenn er erfährt das ich das Buch schreibe und er mir dann Steine in den Weg legt. Opfer werden zu Tätern und Täter werden zu Opfern. Es wäre schön wenn sich das ändern würde.
    Noch eine Frage: Ist meine Mutter die zugeschaut hat nicht auch Täterin?
    Das beschäftigt mich sehr lange!!!!!!!!!

    Alles liebe euer Teddybär!!!

  14. Reinhard Wolff

    Werter Herr Denef,
    ich finde es mutig , dass sie nach langer Leidenszeit den Mut fanden, über diesen Missbrauch zu berichten und aus diesem Grund unterschrieb ich auch die Petition an den Bundestag. In meiner näheren Verwandtschaft wurde ein Mädchen vor vielen Jahren von einem “guten” Freund der Familie missbraucht, was damals leider auf Grund verschiedener Umstände nicht von der Staatsanwaltschaft Delitzsch weiter verfolgt wurde. Damit dieses auch später mit Namen und Anschrift genannt werden darf, ist der zweite Grund für meine Unterschrift.
    Viel Erfolg im weiteren Kampf gegen die Ignoranz der Behörden und Gesellschaft.

    Reinhard Wolff
    (Kreuma, Kreis Delitzsch)

  15. Felix Schumann

    Hallo,
    Ich hab mir mal ihre Kommentare durchgelesen. Ich denk die Argumentation ist schlüssig. Dadurch, dass die Opfer oft auch nach der Tat noch sehr lange unter dem Einfluß der Täter stehen (z.B. durch familiere Bindungen) dauert es einfach schon ewig, bis ein Opfer überhaupt den Mut findet zu sprechen. Wenn es dann auch noch mit einer Klage rechnen muss, sobald es Namen nennt, ist das einer Öffnung und aktiven Aufarbeitung bestimmt nicht dienlich. Diese sehe ich aber ab einer bestimmten Schwere der Tat als unabdingbar an, um in ein “normales” Leben zurück zu kehren. Dementsprechend bin ich der Meinung sollte der Gesetzgeber hier einer Öffnung nicht im Wege stehen.
    Auf der anderen Seite, muß ich sagen, sollte tatsächlich jemand so bescheuert sein und eine andere Person zu unrecht einer solchen Tat bezichtigen, muss dies entsprechend hart geahndet werden. Dies betrifft besonders das Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Der gesellschaftliche und berufliche Schaden wäre meines Erachtens nach nämlich verheerend, selbst wenn es zu einem Freispruch kommt. Zugegeben, dies hat nur wenig mit der Problematik der Verjährung zu tun, ist aber ein Aspekt, der ebenfalls in die Überlegungen mit einbezogen werden sollte.
    Ähnlich verhält es sich damit, dass die Täter nachweislich oftmals selbst Opfer waren. Sie sind oftmals keine schlechten Menschen, sondern einfach nur selbst psychisch massiv geschädigt. Natürlich entschuldigt dies nichts, sollte aber in der Rechtssprechung Beachtung finden.
    Viel Erfolg weiterhin.

    Felix Schumann

  16. Johann L. Beckers

    Schluss mit dem Missbrauch in den Kinderheimen.
    In diesen verschleierten Massenanstalten, psychischem Terror, wird der sexuellen Gewalt Tür und Tor geöffnet. Das Jugendamt ist Mittäter und unterstützt dieses System, ohne dafür in Rechenschaft gezogen werden zu können.

    Johann L. Beckers
    Mönchengladbach

  17. Suse

    Hallo,
    ich bin ebenfalls Mitte Vierzig und die Amnesie fing erst mit Anfang Vierzig an zu bröckeln. Jetzt wird der Horror fassbar, jetzt ist er wieder da, unentrinnbar, immer mehr zeigt sich …
    Es ist nicht einzusehen, dass Mord unverjährbar ist, aber Gewalt an Kindern verjährt! Ist das letztere nicht das schlimmere Verbrechen? Denn das ist für das Opfer nicht in ein paar Minuten oder Stunden vorbei … Und wurde so oft begangen, immer wieder und wieder …
    Suse

  18. Judith

    Ich bin Opfer sexueller Gewalt. Lange Jahre hatte ich keinerlei Erinnerungen an das Grauen in meiner Vergangenheit. Als erste Erinnerungen zu mir durchdrangen, stand die Verjährungsfrist schon unmittelbar bevor. Zu diesem Zeitpunkt benötigte ich so viel Hilfe, dass eine Anzeige der an mir verübten Straftaten nicht in Frage kam.
    Auch heute noch – lange nach der Verjährungsfrist – bin ich auf therapeutische Unterstützung angewiesen. Ich bin weit entfernt davon wieder ein ansatzweise „normales“ Leben führen zu können.
    Ich hatte nie die Chance als Gewaltopfer die Justiz des Staates in dem ich lebe für mich in Anspruch zu nehmen.
    Für einen Täter gilt das Motto: Je mehr Gewalt und Einschüchterungen er einem hilflosen Wesen aufzwingt um so sicherer kann er sich sein, dass das Opfer sich nicht schnell genug von den traumatischen Ereignissen erholt und er als Täter keine Konsequenzen befürchten muss.
    Verjährungsfristen in Gesetzen, die im Zusammenhang mit sexueller Gewalt stehen, haben aus meiner Sicht nichts mit Gerechtigkeit zu tun.
    Ich wünsche mir vom Gesetzgeber, dass er die Besonderheiten bei dieser Art von Straftaten berücksichtigt und Verjährungsfristen abschafft. Deshalb habe ich diese Petition unterschrieben.

    Judith

  19. Jürgen Mülller

    Als Partner habe ich gesehen, welche Spätfolgen SMB bei Menschen noch nach Jahrzehnten auslöst. SMB ist Mord (!) an der Seele der Opfer und es ist nicht einzusehen, das diese Taten verjähren, die Täter ungestraft weiterleben dürfen und die Überlebenden aus dieser Hölle ihr Leben lang kaum entrinnen können. Die offiziellen Zahlen gehen davon aus, das zwischen 25 und 30 Prozent aller Frauen Missbrauch erlebt haben und ich sehe nicht, das dieses Thema entsprechend in der gesellschaftlichen Debatte gespiegelt wird. Auch wenn ich selber nicht missbraucht wurde und wahrscheinlich nicht einmal ansatzweise die Dramatik nachfühlen kann, wird mir schlecht, wenn ich sehe, dass die Seelenmörder fröhlich weiter ihr Unwesen treiben können.

  20. Bernd Wohlgethan

    Sexueller Missbrauch ist für mich die mit Abstand schlimmste Tat überhaupt, weil die Opfer - wie man seit langem weiß!!! - den Rest ihres Lebens davon verfolgt werden.
    Leider kommt NICHT ihnen sondern den Tätern jegliche Hilfe zu.
    Ich bin auf jeden Fall zunächst für Resozialisierung von Tätern. NICHT JEDOCH UM JEDEN PREIS!!! Es scheint einfach Menschen zu geben - warum auch immer - die sich FÜR ein kriminelles Leben entscheiden. Und dann sollen sie auch die Verantwortung für ihre Taten übernehmen. Solche Menschen haben in meinen Augen irgendwann Hilfsangebote verwirkt!
    Kümmert euch in diesem Land ENDLICH um die Opfer und ihre Angehörigen - es ist beschämend: was denkt sich der Gesetzgeber?!?!? Ich bin fast täglich entsetzt über Gerichtsurteile in unserem Land!!

  21. Jens Finkhaeuser

    Ich kann mich allen Kommentaren, allen voraus dem von Herrn Juergen Mueller (ich stecke in derselben Situation), nur anschliessen.

  22. Edith Janczak

    Hallo,
    auch ich bin als Kind 5 Jahre von einem katholischen Priester mißbraucht worden. Erst vor 6 Jahren mit 43 habe ich angefangen mich mit dem Thema auseiander zu setzen, nachdem ich seelisch schwer krank geworden bin. Mein Mann und meine beiden Töchter waren erleichtert, als sie den Grund für meine jahrelangen Depressionen und psychosomatischen Erkrankungen erfahren haben. Meine kleine Familie hat mich super unterstützt. Das hätte ich mir damals von meinen Eltern auch gewünscht. Nach meinem Geständnis mit 15 Jahren wurde der Täter zu uns nach Hause eingeladen und hinter verschlossenen Türen wurde beschlossen, dass er mich in Ruhe lässt. Er kam weiterhin Sonntags zum Essen und ich musste auch weiterhin in der ersten Bank sitzen und an den kirchlichen Aktivitäten teilnehmen. Diesen Verrat kann ich meinen Eltern nicht verzeihen. Mein Vater ist vor 30 Jahren gestrorben, der Täter ist auch längst tot und mit meiner Mutter kann ich nicht mehr darüber reden, weil sie vor 17 Jahren einen Schlaganfall erlitten hat und nicht mehr sprechen kann. Mit dem Priester aus der heutigen Gemeinde? Mit dem Papst? Meine Seele ist immer noch zerrissen und ich kämpfe jeden Tag, auch wenn es nach den Therapien schon besser geht. MEHR HILFE FÜR DIE OPFER BRAUCHEN WIR AUF DER WELT!!!

  23. Teddybär (Jörg R.)

    Hallo,
    die Spätfolgen haben mich wieder einmal eingeholt!
    Obwohl ich seit dem 17.08.2007 durch meinen Eintrag zum Thema “Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben” anders mit diesem Thema umgehe, habe ich auch die letzten Tage wieder mit den “kleineren” Spätfolgen zu kämpfen!
    Ich hatte mich nach langer Zeit in eine Frau verliebt, diese sagte mir dann nach ein paar Treffen, ich seihe ihr zu weich und zu sensibel! So ein Mist! Diese Spätfolgen kommen vor kein Gericht.
    Aber die Täter werden geschützt und wer macht mich hart und stark?

    Euer Teddybär

  24. Anonymous

    Lieber Herr Denef,

    Ihre Petition habe ich gern unterschrieben, da ich Ihr Anliegen für ausgesprochen wichtig halte.
    Auch ich bin von Missbrauch betroffen, mein Vater hat mich als Kind vielfach vergewaltigt. Als ich einen meiner Brüder um Hilfe bat, hat er mich ebenfalls missbraucht. Mein Vater ist inzwischen verstorben, meinen Bruder habe ich konfrontiert. Er leugnet alles und hat mir rechtliche Schritte angedroht. Ich weiß also sehr gut, wie es sich anfühlt, wenn man trotz aller Wut im Bauch seinen Mund halten muss, so wie man ihn ja schon Jahrzehnte halten musste (mein Bruder hat mir damals mit dem Tod gedroht, so dass ich meinen Missbrauch verdrängt und erst vor zweieinhalb Jahren mit Anfang 40 erinnert habe). Gerade für uns Späterinnernde ist die derzeitige Gesetzeslage eine Katastrophe, aber natürlich auch für all jene, die aus Angst und Scham nicht wag(t)en, sich jemandem anzuvertrauen. Mir ist es noch sehr wichtig, Ihnen mitzuteilen, dass Sie, auch wenn Sie sich heute ausgegrenzt fühlen, nun so etwas wie eine neue Familie bekommen haben. Ihr Engagement macht vielen Menschen Mut, endlich über ihre Missbrauchserfahrungen zu sprechen und dadurch auch die Anerkennung als Unrecht und ein Verstehen der Betroffenen in der Gesellschaft zu vergrößern. Sie sind in Ihrer Offenheit und Ihrer Kampfbereitschaft ein Vorbild für viele Menschen geworden. Auch wenn sich nicht jeder persönlich an Sie wendet, so sind doch viele Männer und Frauen auf Ihrer Seite. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Sie diese positive Energie spüren und sich von ihr stärken lassen. Und ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg in Ihrem eigenen Heilungsprozess.

    Auch ich möchte, wie so viele, anonym bleiben …

  25. Serpil Maglicoglu

    Lieber Herr Denef,

    ich grüsse Sie herzlichst und schliesse mich sehr gerne Ihrer Forderung, die Verjährungsfrist bei sexualisierter Gewalt an Kindern aufzuheben, an.

    Laut dem Bundeskriminalamt sind:

    Ein Drittel der “Missbrauchsopfer” jünger als 6 Jahre,
    Ein Drittel 6- 12 Jahre
    Ein Drittel 13 - 18 Jahre alt.

    Das bedeutet für viele Kinder, dass, wenn sie so weit sind, sich mit ihren Verletzungen auseinandersetzen zu können und jeder Mensch hat das Recht auf so viel Zeit, wie er oder sie braucht, um sich einem solch schwerwiegenden Trauma zu nähern, hat in vielen Fällen die Verjährung bereits stattgefunden.

    Politiker müssen sich fragen, was diese Verjährungsfrist im Fall von sexualisierter Gewalt an Kindern bedeutet und welche Auswirkungen es hat.

    Ist die Botschaft an TäterInnen, die mit einer Verjährung im Fall von sexualisierter Gewalt an Kindern einhergeht nicht die Folgende?

    Je junger das Kind, um so kleiner das Risiko für dieses Verbrechen belangt zu werden.

    Da die Chance, dass die Tat innerhalb der Verjährungsfrist zur Anklage gebracht wird, bedingt durch das Alter des Kindes verringert wird.

    Ich wünsche Ihnen und allen MitstreiterInnen viel Erfolg.

    Herzlichen Gruss
    Serpil Maglicoglu
    Autorin
    http://www.von-der-seele-schreiben.de

  26. Cornelia B.

    Ich unterstütze diese Petition mit meiner Unterschrift, weil ich finde, dass unsere Gesellschaft ein klares Signal setzen muss. Für den Heilungsprozess eines sexuell missbrauchten Menschen ist es wichtig, dass er angehört und verstanden und als Opfer anerkannt wird. Das schmerzliche Thema muss auf den Tisch. Das Opfer, der Täter und die Gesellschaft brauchen die Gelegenheit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Für mich ist es ganz offensichtlich, dass auch der Täter als Kind einmal Opfer war (nicht zwangsweise Sexual-Opfer). Das entschuldigt nicht seine Tat, erklärt aber, wie wichtig Aufarbeitung für die ganze Gesellschaft ist.

    Lieber Teddybär (Jörg R.),
    werde stark, aber nicht hart! Ich wünsche Dir Heilung Deiner Verletzungen und dass Du Deine große Liebe triffst.

    Cornelia

  27. Sylvia P.

    auch ich habe sofort unterschrieben, als ich heute von dieser Petition erfahren habe.
    Es ist eine bodenlose Sauerei von unserem Staat für solche Taten eine Verjährungsfrist zu setzen.
    Der Staat nimmt vielen die erst sehr viele Jahre später drüber sprechen können, jegliche Chance, den Täter zu verklagen. Dadurch werden meiner Ansicht nach die Täter geschützt und die Opfer bestraft.
    Pfui, die Politiker, die diese Gesetze entworfen haben, sollten sich was schämen.
    So wie so finde ich die ganze Gesetzeslage bezüglich sexueller Gewalt einfach nur lächerlich. Oft heißt es, dass ein Täter durch psychische Erkrankungen, Drogen oder Alkohol nicht schuldfähig ist und wird wieder auf die Menschheit losgelassen.
    Ich finde, kein Mensch hat das Recht, einem anderen so dermaßen zu schaden, egal ob irgendwelche Drogen oder Krankheiten.
    Und noch weniger darf der Staat das Recht haben, die Täter zu schützen und die Opfer zu bestrafen.

    Herzliche Grüße

    Sylvia

  28. Gerhard Heussner

    Ich bin der Meinung, dass es für diese Verbrechen keine Verjährungsfrist gibt.

  29. Anna

    Hallo,

    vielen Dank für diese Petition! Ich habe noch nie eine unterschrieben, aber diese sofort! Gern würde ich Freunde zur Unterschrift auffordern, aber viele würden dann den Zusammenhang zu meiner Person erkennen und ich möchte mich nicht als Opfer zeigen.
    Ich bin 22 und habe mich vor einem Jahr erinnert. Ich habe meinen Erzeuger angezeigt, aber die Anzeige zurückgezogen, weil ich Angst vor Konfrontation mit ihm und seiner riesigen Familie habe und es sein könnte, dass er sich suizidiert.
    Ich brauche sicher noch MEHR als 10 Jahre um ihn wirklich anzuzeigen! Deshalb ist diese Petition so wichtig!
    - und wenn ich mir das so überlege - ich glaube einigen Freunden erzähl ich doch von der Petition!

    Herzliche Grüße

    Anna

  30. Mala

    … ich bin jahrelang sexuell missbraucht worden (bis ich 12 Jahre alt war). Nicht nur ich sondern auch meine Zwillingsschwester und mein kleiner Bruder. Ich kann mich nicht mehr mal daran erinnern wann es angefangen hat, denn es war schon “normal” für uns. Es war ein Freund von meinem Vater. Ich bin nun 28 Jahre alt und hatte in meiner Jugend viele Probleme damit, heute teilweise immer noch. Ich habe ihn bis heute nicht angezeigt. Ich weiss, dass er jetzt eine Familie hat mit zwei Kindern. Am liebsten würde ich ihn anzeigen … aber ich weiss, dass es nichts bringt, wegen dieser Verjährungsfrist.

  31. Igelchen

    …auch ich bin ein Opfer, allerdings wurde mein Peiniger bestraft. Aber geht es mir deswegen besser, weil ich weiß, dass der “arme” Mann 2,5 Jahre im Gefängnis war um sein Handeln zu überdenken? Ich frage mich immer wieder, ob seine 2,5 Jahre für mein Lebenslänglich seelisch gestört ausreichen.
    Die Sorge des Staates um mich als Opfer hielt sich stark in Grenzen. Ein bisschen malen beim Psychologen und schon war ich “geheilt”, erfolgreich auf Zeit verdrängt - das war es wohl eher. Ja und um den Täter, da hat man sich auch gesorgt. Dem war es wohl wichtig mich nachdem er wieder raus war noch mal zu sehen. Wie kam er nur an meine Adresse, wenn nicht aus den Gerichtsakten…

    Natürlich bin ich gegen Verjährungsfristen für Straftaten und unterstütze daher gerne diese Petition. In der Hoffnung, dass Kindesmissbrauch und Vergewaltigung in Zukunft nicht mehr als Tabu Thema gehandhabt wird und der Staat ein klares Zeichen setzt.

    Ich fühle mit den verletzten, ob ihr nun schweigt oder anzeigt!

  32. Sabrinschen

    …auch ich bin ein Opfer. Meine Schwester und ich wurden im Kinderheim missbraucht. Das ist viele Jahre her, aber nun werden wir dagegen angehen.

    Natürlich sind auch wir für diese Petition!

  33. Michael Tfirst

    Hallo Norbert!

    Da ich aus Österreich bin, habe ich eine so ähnliche Petition in Österreich auf der Homepage
    http://www.gegensexuellegewalt.at/2007/10/petition-2/
    unterschrieben.

    In meiner Kinder- und Jugendzeit bin ich mehrmals von kath. Kirchenleuten sexuell missbraucht worden, dadurch litt ich seit dem 15. Lebensjahr 33 Jahre lang an Bulimie. Drei Gelenke luxieren deswegen auch permanent und ich habe keinen Zahnschmelz mehr. Wegen der vielen Luxationen gab ich nach 30 unfallfreien Fahrjahren freiwillig meinen Führerschein ab. In Berufsunfähigkeitspension bin ich auch schon (plus Pflegestufe 1). Kardinal Schönborn gab mir € 3.700,- Schmerzensgeld. Mein Name ist Michael Tfirst, ich bin fast 52 Jahre alt und ich lebe in Wien. Zurzeit geht es mir gesundheitlich sehr schlecht (öfters Erstickungsanfälle, wegen der langen Zeitdauer der Bulimie), meine Gattin und meine drei Söhne haben Angst um mich, dass ich draufgehe.

    Näheres ist auf meiner Homepage zu lesen:

    http://michaeltfirst.blogspot.com/

    Ich berichte auf meiner Homepage u. a., dass ich bei den Schulbrüdern in der 1. Klasse Volksschule schon den 1. sexuellen Missbrauch erlebte, weitere Missbräuche sollten folgen. Wegen Kardinal Groer machte ich als Kandidat im Benediktinerstift Göttweig zwei Selbstmordversuche.

    Ich berichte aber auch auf meiner Homepage über viele andere sexuelle Missbrauchsopfer durch kath. Kirchenleute und der Schulbrüder. Einen ebenfalls sehr gravierenden Fall von den Schulbrüdern dokumentiere ich mit Zeitungsartikel, Polizeiberichten, Gutachten usw., usf. Es gelang auch in diesem Fall der kath. Kirche mit Verbindung des Konkordates die österreichische Justitia erblinden zu lassen. Die kath. Kirche ist eben zu mächtig. Nach einem fast 15jährigen Kampf der Familie mit der kath. Kirche ist Herr Nowatschek, der Vater des Opfers, am 17.11.2007 verstorben. Die Kirche konnte sich bis jetzt drücken, Schmerzensgeld zu bezahlen.

    MfG
    Michael Tfirst

    P.S. Ich danke Dir von Wien aus, dass Du so unermüdlich in dieser Sache als Mahner, Aufdecker und Aufklärer (über die Spätfolgen) unterwegs bist.

  34. Michael P.

    Sehr geehrter Herr Denef,

    ich bin beim gezielten Suchen im Internet auf Sie gestoßen und somit auf Ihre Petition.

    10 Jahre lang wurde ich von einem Priester sexuell missbraucht. Ich weiß bis heute nicht, warum ich das so lange zugelassen habe – meine Persönlichkeit wurde durch die erlebte sexuelle Gewalt zerstört. 18 Jahre lang habe ich geschwiegen. Dennoch bin ich froh, dass ich vor seinem Tod - aus eigener Kraft - den Bruch vollziehen konnte und ihn zu diesem Thema auffordern konnte Stellung zu nehmen.
    Diverse Therapieversuche endeten erfolglos. Weil niemand an dieses Thema ernsthaft heran wollte. Ein christlicher Therapeut sprach davon, dass ich ja auch meinen Spaß dabei hatte. Ein Ordensmann, dem ich mich in größter Not noch vor der Wende anvertraute, meinte: “Wer so stark leiden kann - der muss auch tief liegen können”. Verantwortliche für den Priesterzweig wussten alle davon und schauten weg. Das alles eingebunden in eine geistliche Bewegung - die Maria und die Reinheit sehr in den Vordergrund stellte.

    Der Priester war ein Schulfreund meines Vaters, wurde fast jeden Sonntag zum Essen eingeladen, hatte einen Schlüssel zu unserem Gartengrundstück.

    Am Sterbetag seiner Mutter bat er meine Mutter ob ich die Nacht bei Ihm bleiben dürfte. Da habe ich das erste Mal einen toten Menschen gesehen. Er spendete die Sakramente im Krankenhaus und fuhr nach Hause, stellte eine Flasche Weinbrand auf den Tisch - als Zeichen der Freude und Auferstehung - danach ging es in die Badewanne - den Rest erspare ich Ihnen.

    Er ist zum Glück ein paar Jahre nach der Wende gestorben. Ich trat noch einmal zwei Tage vor seinem Tod an sein Krankenbett und sagte Ihm, wie sehr er mich verletzt hat. Auch die Beziehung zu der Frau, die ich wirklich liebte, viel seiner Eifersucht zum Opfer.

    Er hatte es nicht einmal geschafft sich zu entschuldigen.

    Ich merke jetzt, dass ich nach wie vor in alten Mustern verharre und mich wieder nur durch andere missbrauchen lasse.

    Ich habe zwei Fragen:

    1. Der Täter ist seit ca. 16 Jahre verstorben, ist die Verjährungsfrist versäumt?
    2. Kann man einen Verstorbenen Priester überhaupt anzeigen.

    Ich hab viel probiert, das hat niemand ernst genommen! Ich habe die Zeit mal wieder verpennt, weil ich Rücksicht genommen habe auf die Kirche und erst seit kurzen überhaupt offen darüber reden kann. Auch ich habe mich dafür geschämt. So etwas erzählt man ja nicht gerne seinen Freunden, die teilweise noch heute in der Gemeinde von diesem Priester schwärmen. Ich bin oft weggegangen, weil ich es nicht ausgehalten habe, aber wie weit konnte man in der DDR denn weggehen - er ist mir immer gefolgt. Als ich dennoch eine Frau fand, die ich wirklich liebte, ist er wie ein eifersüchtiger Liebhaber aufgetaucht und hat mir unter dem Deckmantel der so hoch gelobten Reinheit Szenen gemacht. Was denken Sie wie lange das eine Frau mitmacht. Wir waren verlobt und er wusste genau wie er mich moralisch unter Druck setzen konnte. Die Wahrheit konnte ich meiner Verlobten nicht sagen, aus Angst-, Scham- und Schuldgefühlen.

    Ich habe so eine Wut im Bauch, dass ich irgendetwas machen muss, um dieses Schweigen zu brechen - auch wenn es zu spät ist.

    Ich würde gerne die Staatssicherheitsakten von dem Priester öffnen lassen und auch mal schauen ob in meiner Akte Hinweise vermerkt sind.
    Es gab kurz nach der Wende eine Mitteilung eines Mitgliedes vom “Neuen Forum”, der den Pfarrer warnte diese Akte je zu öffnen. Ich glaube der Staatssicherheitsdienst wusste gut bescheid.

    Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Mut machende Arbeit.

    Michael P.

  35. Beate W.

    Ich kann eigentlich nur immer wieder fragen: Wann verjährt der Missbrauch in mir…???
    Wann endlich hört das auf?
    Wann verjährt der Mißbrauch endlich in meiner Seele???
    Der Täter hat mit Sicherheit kein Problem… und wieviele Mädchen hat er und wird er noch mißbrauchen…???
    Das es überhaubt eine Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch / sexueller Gewalt gibt, ist ein SKANDAL…!!!

  36. Armin G.B. Schupp

    Längst überfällig! Natürlich bin ich gegen Verjährungsfristen für Straftaten und unterstütze daher gerne diese Petition.

    Ich finde, dass unsere Gesellschaft ein Signal setzen muss und denke, dass es für den Heilungsprozess eines sexuell missbrauchten Menschen wichtig ist, dass er angehört und als Opfer anerkannt wird.

    Dieses noch so schmerzliche Thema muss auf den Tisch. Das Opfer, die Täter und die Gesellschaft brauchen eine Gelegenheit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

    Dass es überhaupt eine Verjährungsfrist gibt, ist ein SKANDAL!

  37. Barbara H.

    Ich schließe mich der Petition an, da eine Verjährungsfrist die Täter praktisch auffordert, ihre Opfer schwerstmöglich zu traumatisieren, um eine Anzeige zu verhindern. Ich selbst weiß nicht einmal, ob ich betroffen bin, ich habe keinerlei Erinnerungen, dafür aber seit der Kindheit eine breite Palette an Trauma-Spätfolgen. Sollte ich mich irgendwann erinnern können, möchte ich, dass der Urheber sich verantworten muss, egal ob in 10, 20, 30 Jahren oder noch später.

  38. h.l.

    Hallo,

    ich finde auch dass die Verjährungsfristen fallen müssen.
    Ich stütze mich hier nicht nur auf die Traumatologie und die Amnesien, die vor allem Opfer frühkindlichen Missbrauches haben, sondern auch auf Forschungsergebnisse und Studien. Ich kenne keine Zahlen, aber ich kann sagen, dass es vor allem die Opfer hart trifft, die ihre Amnesie erst viel später erkennen und erst spät Erinnerungen haben. Es kann in der Tat nicht sein, dass die Gesellschaft weiterhin für die Therapiekosten aufkommen muss. Es muss Opfern erleichtert werden, auch im finanziellen Sinne Gerechtigkeit zu erlangen und finanzielle Entschädigung zu bekommen, um Therapie und Arztkosten decken zu können. Das Gesundheitssystem würde somit um einiges erleichtert werden.

    In dem Sinne hoffe ich, dass die Petition etwas erreichen kann!

  39. Sabine Diel

    Hallo,

    ich habe eine gute Freundin bei mir aufgenommen, die jahrelang im Kindesalter vom eigenen Vater missbraucht wurde. Erst vor einiger Zeit kam es ans Tageslicht, die Traumabewältigung steht noch an. Die Schäden die so ein Mensch ertragen muss sind mit nichts vergleichbar. Immer wieder erlebe ich wie die Täter zu Opfern werden und die eigentlichen Opfer zu Tätern abgestempelt werden! Die Familie hat sich abgewandt, die Menschen stehen alleine in ihrem Trümmerhaufen aus Angst und verlorener Lebenslust. Ich weis was es heißt einen traumatisierten Menschen tagtäglich zu erleben, deshalb unterstütze ich diese Petition!!!

    Es muss ein Ende haben, unsere Gesellschaft darf auch nicht weiter wegschauen!

    Der Staat nimmt diesen Menschen die erst sehr viele Jahre später sich erinnern und darüber sprechen können, jegliche Chance auf Schadensersatz und/oder den Täter zu verklagen. Jeder der so ein Gesetz unterstützt handelt menschenunwürdig! Und noch weniger darf der Staat das Recht haben, die Täter zu schützen und die Opfer zu bestrafen. Vielleicht ist das der Grund warum die Missbrauchsrate in unserem Land so sehr steigt!!!

  40. Juliane

    Hallo,

    ich habe die Täter angezeigt und ich hatte immer im Nacken, seitdem die Verjährung geändert wurde, dass sobald ein Beischlaf vollzogen wird ein schwerer sexueller Missbrauch vorliegt und wenn dieser in der Kindheit war, wird ab dem 18. Lebensjahr 20 Jahre dazugerechnet, sprich, wenn jemand 38 ist hat er Pech gehabt…das finde ich grausam. Ich glaube nicht, dass eine 20 jährige Frau, die grade dem Horror entfloh, fähig ist den Täter anzuzeigen, vor allem in der Gewissheit, ihm gegenübertreten zu müssen.

    Ich finde es längst überfällig, dass zu ändern.

    Als ich in einer Bürokauffrauumschulung war habe ich gelernt, dass jemand der Schulden hat eine längere Verjährungsfrist hat als ein Gewalttäter. Nur weil es um das ‘Heiligste der Wirtschaft geht, - das Geld’. Ich erlebe dies als beschämend für Deutschland.

    Juliane

  41. fränze

    Hallo,

    wer denkt es sollte eine Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch geben - dem wünsch ich einen Abend in der Gesellschaft von Vergewaltigern mit richtig miesen Fantasien.
    Denn egal wer so einen Vorfall schon mal erlebt hat, sein Leben wird nie mehr wie vorher sein!!!

    ES IST EGAL OB KIND ODER ERWACHSENER - AUF DER SEELE DES MENSCHEN BLEIBEN TIEFE NARBEN ZURÜCK!

  42. Helge Nyncke

    Ich unterstütze die Petition ausdrücklich, möchte aber darauf aufmerksam machen, dass man nicht immer erst dann aktiv werden darf, wenn wieder einmal ein Kind in den Brunnen gefallen ist. Es geht auch nicht nur darum, denjenigen zu belangen, der den Brunnen offen gelassen oder erbaut hat - das Wichtigste ist, ihn ein für alle mal zuzuschütten! Wenn man also erkannt hat, dass sexueller Missbrauch vor Allem dort vorkommt, wo autoritäre und menschenfeindliche Machtstrukturen herrschen, die immer wieder neue Täter produzieren werden, dann gilt es, diese Strukturen zu entlarven und zu bekämpfen, nicht nur ihre Symptome. Es ist kein Zufall, dass gerade unter dem schützenden Dach der Kirche derartige Verbrechen zu Hauf begangen wurden und werden. Es ist eine logische Folge ihrer inneren Strukturen. Religion entmündigt den Menschen und entlässt ihn damit aus der Verantwortung für das, was er tut. Das öffnet allen Spielarten von Machtmissbrauch Tür und Tor. Hier liegen die tiefen Ursachen, und hier hilft kein Reformieren und kein Besserungsversprechen, hier hilft nur abschaffen, und zwar konsequent. Alles Andere ist Augenwischerei, Verrat an allen zukünftigen Opfern und Selbstbetrug. Mein Motto in diesem Sinne heißt: gottlos glücklich!

  43. Margarete Köhler

    Ich beteilige mich mit an der Petition, weil ich Mutter einer sexuell missbrauchten Tochter vom eigenen Vater bin.
    Meine Tochter kann heute nach 12 Jahren noch nicht darüber reden. Ich schließe mich voll und ganz der Meinung von Herrn Beckers an, dass Jugendämter die Wegbereiter sind in dieser Sparte, weil sie an den Heimplätzen verdienen. Es gibt viele Mitarbeiter dort, die sind darauf aus, dass die Kinder möglichst preiswert gehalten werden, einmal weil sie selbst in ihrer Kindheit zu kurz gekommen sind und die Gelder aus dem selben Topf kommen wie die Beamtengehälter. Es sind oft Mitarbeiter, die selbst mit ihrem Einkommen nicht zufrieden sind und da müssen sie verhindern, dass die Opfer auch noch die finanzielle Opferhilfe erhalten.
    Ich habe es so erlebt, als ich die Unterschrift gegeben hatte, dass meine Tochter weg kam vom Vater und danach vom sexuellen Missbrauch nicht mehr die Rede. Den Täter hat man natürlich auch mit in die Unterschrift einbezogen und so konnte man alles drehen…

  44. Jassy

    Ich beteilige mich hier dran, weil ich selbst betroffen bin. Der Täter ist zwar verurteilt worden, “drei Jahre auf Bewährung”, na ja… Wenn es um Geld geht ist das Strafmaß immer größer und länger geahndet… Mich frustriert die ganze Situation. Wo ziehen diese Menschen denn dann Ihre Konsequenz, wo werden sie bestraft, was hab ich letztlich davon???

  45. eirelotos

    Wir müssen um unser Recht kämpfen…

  46. Dornröschen B.

    Ich bin der Meinung, dass ganz besonders eine Straftat an Kindern und Jugendlichen keine Verjährungsfrist(en) braucht.

    Ich selber bin mittlerweile 37 Jahre und Frührentnerin. Meine Erst – Erinnerungen beginnen ab dem 5.ten Lebensjahr. Misshandelt wurde ich über meine ganze Kindheit und Jugend hinweg – 365 Tage im Jahr der blanke Horror. Erst mit 20 Jahren gelang mir der Absprung aus dem „Elternhaus“.
    Heute leide ich an Angststörungen! Zu meinem Unglück bin ich vor einigen Jahren noch an Krebs erkrankt. Den Krebs habe ich besiegt, aber die Nebenfolgen sind gravierend.
    Es gibt keinen Tag, wo Kindheits- und Jugenderinnerungen quälend im Kopf umherkreisen, sei es nachts oder über den Tag.

    Nach Ostern werde ich bei der Polizei Strafanzeige stellen, auch wenn die Verjährung bereits eingetreten ist. Sollte es dennoch zu einem Prozess kommen, so würde meine Zwillingsschwester, als Zeugin für mich aussagen. Meine ein Jahr ältere Schwester mit der ich seid Jahren keinen Kontakt mehr pflege, da sie die Täter (beide Elternteile, Haupttäterin die Mutter) in Schutz nimmt äußerte neulich während meiner Kindheitsrecherche – in unverschämten Worten: „Mir ist doch nichts passiert.“ Unglaublich, aber wahr ! Ich habe vorzeitig das Gespräch beendet.

    Noch zu erwähnen sei – beide Geschwister lebten parallel zu mir in einem angenehmeren Erziehungsstil. Liebe, Wärme und Geborgenheit waren aber auch für sie Fremdwörter.

    Die Täter müssen angezeigt werden - Verjährungsfristen brauchen wir definitiv nicht!!

  47. Reinhold L.

    Hallo,
    erst seit drei Tagen ist meine Frau in der Lage, zunächst nur teilweise Inhalte Ihrer Leidenszeit “sexueller Missbrauch” an ihr im ungefähren Alter ab ca. 8 Jahren zu reden. In diesem Fall handelt es sich zunächst um einen Onkel George, der in der Familie bekannt war und somit sein Vertrautes Verhältnis ausnutzte bis Sie ca. 13-14 Jahre alt war. Erst da wurde Ihr klar das hier Unrechtes geschieht. Von Aufklärung keine Spur. Selbst der gelähmte Stiefvater vergriff sich, nur da konnte sie sich selbst befreien und entfernen. Die Mutter will nichts bemerkt haben. Der Jahreszeitraum war um 1959 - ca. 1965. Es ist anzunehmen, dass dieser Onkel weitere Mädchen (auch Nichten u. Enkel) aus seinem Freundes-/Bekannten-/Verwandten- und Familienkreis missbraucht hat. Möglicherweise sind Kindschwangerschaften hervorgegangen? Möglichweise sind Kinder deswegen plötzlich verschwunden oder verstorben? Der besagte Onkel begang seinen sexuellen Missbrauch und Geschlechtsverkehr sogar bei Anwesenheit seiner kranken Frau im Nebenzimmer. Heute lebt dieser Mann nicht mehr. Seine Kinder sind teilweise auch schon verstorben. Zwei Enkelsöhne von Ihm sind uns noch bekannt. Wir brauchen mehr Gerechtigkeit, weniger Verjährungsfristen, und was noch wichtiger ist REHABILITATION der Opfer. Söhne und Enkel sind beruflich in sicheren Positionen und haben sicherlich Kenntnis über die Gräueltaten und Schweigen. Das Opfer hat nun fast 45 Jahre geschwiegen, bis es endlich den Mut aufbrachte das Schweigen zu brechen. Dennoch ist noch viel Aufarbeitung angesagt, sowohl für meine Frau als auch für mich. Noch hat kein Gespräch mit unseren Kindern stattgefunden. Hierzu wollen wir uns erst ärztlichen und psychologischen Rat und Hilfe holen. Verjährung in solchen Fällen ist fehl am Platz!!! Hier summieren sich Delikte und Verbrechen von Obhuts- und Fürsorgeplichtverletzungen, Missbrauch Schutzbefohlener, Ausnutzung des Umgangsrechts mit Kindern, Verhaltensmanipulationen an Kindern, Geheimhaltungsdruck und Schweigen zu Tabus, Vorsatz, Nötigung bis hin zu Androhungen gegen Leib und Leben. Und so etwas soll mit einer Verjährungsfrist enden?? Das darf nicht sein!!! Anzeigen, Urteile, Schadensersatz, Schmerzensgeld usw. bis hin zur Rehabilitation für das Opfer muss, solange das Opfer noch lebt und dazu in der Lage ist, immer möglich sein. Hierzu muss sogar die Möglichkeit geschaffen werden, dass die rechtmäßigen Nachkommen und Erben belangt werden können. Denn nur so wäre das Schweigen Mitwissender einzudämmen. Denn diese sind ja die Nutznießer aus den Hinterlassenschaften und tun so als wäre nichts gewesen, leben in saus und braus- ganz unbehelligt aller Schand- Gräueltaten, Vergehen und Verbrechen aus dieser Familie. Sexueller Kindesmissbrauch und aktiver Geschlechtsverkehr mit Kindern in diesem Alter, ist eines der schlimmsten Taten, die ein Erwachsener an Kindern begehen kann und für das das RECHT auf MENSCHENWÜRDE anzuwenden ist. Im weitern schließen wir uns allen die hierzu äußern an.
    I.R.L.

  48. Carola T.

    Sehr geehrter Herr Denef,

    ja ich unterstütze Ihre Petition!

    Ich möchte Ihnen nur einen kleinen Teil von meiner ruinierten Kindheit, dank der Jugendämter, Heime, Gerichte und Staat, erzählen. Ich wurde von meiner damals ledigen Mutter, einfach so weggenommen (geklaut). Ich durfte von Geburt bis zu meinen 7. Lebensjahr in einer Kindergulag verwahrlosen, Misshandlungen jeder Art waren inbegriffen.
    Als ich 7 1/2 Jahre alt war, verschacherten die Jugendämter mich zu “Pflegeeltern” (90% tun es nur fürs Geld, davon bin ich überzeugt), die schon über 50 Jahre alt waren. Ich wurde von diesem Mann seit meiner Ankunft sexuell genötigt und missbraucht. Ich fing schon von Anfang an, darüber zu sprechen, wofür ich immer Prügel mit Gegenständen bekam. Als ich 8 war, erzählte ich es einer Führsorgerin, sie guckte mich einfach an und sagte: “Über so was spricht man nicht.” Als sie wegging, kriegte ich Prügel, wurde in meinen Zimmer eingesperrt und bekam nichts zum Essen (genauso wie in der Kindergulag). Ich beschwerte mich beim Jugendamt, Kinderarzt, Freunde und Nachbarn. Ohne Erfolg. Mit 14 kam ich endlich von den Leuten weg, weil ich drohte aus dem 4. Stock des Jugendamtes, wo mein “Fürsorger” sein Büro hatte, zu springen. Ich wollte lieber sterben, als wieder zurückzugehen. Jedenfalls wurde ein Strafantrag gemacht. Ich wurde von einer Polizeipsychologin untersucht, sonst nichts. Nach 4 Jahren, ich war schon fast 18, bekam ich einen Bescheid vom Jugendgericht, wo ich in einer Woche hingehen musste um auszusagen.
    Herr Denef, in diesen 4 Jahren hatte ich keine psychologische Behandlung, ich konnte nur eins tun, um ebenso zu funktionieren, verdrängen. Ich hatte keine Chance, meine Zeugen vorladen zu lassen, ich hatte keinen Rechtsanwalt, einfach nichts. Ich konnte mich an ganz bestimmte Einzelheiten erinnern, die schlimmsten die mich immer in meinen Alpträumen begleiteten, aber nichts Kleines. Komischerweise fragte dieser Richter immer nach belanglosen Zeug, das mit der Sache überhaupt nichts zu tun hatte. Um ehrlich zu sein, ich war unter den Eindruck, dass man mir sowieso nicht glauben wird, weil ich ja ein “Heimkind” bin. Das Endresultat war, das Schwein wurde freigesprochen und die Sau kriegte wegen Kindesmisshandlung nur 2 Jahre auf Bewährung. Ich kriegte eine lebenslange Inhaftierung meiner Seele. Er ist schon tot. Als ich das erfuhr war ich so hocherfreut gewesen, dass ich eine Party zur Feier des Tages schmiss. Ich wurde auch in dem Heim schwer misshandelt, aber das ist eine andere Geschichte. Ich frage mich nur, weshalb hat es bis zu diesen Gerichtstermin 4 Jahre lang gedauert? Weshalb hatte man mir nicht die Chance gegeben für einen Anwalt? Weshalb durften “meine” Zeugen die es zum Gericht schafften (die Psychologin war auch da) nicht gegen dieses Schwein aussagen? Weshalb hatte man noch in den 70ern Jahren zwei verschiedene Jugendgerichte? Eins für die Familienkinder und eins für Kinder wie mich? Weshalb hatte man mich nicht wegen einer sog. Falschausage angezeigt? Weshalb hatte man meine seelischen Schäden, die ich anhand der Kindergulag und der “Pflegeeltern” erlitten habe und mit Genehmigung des Staates, mir in die Schuhe geschoben? Ja, ich hatte ein Küken getötet, aus reiner ohnmächtiger Wut, ja, ich schaukele hin und her und wetze meinen Kopf, ja ich erbreche mich viel und habe Schwierigkeiten am Gewicht zuzunehmen oder mein Gewicht zuhalten, ja ich habe Wutausbrüche, ja ich habe tägliche Suizidgedanken, ja ich habe Probleme mich zu konzentrieren und damit schlechte schulische Leistungen (IQ 134), ja ich habe Probleme mit Beziehungen, ja ich habe Probleme mit Vertrauen usw. Ich bin jetzt 51 Jahre alt und bis jetzt tue ich wieder verdrängen. Im Heim hatten diese Erzieherinnen uns kleine Kinder an die alliierten Soldaten vermietet. Ich habe so viele Filmrisse, ich weiß nicht ob ich auch schon damals ein sexuelles Opfer war, ich weiß nur, dass ich immer verprügelt wurde und gedemütigt, es war an der Tagesordnung.

    Ich habe seitdem ich 20 bin, fast kein deutsch mehr gesprochen, so habe ich mit der Grammatik ein bisschen Probleme.

    Vielen Dank fürs Zuhören. Ich wünschte, dass ich Ihren Mut und Stärke habe.
    Ich persönlich bin mit 20 Jahren aus Deutschland geflohen, weil ich in einem anderen Land wohnen wollte, das keine Jugendämter hat.

    Viel Glück

    Carola

  49. Karola Kunkelmoor

    Hallo,
    Auch ich unterstütze die Petition. Ich kann mich dem bereits Gesagten nur anschließen.
    Aufhebung der Verjährungsfristen ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Bei all den Beiträgen packt mich das Entsetzen, wie gut das Schweigegebot auch gesamtgesellschaftlich funktioniert.

    Ich wünsche mir und allen anderen Betroffenen Mut und Kraft diese Gräueltaten öffentlich zu machen. Dies wünsche ich vor allem allen TäterInnen, die genügend Mitgefühl und Empfindungsvermögen haben, um zu erkennen, was sie angerichtet haben. Denn diese können nur aus ihrem Gefängnis ausbrechen, wenn sie für ihre Taten einstehen.

  50. Mantel des Schweigens

    Es wird Zeit. Höchste Zeit. Ein Thread in einem anderen Forum hat mir noch mehr die Augen geöffnet, wie sehr mich der Missbrauch meines Vaters an meinen Geschwistern im Griff hält, wie sehr ich darunter leide, wie stark mich die Sucht nach Liebe im Griff hält, mir zwei mal den falschen Mann gezeigt hat, bis nun endlich mein Leben in Trümmern liegt. Esssüchtig, Computersüchtig, liebessüchtig und süchtig nach Selbstzerstörung. Und das alles, ohne dass mich ein Mann angefasst hat. Das alles nur, weil ich erfahren musste, dass mein Vater meine drei Schwestern versucht hat, zu zeigen, “wie lieb er sie hat”. Zwei waren stark genug, sich gleich zu Anfang zu wehren, die dritte nicht. Die hat er nun, mit fast 50 Jahren nur nicht mehr im Griff, weil ihr Freund sich davor stellt. Das, was mir am Meisten weht tut, ist das Schweigen. Die Person, die darüber offen redet, wird ausgegrenzt, von der Familie abgeschoben. Es fand ein jahrelanger Missbrauch statt, den eine Mutter und vier Geschwister mitgetragen haben durch die Schuld des Schweigens. Ich wurde mit 14 von meinen Geschwistern zur Verbündeten des Mannes gemacht, der uns alle versuchte, zu missbrauchen, wurde in den Ring des Schweigens mit aufgenommen, um meine Mutter, die das längst alles wusste, zu schützen, um “ihr”, das Überleben zu sichern. Weil sie nicht fähig war, etwas dagegen zu unternehmen, weil es ihr das Herz gebrochen hätte, wenn sie gewusst hätte, dass es weiter ging. Heute, nach 28 Jahren, frage ich mich: Was ist mit unseren Herzen? Meines, das weiß ich heute, ist vor 28 Jahren zerbrochen. Und bis heute ist es nicht mehr heil.

    Es gibt Menschen, die behaupten, dass unsereiner doch in der Lage ist, wieder ein “normales” Leben zu führen. Ich beantworte das mit einem klaren “Nein”. Man ist vielleicht in der Lage, zu funktionieren, sogar, für die Gesellschaft zu einem wertvollen, aktiven Menschen zu werden. Aber innerlich? Innerlich stirbst du jeden Tag ein Stückchen mehr. Innerlich suchst du immer wieder nach Möglichkeiten, dich selbst zu bestrafen, weil du missbraucht wurdest, geschwiegen hast, weil du es nicht wert bist, ein normales Leben zu führen, geliebt zu werden, geachtet zu werden. So sieht die Wahrheit aus. Dass du eine Therapie wegen Essstörungen machst und den Missbrauch verschweigst, weil du dich schämst, weil du von deiner Familie so abgerichtet wurdest, darüber zu schweigen. Dass du tagelang Kopfschmerzen hast, wenn über solche Themen diskutiert, berichtet wird, und du nicht weißt, woher diese Schmerzen kommen, denn du bist doch fit und ausgeschlafen…. Dass du immer mehr die Motivation am Leben verlierst, dich nie über deinen Körper freust, dich mit ihm wohl fühlst, dass es dir am wichtigsten wird, dass du über deinen Geist, dein Wissen anerkannt fühlst, aber bloß nicht über deinen Charakter, denn der ist schlecht. Der hat den Missbrauch zugelassen. “Der hat geschwiegen. Den Vater eingeladen? Hat der Papa denn nicht Recht? Ich hab es doch gewollt… Die Mutter betrogen. Wenn sie das erfährt, hat sie mich nicht mehr lieb. Mich kann man auch nicht lieb haben. Ich bin ein schlechter Mensch. Die Mutti hat’s gesehen, sie sagt nix, weil sie so enttäuscht von mir ist. Weil ich so böse bin. Weil ich so böse auf sie bin, weil sie mir nicht hilft. Warum hilft sie mir nicht? Warum hilft mir denn keiner? Ich bin es wohl nicht wert, dass man mir hilft…”

    Mit diesen Gedanken schlägt man sich rum. Diese Gefühle treiben dich um. Zerstören deine Seele. Tag um Tag. Immer ein bisschen mehr.

    Danke für diese Petition.

  51. Angela Moonlight

    Hallo,

    Auch ich bin eine Betroffene, eine sogenannte Überlebende. Viele Schatten begleiten mich durch mein Leben. Der neueste ist die Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch. Nach vielen Jahren der Angst und Therapie, war ich endlich bereit Anzeige zu erstatten, wobei bereit nicht das richtige Wort ist, ich war in der Lage dazu, beschreibt es besser.
    Ich bin durch die gesamte Tortour gegangen, nur um am Ende gesagt zu bekommen:
    “Tut uns Leid, verjährt, da hätten Sie früher kommen müssen. Fehlende Zeugen und Beweise, sorry. Außerdem zu alt und zu krank und da wo keine Verjährung ist, oh wirklich übel, Schuld und Verhandlungsunfähig.”

    Namen darf man auch nicht nennen, da man ohne Urteil und ohne Beweise zur Verleumdnung und zur üblen Nachrede bezichtigt wird.

    Alle schreien brecht das Schweigen ( auch ich bin dafür), doch bitte erwartet nicht, dass der Staat bzw. die Justiz Euch unterstützt. Während wir, die Opfer, lebenslänglich erhalten, werden die Täter geschont mit Verjährungsfristen.

    Bei den Opfern wird niemals etwas verjähren.

    Es ist schwer, wenn nicht gar unmöglich, eine missbrauchte, geschändete Kinderseele zu reparieren.

    by Angela Moonlight.

  52. A. S.

    Die Erinnerungen an meine traumatische Kindheit wurden durch eine Retraumatisierung 1991 wieder in mein Bewusstsein gerufen. Damals war ich noch lange davon entfernt, es überhaupt auch nur ansatzweise zu begreifen. So war ich dankbar für jeden Moment “des Vergessens” wo ich es wieder wegdrängen und beiseite schieben konnte. Aber ich war nach diesem Ereignis nicht mehr in Lage mein Leben einigermaßen “glücklich” zu leben. Ich bin seit dieser Zeit in psychiatrischer Behandlung mit etlichen Klinikaufenthalten hinter mir und lebe mit einer jahrelangen latenten Suizidalität. Opfer haben lebenslänglich - Genau das wünsche ich meinen Tätern auch.

  53. Susanne

    Hallo, angesichts dieses schrecklichen Missbrauchshorrors in Amstetten, in Österreich, und nach Durchlesen all dieser Kommentare:
    auch ich leide noch unter einem einmaligen Missbrauch, mit 12 Jahren. (=Ausrutscher, so Kardinal Lehmann).
    Bei der Konfrontation meines geistlichen Onkels mit der Missbrauchssituation, sagte er, er könne sich an nichts erinnern! Auch meine Eltern meinten, wir (drei Mädchen) müssten “nett und zärtlich sein” zu den beiden geistlichen Onkel, “die ja keine Frau haben!” Schrecklich, wann wird endlich das Zölibat auf Freiwilligkeit möglich sein! Das ist für mich die Vorraussetzung für einen gesunden Umgang mit Sexualität bei Pfarrern, Bischöfen u.a.
    Mein Glück war, den Glauben an die Religion, zusammen mit meinem Mann, einem evangelischen Pfarrer, wieder gefunden zu haben. Aber von der katholischen Kirche musste ich mich abwenden! Diese verlogene Männerriege!
    Susanne (pseudonym)

  54. maya

    Auch ich bin Opfer. Meine Mutter hatte den Täter angezeigt, etwas mehr als 10 Jahre später. Wegen zu ungenauer Beweise (ich selbst hatte damals noch keine klaren Erinnerungen an den Missbrauch, alle weiteren Zeugen verhüllten sich in schweigen, der Täter natürlich ebenso), wurde der Fall ad acta gelegt.

    So darf das nicht weiter gehen!
    Das Aufheben der Verjährungsfrist ist ein erster Schritt hin zum Opferschutz, hin zur Gerechtigkeit, wie sie in einem Staate geführt werden sollte.

    maya (pseudonym)

  55. Eva Strickmann

    Ich kann mich da den Kommentaren der anderen nur anschliessen! Die Verjährungsfrist sollte genauso lange andauern wie das bei den Opfern auch der Fall ist, nämlich lebenslang!
    Eva

  56. Monika Mergen

    Auch ich bin Opfer.

    Mit ca. 13 Jahren, durch ein nahes Familienmitglied.

    Meine Amnesie brach recht schnell, damals, nach 7 Jahren selbstzerstörerischem Verhaltens. Das ich ohne “grösseren” Schaden “raus” kam, muss ich wohl meiner Sturheit zuschreiben. Doch ist der angerichtete Schaden ausreichend, um auch mir ein “Lebenslänglich” zu verpassen. Der Schock, als der Flashback kam, können sich nur Betroffene vorstellen.

    Erst jetzt, mit fast 40, löse ich mich Stückchen für Stückchen aus den Fängen, die mich trotz aller Folgen und Massnahmen immer noch halten. Es ist schwer, das einzugestehen. Es ist hart, sich herauszuwinden. Doch mit jedem bisschen werde ich ein bisschen stärker.

    Danke für diese Petition. Ich mache mit.
    Danke für alle, die mitmachen.

    Wer kämpft, kann verlieren.
    Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Monika

    P.S.: Und ich muss einem Vorschreiber Recht geben: auch die Mutter, die es toleriert, ist mit Schuld.

  57. Sonja

    Ja auch mich hat es erwischt. 2 Mal sogar. Einmal mit 6 und einmal mit 24. Der 2te Fall wurde gerecht bestraft. Bei dem 1sten kann ich nichts mehr machen. Für eine Anzeige fehlten mir die nötigen Erinnerungen. Da ich mich in psychologische Behandlung begeben musste, wegen der 2ten Sache, bin ich auch in der 1sten Sache an mehr Erinnerungen gekommen. Leider ist es zu spät, um jetzt noch was zu machen. Es wird höchste Zeit, dass etwas geschieht. Dieses Gesetz muss geändert werden, denn es dient mehr dem Täter als dem Opfer.

    Sonja

  58. Trograncic Igor

    Eva Strickmann
    Am 5. Mai 2008 um 20:09 Uhr

    Ich kann mich da den Kommentaren der anderen nur anschliessen! Die Verjährungsfrist sollte genauso lange andauern wie das bei den Opfern auch der Fall ist, nämlich lebenslang!

    ICH KANN MICH DA NUR VOL UND GANZ ANSCHLIESEN………
    Lebenslanges Vergeltungsrecht für solche Opfer….

  59. Frank Gräber

    Habe auch unterschrieben. Bin zwar kein Opfer, habe aber eine kleine Tochter und wahrscheinlich wie jeder Vater einer Tochter Angst davor, dass sie irgendwann Opfer werden könnte. Allerdings denke ich müsste vor allem das Strafmaß erhöht werden (Todesstrafe gibt’s ja leider nicht hier). Auch denke ich, dass nach vielen Jahren die Erinnerung nicht mehr so gut ist und sich einige Opfer in Widersprüche verwickeln könnten, abgesehen davon sind dann auch Spuren (z.B. DNS) nicht mehr nachweisbar. Es wäre doch schade, wenn Täter nach vielen Jahren, auf Grund von zu wenig Beweisen frei gesprochen werden. Deswegen denke ich, dass es viel mehr Anlaufstellen für Kinder und Frauen geben sollte, oder eine Erweiterung der gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen bei Kindern oder andere Methoden Beweise zu sichern…
    Eine Abschaffung der Verjährungsfrist sollte auf jeden Fall nicht dazu führen, dass sich Opfer denken sie hätten ja noch viel Zeit sich zu melden, denn in der Zwischenzeit könnten andere Opfer des selben Täters werden…
    Man sollte vielmehr in der Gesellschaft eine grössere Akzeptanz für Opfer schaffen, damit die Opfer sich nicht schuldig fühlen….

  60. Dörte B.

    Eine Tat verjährt niemals.
    Opfer werden zu Tätern gemacht, wenn sie nach 30 Jahren sprechen (können)!
    Ich sitze vor dem Bildschirm und lese die Gesetzestexte, beginne zu weinen, mein Körper schüttelt sich.
    Es ist NIE vorbei.
    Im Gegenteil: Täter verhöhnen Opfer, begehen auch nach Jahren Rufmord.
    Man wird ein LEBEN LANG MISSBRAUCHT, GEDEMÜTIGT und GEKRÄNKT.
    Verstehen Politiker das ?
    Ich hoffe.

  61. Jasmine G.

    So etwas dürfte es nicht geben…
    Verjährungsfrist, wo kommen wir denn da hin!!!
    Die Opfer leiden ihr Leben lang!!!
    Deshalb gab ich auch hier meine Unterschrift!!!

  62. Ingrid v. E.

    Danke für die Petition. Danke für den Mut!!!

    Ich schreibe Gedichte und Texte, die mir helfen meine Gewalterfahrungen zu verarbeiten. Ich hoffe, dass es die, die es angeht, erreicht.

    VERLORENE SEELE

    WORTE, die ungehört verhallen
    FRAGEN, die unbeantwortet bleiben
    WUNDEN, die nicht heilen
    GRENZEN, die verschwimmen
    VERTRAUEN, das für immer zerbrochen
    ANGST, die immer mitgeht
    SICHERHEIT, die nicht mehr existiert
    KOPF, der verdrängt
    KÖRPER, der fremd geworden ist
    GEFÜHLE, im Chaos zuhause
    SCHMERZ, der erinnert
    SEELE, die verletzt bleibt
    SCHULD, mir eigen
    OHNMACHT, die tief in mir steckt
    ICH, das nichts mehr wert ist

    Trotz alledem habe ich ein Recht auf LEBEN
    HOFFNUNG erhält mich am Leben

  63. Anna

    Hallo,
    Ich danke Dir dafür, was du hier machst.
    Auch ich bin betroffen, und habe lange verdrängt, nur meine Therapeutin weiß was, aber auch nicht alles.
    Meine Mutter würde mir nicht glauben, es gab mal eine Situation wo ich nicht schwieg, es war für sie harmlos. Es hat mich jemand in den Schritt gefasst, ein Freund meiner Eltern. Als ich das sagte, meinten sie es wäre eine Lüge und ich musste mich damals bei dem jenigen entschuldigen.
    Das schlimmste verschwieg ich, bis heute, nur den Kontakt mit den Tätern in der Familie brach ich ab.
    Habe Angst um meine Tochter und lasse sie nicht allein, dass keiner die Möglichkeit hat ihr das anzutun, was mir angetan wurde.
    Aber ich kann sie nicht ihr Leben lang kontrollieren und das macht mir Angst.
    Danke noch mal für alles.

  64. Michaela Baumgartner

    Hallo,

    ich kann das nur unterstützen, auch ich bin Opfer und nicht nur einmal sondern von einem “Freund der Familie” und von meinem eigenen Vater und das jahrelang.

    Und die Krönung ist, dass es meiner eigenen kleinen Tochter auch passiert ist.
    Ob mir noch zu helfen ist…ist fraglich, aber meiner Tochter kann noch geholfen werden.
    Mein Vater hat es vergessen…er kann sich nicht mehr dran erinnern. Doch ich werde es nie mehr vergessen können. Es ist täglich bei mir.

    Der Täter meiner Tochter wurde zwar verurteilt zu einem Jahr…und wie sieht die Seele meiner Tochter aus??? Sie ist verkrüppelt ein Leben lang.

    So was darf nie verjähren…deshalb unterschreibe ich hier

  65. Marion M.

    Ich kann mich in den Worten von M. B. (18.5. 14:24) wiederfinden..

    Die selbe Geschichte…auch ich habe *mehrfach* Gewalt und MB erfahren (müssen)…die ganze geschichte kennt KEINER…
    Bin jahrelang in Therapie, inzwischen sogar deswegen auf Zeit berentet…
    Ob´s was hilft, ob ich jemals wieder ins *normale* Leben zurückfinde…;wer weiß das?
    Mein Sohn hat ebenso MB erfahren…der Täter bekam 500 € Geldstrafe. Mein Sohn, inzw. 18, hat erhebliche Probleme im Umgang mit Menschen, was ihm in der Schule und jetzt auf Lehrstellensuche ERHEBLICH einschränkt…
    Ich hoffe, das meinem Sohn (so wie allen anderen) geholfen werden kann…

    iIh sehe die Verjährung auch als REINEN Täterschutz an…. denn wenn man Opfer schützen wolle, würde es dieses Gesetz nicht mehr geben…

  66. Katrin Weihnachtsmann

    Hallo,

    auch wir können diese Pedition nur unterstützen, denn so wie all jene hier schrieben, haben auch wir es erfahren müssen. Jahrzehnte lang konnte uns unser Peiniger erpressen, da wir unseren Wohnsitz bei ihm hatten.

    Als wir ausgezogen sind, kam eine Vergewaltigung hinzu, aber nur, um uns zu zeigen, was mit Verrätern geschieht.
    Ja, ich schreibe dies hier bewusst wahrheitsgemäss auf, denn als die Polizei vor mir stand, um eine Gegenüberstellung zu machen, stand der wahre Täter nicht hinter der Scheibe, wo er mich nicht hätte sehen können, nein, mein Peiniger stand mir gegenüber.

    Dank der Spaltung meines Körpers, konnte ich ins innere abtauchen und wurde durch einen Nichtwissenden Innie ersetzt. Das Fazit dieser Gegenüberstellung war, dass ein Mörder laufen gelassen werden musste, da ich unfähig war zu reden, da er mir schon an dem besagten Abend genug gedroht hatte und mit jener Vergewaltigung deutlich zu verstehen gab, wie schnell ich gebrochen werden kann, wenn ich denke, ich hätte Mut für eine Anzeige. Später als ich mit meinen Kindern 3 x einer Flammenhölle entkommen bin, da der Täter uns immer wieder fand, das verdanke ich nicht dem Gesetz, nein, das verdanke ich jenen, die genau Opfer wurden wie ich - sie uns aufgenommen haben.

    Wie lange will eine Frau Merkel, eine Frau Zypriss und wie sie alle noch heißen, zuschauen, wie Opfer darum kämpfen müssen, dass zu bekommen, was sie eigentlich verdient hätten. (ein Leben ohne Angst und ohne Mordandrohungen, wenn Opfer ihr Schweigen brechen)

    Oder soll es weiter so gehen, dass die Täter kostenlose Therapieplätze bekommen, wogegen ich (wir) wir z.b. erst einmal 280,00 Euro von unserer Rente aufbringen müssen, um einen erfahrenen Traumatherapeuten aufsuchen zu können. Erst wird die wahre Diagnose 30 Jahre von Seitens der Ärzte unter den Tisch gefegt und man wird einfach als schitzophrener Typ abgestempelt und mit Psychopharmaka mundtot gemacht, doch wenn man trotz allem weiter kämpfte, irgendwann wieder im Außen ist, ist noch lange nicht alles vergessen. Wie auch? Ich fange jetzt wieder dort an, wo ich vor 30 Jahren angefangen habe, als ich meine Aufarbeitung in einer Therapie begonnen habe. Das einzige was sich nur änderte, ich verlor Jahre, meine eigenen Kinder nahm das Gesetz Jahre weg, um mit ihrer Mutter gut leben zu können und vor allem mit dem Wissen, dass die Mutter nicht krank ist, sondern nur einen Überlebensmechanismus entwickeln musste, damit man überhaupt überleben konnte.

    Für mich, sowie für unsere 5 Kinder welche mittler Weile den Haushalt verlassen haben (da sie schneller älter und volljährig wurden, als man mir helfen konnte, diese Straftat aufzuarbeiten), ist die Verjährung wirklich nur ein Schutz für die Täter. Sie machten mich (uns) zu dem was ich heute noch bin. Ich bin gefangen in einem Körper der älter werden durfte, doch mich ließ er zurück, als wir das Jahr 1982/83 schrieben. Würden den Organen unseres Staates tatsächlich etwas an einer Aufklärung vieler Straftaten liegen, würden sie zuerst das abschaffen, was Opfer erst verstummen lässt.

  67. Katrin Weihnachtsmann

    Meine Erinnerungen an meine traumatische Kindheit konnten erst aufgegriffen werden als ich im Jahre 1999 erstmals wieder aus den tiefen meines Körpers aufsteigen konnte, dank einer guten Therapeutin, der der Begriff Multiple Persönlichkeiten kein Fremdwort war. Damals war ich noch lange davon entfernt, es überhaupt auch nur ansatzweise zu begreifen, was tatsächlich mit mir geschehen war. Ja, in jener Nacht als dieser Mord geschah und ich zum Schweigen gebracht wurde, durch den Missbrauch. Während der Retraumatisierung bei meiner Therapeutin war ich einerseits dankbar für jeden Moment “des Vergessens” wo ich es wieder wegdrängen und beiseite schieben konnte, doch Nacht für Nacht ist es wieder da, dass Gesicht des Täters und wie erhaben er vor mir steht, als der Polizist neben ihm stand. Seit der Therapie im besagten Jahr habe ich versucht mein Leben einigermaßen “glücklich” zu leben, doch es ging nicht mehr. Ich (wir) brauchten nicht nur psychologische Hilfe, nein wir brauchten auch noch einen Betreuer, da wir auf Grund unserer Spaltung nicht einmal kontrollieren können, wenn ein unverhoffter Wechsel bei uns stattfindet.

    Opfer haben lebenslänglich - genau das wünsche ich meinen Tätern auch. Ich würde jetzt selbst nicht einmal davor zurück schrecken, dass meinem Täter anzutun, was er mir vor vielen Jahren gab… lebenslänglich, nur für ihn halt unter der Erde, denn anders komme auch ich mir nicht vor. Gestorben 1989… und ein Körper funktionierte für mich, bis ich 1999 wieder da war. Doch wie kann ich jetzt sagen, ich kann leben? Diesen Satz werde ich nie sagen können. Im Gegenteil, ich kann das alles nicht anzeigen, da es nach so vielen Jahren keine Beweise mehr gibt… nur eine Zeitung die an das damlige Verbrechen erinnert, als man per Zeitung den Täter suchte. Dass er bereits von der Polizei festgenommen war, dass wusste keiner……………….. denn ich war verdammt zum schweigen………………..

  68. @ngle

    Hallo,
    ich unterstütze die Petition aus Überzeugung und der Hoffnung, mit meiner Unterschrift, die für einige Herrschaften eine Kleinigkeit und schwindend gering ist, aber EINE MIT TAUSENDEN ANDEREN zu einer GROßARTIGKEIT wird!!!!
    Auch ich habe Missbrauch erfahren müssen. Es ist zwar nicht zum Akt an sich gekommen aber der seelische, psychische Missbrauch, der danach noch Jahre weiter an mir vollzogen wurde, ist mit einer “FRIST” nicht aus der Welt zu schaffen.
    Oder die Selbstmordgedanken; weil die eigene Mutter einen anklagt, eine kleine Lolita zu sein - ich hätte ihren Mann verführt!!! Ich war 9/10!!!
    Das Leiden nimmt so kein Ende, ganz im Gegenteil, als Kind fühlt man sich doppelt schuldig!!! Habe es “fremden” Menschen zu verdanken, den Mann meiner Mutter anzuzeigen, leider vergebens, VERJÄHRT! Sind wir jetzt alle MENSCHEN OHNE VERGANGENHEIT?, weil die “FRIST” abgelaufen ist??????? Welch ein Hohn!!!!!!!

  69. Elke

    Missbrauch ist ein viel zu harmloses Wort für das was dem, der das erlebt angetan und zugefügt wird und lebenslang daran zu tragen hat und was nie verjährt und wo man unendlich viel tun muss, um heilen zu können und es ist Wahnsinn, welch eine Auswirkung das hat und wie weit und groß der Radius dessen ist, welche Bereiche des Lebens dadurch Beeinträchtigungen sind, als wäre man lebendig auf den Müll geworfen und dort liegen gelassen.

  70. @ngle

    Hallo an alle,
    Hallo TEDDYBÄR!
    Bin heute erst dazu gekommen, so ziemlich alle Einträge zu lesen.
    Zu Deinem Eitrag vom 17.08.07, 16.46 Uhr: Ein ganz klares JA!!
    JEDER DER ZUSCHAUT IST MITTÄTER!!!!!!!!!
    Würde mich gerne zu diesem Thema mal mit Dir austauschen
    moonchild71@hotmail.de oder nimm Kontakt über wkw mit mir auf,
    wenn Du darüber reden möchtest und kannst. Anke Link
    LG @ngle

  71. Elfe

    Ich unterschreibe auch. Ich selbst (werde im August 38 Jahre und die Frist läuft somit ab) erinnere erst seit 3 (!!!) Jahren über Körpererinnerungen Teile eines Missbrauchs durch meinen Vater ab dem Alter von 6 Jahren. Seitdem versuche ich die Tatsache für mich selbst klar zu kriegen, geschweige denn, dass meine Seele eine bildhafte Erinnerung zulässt. Zu schlimm sind die Dinge, als dass ich sie jetzt schon komplett erinnern könnte….

    Ich habe eine Persönlichkeitsstörung und meine Kinder hätten eine auch schwierige emotionale Bindung zu mir haben können - hätte ich nicht kurz vor einem Selbstmord begonnen, mich mit meinem Schmerz zu beschäftigen. So ließ meine Seele wenigstens erst einen Hauch von Erinnerung zu.

    Mehrere Generationen leiden unter diesen Mustern, die als Überlebensstrategien als Kind im Missbrauch notwendig waren.

    Ich habe nur noch wenige Wochen und hoffe, dass in einem (weiteren) stationären Aufenthalt (mein 3. in den letzten 4 Jahren!) für mich klären zu können.

  72. Eichert Michael

    Ich machs kurz. Wir hatten in Deutschland bereits die Todesstrafe. Diese sollte wieder eingeführt werden, bei sexuellem Missbrauch, Vergewaltigung und Terrorismuss!

  73. Klaus Klüber

    Selbstverständlich schließe ich mich vorbehaltlos dieser wichtigen Petition an.
    Es ist nun einmal eine unumstößliche Tatsache, dass es besonders Kindesmissbrauchsopfern fast unmöglich ist, ihre zutiefst schambehafteten Erfahrungen anderen Menschen gegenüber zu artikulieren. Gerade weil sie nicht über ihre Erlebnisse sprechen können, entwickeln sehr viel Opfer ersatzweise mannigfaltige psychische Auffälligkeiten.
    Erst diese Sekundärerscheinungen führen diese Menschen häufig erst nach Jahrzehnten in psychologische Behandlung, in der es z.T. wieder jahrelanger Gespräche bedarf, bis diese Menschen über ihre z.T. völlig verdrängten Missbrauchserfahrungen sprechen lernen.

    Da die Folgen von sexuellen Missbrauch, dermaßen gravierende Folgen auf die weitere Lebensgestaltung und Empfinden dieser Menschen bis hin zu Selbstmord haben kann, muss die Ahndung solcher Taten dem verjährunfgsfreien Mord gleichgestellt werden.

    Darüber hinaus möchte ich darauf aufmerksam machen, dass selbst eine erfolgreiche Petition wenig dazu beiträgt, derartige Taten zu vermeiden.
    Daher erlaube ich mir auf meine Initiative zur Einführung eines neuen dreistufigen Schulunterrichtsfaches aufmerksam zu machen, das meiner Ansicht nach in hervorragender Weise jungen Menschen gewaltpräventiv und gesellschaftsdienliche Eigenschaften vermitteln könnte.
    Dazu gehören:
    1. Die frühzeitige und kontinuierliche Aufklärung junger Menschen, um sie dahingehend zu sensibilisieren, was Gewalt eigentlich ist, wie sie sich auf mein Gegenüber auswirkt und wie man selbst gewaltdeeskalierend mit anderen Menschen umgeht.
    2. Die Vermittlung von eigen und sozialer Verantwortungsbereitschaft.
    3. Die fundierte Vorbereitung auf die eigene spätere Elternrolle

    Mehr Informationen zu diesem komplexen Thema ist unter http://www.ex-Heimkinder.de/Ziele.htm zu finden.
    Ich würde mich freuen, wenn auch dieses Projekt von zahlreichen Menschen Unterstützung bekäme.
    Mit freundlichen Grüßen. Klaus Klüber

  74. Birgit R.

    Hallo,
    ich wusste nicht, dass es so eine Petition gibt.
    Erst durch den Eintrag in mein Gästebuch wurde ich davon informiert…vielen tausend Dank.
    Meine Tochter wurde als 8 jährige von einem Bekannten missbraucht. Die Strafe??? Lächerlich!!! Der Mistkerl bekam 2 Jahre auf Bewährung, obwohl er ein Wiederholungstäter ist. Zwei Jahre und 2000,- € Geldstrafe und 2000,- € Schmerzensgeld, welches er nie bezahlte.
    Es zerreist mich, wenn ich daran denke. Auch ich bin Betroffene und wurde als 12 jährige sexuell missbraucht, nur ich hatte nie den Mut es zu erzählen. Dafür stand ich um somehr für meine Tochter ein, nur leider hat es nicht den Erfolg den ich mir für meine Tochter gewünscht habe.
    Die Mistkerle haben einen Freibrief und lachen sich tot über die laschen Strafen.
    Ich werde so ein Dokument ausdrucken, und im Geschäft bei uns umherreichen.
    Nun habe ich wieder Hoffnung, um weiter zu kämpfen.

    Liebe Grüße

    Birgit Riebel

  75. Anna Maria Radeck

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.
    Mit den Vergewaltigern wird einfach zu gnädig umgegangen. Die Strafen müssten härter sein. Sie dürften niemals mehr am Leben teilhaben…
    Den Opfern sollte besser geholfen werden…

    Lg.

    Anna Maria

  76. Inge Feiersinger

    Ich kann mich dem ganzen nur anschließen.
    Früher gab es nicht, was nicht sein durfte. Aber mein ganzes Leben wird von den Vorfällen beeinflusst. Man kann es nicht aufarbeiten.
    Als ich mich meiner Mutter anvertrauen wollte, bekam ich eine Tracht Prügel. Dann habe ich nie mehr etwas gesagt. Es war ein Freund meines Vaters. An einer meiner Freundinnen hat er sich auch vergriffen. Nun lebt er nicht mehr und kann keinem Kind mehr etwas antun.
    Ich habe selbstverständlich sofort unterschrieben und hoffe, dass die Regierung endlich mal etwas Produktives tut. Eine Verjährung darf es in dieser Straftat nie geben.

  77. Pia

    Ich und meine kleine Tochter, 6 Jahre alt, sind selbst Opfer von Missbrauch und ich kann dies nur unterstützen. Ich habe den Peiniger meiner Tochter angezeigt, es gab immer wieder Vernehmungen des kleinen Kindes in großen Abständen. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren niedergelegt aus Gründen die lachhaft sind, die kleine würde die Zeiten durcheinander bringen ich muss erwähnen, dass Saskia nicht ganz so ist wie andere Kinder und als sie vernommen wurde war sie 5 Jahre alt, Die Tat geschah mit 4 Jahren. Ich ging in Beschwerde, musste es aus eigener Tasche bezahlen, insgesamt über 700 Euro, die ich aufbringen musste als Harz 4 Empfängerin. Und auch diese Beschwerde habe ich verloren. Die kleine leidet heute noch unter dieser Tat und ich habe lange gekämpft, um überhaupt einen Therapieplatz zu bekommen. Irgendwann kommt der Tag wo ich ihr sagen muss der Täter ist frei.
    Gerade darum bin ich gegen eine Verjährungsfrist. So hätte auch die kleine die Möglichkeit, später erneut es zur Anzeige zu bringen.

    Ich hoffe, dass wir was erreichen, denn gemeinsam sind wir stark.

    Lg. Pia Klemm

  78. Karin G.

    Hallo zusammen!

    Ich stimme der Petition in vollem Umfange zu.

    Ich bin zwar keine Betroffene oder Opfer, jedoch kann es in der heutigen Zeit nicht sein, dass Täter vollstes Verständnis bekommen und Opfer ein Leben lang leiden müssen.

    Wer schützt die Opfer? Sie schützt keiner!
    Die unendlich traurigen Kinderaugen, die Ängste und Qualen, die sie durchstehen, vielleicht gar bis zu ihrem Tod. Ich darf gar nicht dran denken.

    Für die Täter heißt es meistens, sie waren nicht zurechnungsfähig.
    Ist dies eine Entschuldigung?

    Es kann nur heißen: keine Verjährung für die Täter! Die Strafen müssen drastisch höher ausfallen und keine Eingliederung mehr ins Leben….
    Darum kann es nur heißen: SCHÜTZT DIE OPFER!

  79. Angela Fuhr

    Es müssen noch viel mehr werden, die mithelfen, denn die Dunkelziffer ist unglaublich hoch!! Solange die Gesetzgeber sich nicht eingehend mit diesen Themen beschäftigen, laufen die Täter unbehelligt herum!!
    Angela Fuhr, Verein “Sicheres Leben e. V.”

  80. Theresia Kraft

    Bei sexuellem Missbrauch darf es keine Verjährungszeit geben. Die Leiden der Opfer verjähren ja auch nicht - sie leiden ein Leben lang.
    Sexualtäter dürfen sich nie in Sicherheit wiegen, sie müssen - egal wieviel Zeit verstrichen ist - zur Verantwortung gezogen werden. Denn Missbrauch ist Mord auf Raten und bei Mord gibt es keine Verjährung.
    Deshalb wird unser Verein diese Petition voll unterstützen.
    Theresia Kraft 1. Vorsitzende Verein “Schaut hin” e.V.

  81. Beate B

    Mein Peiniger ist bereits versorben. Meine Gedanken, Gefühle, der Hass, die Angst nicht!

  82. Kathi

    Nicht nur die Verjährungsfrist bei einer Zivilklage sollte aufgehoben werden, NEIN auch der Täterschutz!!!!!
    Meine Tochter wurde über mehrere Jahre sexuelle missbraucht. Ich habe nichts gemerkt.
    Das Schw… kriegt einen Verteidiger, einen Psychologen, eine Sozialarbeiterin…
    Und wir? Ich habe seitdem nur Rennereien, Anwalt, Staatsanwalt, JVA, u.s.w.
    Irgendwann in 2-4 Jahren kommt er raus, kriegt eine Wohnung und wenn er Glück hat, auch Arbeit.
    Ich habe alles hinschmeißen müssen, um mein Kind sofort aus dieser Hölle zu holen.
    Wer kümmert sich um uns? Niemand!
    Ich wünsche allen Betroffenen, dass da von Gesetzesseite ENDLICH was passiert!

  83. Stephan K

    Auch ich bin für diese Petition. Sexueller Missbrauch wirkt so stark nach und beeinträchtigt das komplette Verhalten des Opfers. Die Verjährung ist erst mal nur dem Gewissen des Täters von nutzen. Und unterstreicht sein Prinzip: “Catch me if you can” Krieg mich, wenn Du kannst. Nach Ablauf der Frist kann eben keiner! HAHA. Wie lustig!
    Eine Verjährung der Straftat bringt nicht nur den Opfern nichts sondern grade dem Täter oder der Täterin nichts. Denn auch sie müssen in erster Linie vor sich selbst geschützt werden. Und vor weiteren Schandtaten, die ja gar nicht als solche gemacht werden. Unterstell ich denen mal.

    Und da sind deren Verteidiger erstmal nicht so wichtig. Diese Gewaltverbrecher sollten zwar, da hätte ich sicher auch Spaß dran - genau das gleiche erleben, was sie so den Opfern an”TAT”en - Aber um es ins positive zu kehren, ist es wichtig Sozialarbeiter oder andere Menschen die Täter in ihrer positiven Veränderung zu unterstützen. Gleiches mit gleichem wäre genauso Quatsch.

    Noch mal zusammengefasst: Die Leiden der Opfer verjähren ja auch nicht - sie leiden ein Leben lang. Dass sie sich selbst in unserer ach so modernen und sozialen Gesellschaft selbst um die Aufarbeitung kümmern müssen ist mindestens so pervers wie die Tat der Täter.

    Ich erinnere mich in dieser zeit durch Reinkarnationstherapien glücklicherweise an meinen Missbrauch in der Kindheit. So werden mir die Auswirkungen meines Verhaltens, wie: kein Erfolg im Beruf zu haben, mangelndes Selbstwertgefühl, wenig Selbstliebe, etc. verständlich und ich bin so in der Lage an mir was zu ändern. Ich hoffe, dass die Regierung handelt. Gerne setze ich mich detailliert dafür ein. Denn ich bin leider davon betroffen.

  84. Anja

    Ich bin für die Abschaffung der Verjährungsfrist.
    Ich selbst habe es erst nach über 20 Jahren geschafft, das Geschehene anzuzeigen und das Ende vom Lied war, dass das Verfahren wegen VERJÄHRUNG eingestellt wurde!
    Ich aber habe LEBENSLÄNGLICH……

  85. Gisela

    Ich habe nicht gewußt dass so eine Straftat eine Verjährungsfrist von 10 Jahren hat. Ich habe erst nach 22 Jahren den Mut gefunden über den Mißbrauch seit meinem 6. Lebensjahr zu sprechen. Vom eigenen Vater mißbraucht zu werden ist so unvorstellbar und so widerlich. Wie sollte ich Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen wenn ich mich dafür hasse und verabscheue und mein Vertrauen in die Menschen genommen wurde. Der Täter hat sein Leben fröhlich weitergelebt. Und ich bin mit 6 Jahren gestorben. Ich mache gerade eine Therapie und habe endlich den Mut gefunden den Täter anzuzeigen und nun finde ich heraus, ist ja verjährt. Ich muss geheilt sein, ist ja mehr als 10 Jahre her. Ich bekomme da so eine Wut, bin ich denn nichts wert? Ich unterstütze daher die Petition und werde Himmel und Hölle in Bewegung setzen dass das Schweigen endlich gebrochen wird und kein Tabu Thema mehr in der Gesellschaft ist.

  86. Angela P.

    … auch ich habe LEBENSLÄNGLICH! Erst jetzt, im Alter von 43 Jahren hat sich das Puzzle all meiner Erinnerungen zusammengesetzt - erst jetzt kann ich darüber reden oder schreiben - erst jetzt bekomme ich psychotherapeutische Hilfe, die ich mir mühsam selber suchte.

    Mein gesamtes Leben ist ein Scheiterhaufen, weil ich nie die Kraft hatte z.B. einen Arbeitsplatz lange zu halten, eine Beziehung aufrechtzuerhalten … immer diese Ängste, Panikattacken - über Jahrzehnte.

    ~ Lebenslänglich - habe ich keine Chance in einem Beruf länger zu verweilen
    ~ Lebenslänglich - immer wieder sozialer Abstieg, Arbeitsplatzverlust durch die Ängste die sich immer wieder entwickeln
    ~ Lebenslänglich - weil ich selbst im Alter dadurch ein Sozialfall sein werde, denn ich schaffe es nicht, mir grundlegende Rentenansprüche zu erwerben
    ~ Lebenslänglich - Depressionen, Borderline, Selbstverletzung
    ~ Lebenslänglich - Einsamkeit und nicht vertrauen können
    ~ Lebenslänglich - das Gefühl “unwert” zu sein
    ~ Lebenslänglich - EKEL vor diesem Körper der mir niemals gehörte und nie gehören wird, weil sich ein anderer daran bediente
    ~Lebenslänglich - mir Liebe wünschen, die ich dennoch nicht annehmen kann

    ~ LEBENSLÄNGLICH - auch für meine Kinder, die durch meine Verhaltensweisen und Ängste geprägt sind und immer sein werden, die meine Traurigkeit spüren, die statt Lachen nur Tränen sehen…
    ~ Lebenslänglich - für meine Kinder, deren Körperkontakt ich nicht aushalten kann, die eine Mutter haben mit der sie nicht kuscheln können
    ~ Lebenslänglich für sie, da sie für mich im Alter werden aufkommen müssen!!!

    ~ Lebenslänglich … für auch die nächste Generation … eben geprägt!

    Und ist die Verjährungsfrist endlich abgeschafft bleibt noch immer das Problem, es alles BEWEISEN zu können…

    Hoffe, Ihr Politiker bewegt Euch endlich!

  87. Sabine Rusche

    Hallo, auch ich gehöre zu diesem Personenkreis welche Missbrauch erlebt haben und hinterher als Täter behandelt worden.
    Es war mein eigener Bruder, mein Stiefopa und zwei Bekannte meiner Eltern. Ich wurde immer wieder diesen Menschen ausgesetzt und als Lügnerin hingestellt.
    Nach 43 Jahren und nach vier Suizidversuchen habe ich mich in psychologische Behandlung begeben. Ich durfte den Traum einer unbeschwerten Kindheit nur träumen.
    Eine Verjährung finde ich, ist wie ein erneuter Missbrauch. Es kann sich niemand vorstellen, wie es ist, nach allem was man erlebt hatte, ein normales Leben führen zu wollen. Es gibt kein normales Leben mehr, ich wurde zerstört bevor ich leben und lieben durfte.
    Diese Menschen haben es nicht verdient, dass sie geschont werden. Uns hat auch niemand geschont, wir müssen mit diesen Geschehnissen leben. Ich bin das dritte Mal verheiratet, aber eine Ehe stellt man sich anders vor.
    Menschen, welche solche kranken Gedanken haben, sich an Kindern zu vergreifen, dürfen nicht ungestraft davon kommen.
    Ich war beim ersten Mal vier Jahre alt. Wie kann es eine Befriedigung sein, wenn ein Kind bittet man möge es in Ruhe lassen, man möchte dies nicht.
    Mit meinem Bruder und meiner Mutter habe ich gebrochen, ich möchte mit diesen Verbrechern nichts mehr zu tun haben.

    Liebe Politiker, über allen Quatsch wird diskutiert, aber gegen diese Verbrecher wollt Ihr gnädig sein. Wenn Ihr dies zulasst, seid Ihr nicht besser als unsere Lebensschänder.

  88. Christel Romanski

    Ich wurde in der Kindheit von meinem Halbbruder missbraucht.
    Zwar bin ich jetzt 61 und er 68 Jahre alt. Er versucht mich jetzt noch mit dem Erbe zu betrügen und spielt den tollen Mann, der in seiner Gemeinde nach alten Menschen sieht und die betreut. Ich bin bei Wildwasser zu Gesprächen und nun möchte ich aller Welt zurufen, was er mir angetan hat. Jedoch ist dies nicht möglich, ich würde ihn morgen anzeigen, wenn es keine Verjährung gäbe. Jede Sekunde lebt noch in mir.

  89. Roland Nennen

    Bin der Meinung, dass durch die Verjährung die Täter immer weiter machen.
    Schützt endlich die Opfer indem die Verjährung weg fällt.
    Missbrauchsopfer leiden ein Leben lang.
    Keine Strafe auf der Welt kann hoch genug sein für solche Bestien.

  90. Gertrud Janßen- Albers

    Darf es überhaupt in Frage gestellt werden? Ein ganz klares: NEIN!!! Diese Greueltaten haben und dürfen keine Verjährungsfrist haben. Es ist ein erneuter Missbrauch für alle Opfer mit ihren Familien. Im Klartext : Ein Verrat und eine Verantwortungslosigkeit. Wer dem zustimmt, macht sich mitschuldig. Ein erneutes Verbrechen, und eine Verharmlosung eines Gewaltverbrechens.

  91. Stephan

    Wenn ich daran denke, dass Steuerhinterziehung stärker bestraft wird als Kindesmissbrauch, dann platzt mir der Kragen!!!
    Die armen missbrauchten Kinder kommen ihr Leben lang nicht über ein solch schreckliches Erlebnis hinweg, viele können NIEWIEDER ein normales Leben führen!!! Und die Täter werden noch von der Justiz geschützt und nach ein paar Jahren wieder entlassen, werden viel zu oft zu Wiederholungstätern. Wer verantwortet so was???
    Ich frag mich sowieso welcher Schwachsinnsgehilfe festgelegt hat, dass eine solche Gräueltat verjähren darf!
    Lebenslang einsperren ist noch viel zu mild für solche…(als Menschen möchte ich sie nicht bezeichnen!)
    Ich bin selber Vater. Was passiert wenn ich einen erwische, der sich an einem Kind vergreift, vollkommen egal ob meins oder ein fremdes Kind, werd ich hier nicht schildern, da dieser Beitrag sonst gelöscht werden könnte. Aber ich geh mal davon aus, dass man sich so einiges denken kann.

    KEINE GNADE FÜR KINDERSCHÄNDER!!!